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Der Saatgutproduzent KWS Saat SE (ISIN: DE0007074007) hat Anfang September gut sechs Wochen vor der Veröffentlichung der endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2014/2015 seine EBIT-Prognose erhöht.

EBIT-Prognose für 2014/2015 erhöht

Statt des bisher erwarteten EBIT von 127 Mio. EUR geht der nach Umsatz weltweit fünftgrößte Saatgutproduzent aus Einbeck nun von einem Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen in Höhe von 138 Mio. EUR aus. Damit liegt das EBIT in etwa auf dem Vorjahresniveau (138,4 Mio. EUR). Und das, obwohl KWS Saat die Investitionen deutlich gesteigert hat.

Grund für die nach oben korrigierte Prognose ist zum einen die im vierten Quartal positive Entwicklung im nordamerikanischen Zuckerrübensaatgutgeschäft, und zum anderen günstige Währungseffekte und geringere Forderungsausfälle.

Der Umsatz wird für das Geschäftsjahr 2014/2015 wird bei 1,26  Mrd. EUR erwartet, d.h. 6,96% über dem des Vorjahres. Die EBIT-Marge läge bei einem prognostizierten EBIT von 138 Mio. EUR bei knapp 11%. Zuvor ist man von rund 10% ausgegangen.   

Unter neuer Firmierung weiter auf Wachstumskurs

Im April dieses Jahres hat KWS Saat die im Dezember 2014 beschlossene Umwandlung von der AG in eine Societas Europaea (SE) vollzogen. Mit diesem Schritt wollte das Unternehmen seine verstärkten Aktivitäten in ganz Europa nach außen sichtbar machen. Schließlich macht das Unternehmen in Europa, insbesondere in Deutschland bis dato, das Gros seiner Geschäfte.

Insgesamt bleibt KWS Saat auf Wachstumskurs. Im Mai vermeldete man für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres einen Zuwachs beim Umsatz. Mit 777,8 Mio. EUR lag dieser um 6,93% höher als im Vorjahreszeitraum. Und auch auf Jahressicht wird der Umsatz voraussichtlich in dieser Größenordnung wachsen.

Aufgrund der langfristigen Unternehmensstrategie, welche verstärkte Investitionen in das zukünftige Wachstum vorsieht, lag das EBIT derweil mit 140,1 Mio. EUR rund 3,91% unter dem des Vorjahreszeitraums. KWS Saat investierte allerdings mit 95,3 Mio. EUR zweieinhalb Mal so viel Geld in Sachanlagen und in die Forschung & Entwicklung (F&E) wie in den ersten neun Monaten des vorherigen Geschäftsjahres.

Die Investitionen sollen die Märkte in Europa weiter erschließen, so baute man in Serbien eine Maisaufbereitungsanlage und kaufte die restlichen 51% der Beteiligung an MOMONT. Aber auch Investitionen wie in das Joint Venture (JV) mit dem Partner Kengfeng in China sollen weitere Wachstumsimpulse in anderen Regionen geben. Das JV soll im laufenden Geschäftsjahr mit dem operativen Geschäft starten.

 



Mais- und Zuckerrübengeschäft: Die umsatzstarken Zugpferde

KWS Saat ist mit seinen zwei umsatzstarken Sparten Mais und Zuckerrüben vor allem auf Europa und in Nord- und Südamerika fokussiert. Im Geschäftsjahr 2013/2014 erwirtschafteten die Einbecker 95% ihres Umsatzes in diesen Regionen. Allein auf Deutschland entfielen dabei 19%.

Vom Umsatz ausgehend, entfielen auf die beiden Saatgut-Segmente Mais und Zuckerrüben 91%. Mais trug dabei mit 61% bzw. 715 Mio. EUR als umsatzstärkstes Segment am meisten zum Konzernumsatz bei, gefolgt vom Segment Zuckerrüben mit 30% bzw. 351 Mio. EUR Getreide war mit 9% Anteil am Umsatz bzw. 107 Mio. EUR kleinstes Saatgut-Segment.

Auch in 2014/2015 hat sich daran nichts geändert. In den ersten 9 Monaten des Ende Juni abgeschlossenen  Geschäftsjahres 2014/2015 erwirtschaftete KWS Saat mit der Mais-Sparte 596,9 Mio. EUR, mit der Zuckerrüben-Sparte 288,6 Mio. EUR und mit der Getreide-Sparte 98,2 Mio. EUR. Damit entfielen 60,47% des Umsatzes auf das Segment Mais, 29,24% auf Zuckerrüben und rund 9,95% auf die Getreide-Sparte. Die restlichen 0,34% waren dem Segment Corporate zu zuordnen, welches die Erlöse aus den landwirtschaftlichen Betrieben des Unternehmens beinhaltet.

Interessant ist dabei, dass die EBIT-Marge beim Segment Zuckerrüben zuletzt wesentlich höher war als in den beiden anderen Segmenten Mais und Getreide. Während Mais und Getreide im Geschäftsjahr 2014/2015 voraussichtlich eine EBIT-Marge von 11% aufweisen, liegt sie beim Segment Zuckerrüben um mehr als das doppelte bei 24%. Ein Grund dafür, dass der Bereich Zuckerrüben in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014/2015, trotz geringerem Umsatz, mehr zum Gesamt-EBIT beitrug, als die Mais-Sparte.

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Die KWS Saat hat in den letzten Jahren die Ausgaben für F&E stetig erhöht. Das CAGR (Compound Annual Growth Rate) lag in den Jahren von 2009/2010 bis 2013/2014 bei 11%. Nicht von ungefähr ist der Bereich an der Mitarbeiterzahl gemessen der größte im Konzern. 2013/2014 arbeiteten 1.836 Mitarbeiter von insgesamt 4.847 im Bereich F&E.

Neue und bessere Produkte sind der Schlüssel zum Erfolg, das weiß man auch in der Firmenzentrale in Einbeck. So hat KWS Saat z. B. gemeinsam mit Bayer CONVISO SMART, ein System der Unkrautbekämpfung im Zuckerrübenbau, entwickelt, das ab 2018 auf dem Markt kommen soll. Die mit klassischen Methoden gezüchteten Sorten sind gegenüber ausgewählten Herbiziden tolerant und ermöglichen es, Unkräuter mit weniger Mengen und geringerer Anwendung zu bekämpfen.

Neues Allzeithoch im Visier

Die Aktie der KWS Saat befindet sich seit einigen Jahren in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Vor allem in der Zeit von 2009 bis Anfang2013 stieg sie rasant von 110 EUR auf 297 EUR, eine Performance von 170% in vier Jahren.

Nach einer Korrektur in 2013 stand die Aktie im Dezember bei 246 EUR und kletterte von da an in mäßigem Tempo bis im Juli dieses Jahres auf das Allzeithoch bei 313,55 EUR. Zuletzt korrigierte die Aktie im Zuge der Börsenunsicherheiten noch einmal bis 280 EUR.

Davon hat sich das Papier jedoch wieder gut erholt und notiert aktuell bei 292,95 EUR. Aufgrund der getätigten Investitionen in die Wachstumsmärkte bzw. in die F&E dürfte sich in den nächsten Jahren der Wachstumskurs fortsetzen. Und damit sollte auch der Kurs das bisherige Allzeithoch durchbrechen und eine neue Bestmarke setzen. Das Anheben der EBIT-Prognose ist jedenfalls ein positives Signal gewesen. 

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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