Siltronic warnt vor Gegenwind 2026: Umsatz runter, Abschreibungen rauf – droht der nächste Dämpfer für die Aktie?

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Siltronic rechnet 2026 weiterhin mit einem „anspruchsvollen Marktumfeld“: negative Wechselkurseffekte und anhaltender Preisdruck außerhalb bestehender Langfristverträge bleiben zentrale Belastungsfaktoren. Gleichzeitig wachsen zwar die Endmärkte für 300-mm-Wafer (KI/High-Performance lässt grüßen), doch im 200-mm-Geschäft erwartet das Management einen Rückgang – wegen verstärktem Lagerabbau bei Kunden im Power-Segment.

Unterm Strich lautet die Ansage: Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich unter Vorjahr (2025 vorläufig: 1.347 Mio. €) – und das mit einem „verhaltenen“ Jahresstart.

Währung & Werksschließung: Warum „vergleichbar“ fast stabil ist – aber nicht hilft

Spannend ist die Feinmechanik in der Guidance: Der Prognose liegt EUR/USD 1,18 zugrunde (Vorjahr 1,13). Das heißt: Ein stärkerer Euro drückt umgerechnet auf Umsatz und Ergebnis.

Zusätzlich wirkt die Schließung der SD-Linie erstmals über das volle Jahr. Auf vergleichbarer Basis – ohne Wechselkurseffekte und ohne diesen Sondereffekt – erwartet Siltronic den Umsatz „in der Größenordnung des Vorjahres“. Klingt beruhigend, ist es aber nur bedingt: Für die Börse zählen am Ende die berichteten Zahlen.

Marge: 20–24% klingt okay – doch das EBIT soll „deutlich“ schlechter werden

Die EBITDA-Marge sieht Siltronic 2026 bei 20 bis 24% (2025 vorläufig: 23,5%). Das ist keine Kapitulation – aber auch kein Befreiungsschlag.

Der größere Schmerzpunkt kommt darunter: Die planmäßigen Abschreibungen sollen wegen der 300-mm-Investitionen signifikant steigen – auf 490 bis 520 Mio. €. Konsequenz: Das EBIT werde deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen (2025 vorläufig: –26 Mio. €).

Das Muster kennen Anleger aus der Halbleiterwelt: Kapazitätsaufbau und Modernisierung sorgen erst einmal für Abschreibungsdruck, bevor sich der Zyklus dreht. Ein aktuelles Beispiel liefert SMIC: Dort wird 2026 ebenfalls vor Margendruck durch höhere Abschreibungen gewarnt – trotz starker Nachfrage.

200-mm-Preisdruck trifft auf Lagerabbau: Das ist die toxische Mischung

Warum ist das 200-mm-Thema so heikel? Weil der Bereich stark an Power/Automotive/Industrie hängt – und dort schlagen Inventory-Cycles oft brutal durch. Wenn Kunden Lager abbauen, rutschen Volumen und Mix. Gleichzeitig ist 200-mm global nicht knapp: Branchenprognosen erwarten bis 2026 Rekord-Kapazitäten bei 200-mm-Fabs. Das kann Preisdruck strukturell verlängern.

Siltronic sagt es indirekt selbst: Preisdruck bleibt – vor allem außerhalb der Langfristverträge.

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