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Die Gerry Weber International AG (ISIN: DE0003304101) hat gestern mit den vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2014/2015 dem Aktienkurs kurzfristig Auftrieb verleihen können.

Neben den Zahlen kündigte das Modeunternehmen aus Halle (Westfalen) wegen des anhaltend schwierigen Umfelds im Einzelhandel für Bekleidung zudem eine Neuausrichtung des Geschäfts an. Einzelheiten dazu will man auf der Pressekonferenz am 26 Februar bekannt geben.

Die präsentierten Zahlen fielen am Ende eines herausfordernden Jahres weniger schlecht aus, als von Marktteilnehmern befürchtet. Die Aktie legte im gestrigen Handel daraufhin mehr als 18% zu. Allerdings scheint die „Euphorie“ nur von kurzer Dauer gewesen zu sein. Bereits heute gibt der Titel bis zum Mittag wieder -3,67% ab.


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Umsatz steigt dank Hallhuber auf 920 Mio. EUR   

Das abgelaufene Geschäftsjahr war für Gerry Weber ein äußerst schwieriges. Zwar konnte der Konzern den Umsatz um +8,1% auf 920 Mio. EUR steigern, doch mit den Kernmarken Gerry Weber, Taifun und Samoon setzte das Unternehmen nur noch 805 Mio. EUR um, -5,4% weniger als noch im Vorjahr.

Nur dank der Akquisition von Hallhuber im Februar letzten Jahres, das mit einem Umsatzbeitrag von 115 Mio. EUR die eigenen Erwartungen erfüllte, konnte Gerry Weber unterm Strich ein Umsatzwachstum verzeichnen. Hallhuber eröffnete dabei seit der Übernahme 57 zusätzlichen Verkaufsflächen und kommt nunmehr auf insgesamt 275 eigene Flächen.

Einbußen aufgrund des von Rabatten hart umkämpften Markts für Bekleidung gab es mit Blick auf das Retailgeschäft von Gerry Weber. Absolut gesehen, verzeichnete man zwar einen Anstieg beim Umsatz von rund 8,7% auf 440 Mio. EUR, doch flächenbereinigt ging der Umsatz um -4,4% zurück. Damit lag das Unternehmen deutlich unter der Benchmark des deutschen Modeeinzelhandelsmarkts, der nur rund 2% zurückging. Rückläufig entwickelte sich zudem das margenstarke Wholesale-Geschäft, was sich insbesondere negativ auf das Ergebnis auswirkte.


EBIT und EBIT-Marge gehen deutlich  zurück

Laut den vorläufigen Zahlen hat Gerry Weber in 2014/2015 ein EBIT von 79 Mio. EUR erzielt. Damit liegt man -27,46% hinter dem im Vorjahr erzielten Ergebnis zurück (EBIT 2013/2014: 108,9 Mio. EUR). Auch wenn es keine Überraschung mehr war, so zeigt es doch, mit welchen Problemen das Unternehmen gegenüber steht. Die EBIT-Marge blieb mit 8,6% ebenfalls deutlich unter dem Wert vom vorletzten Jahr (EBIT-Marge 2013/2014: 12,8%).

Verantwortlich für diese Ergebnisentwicklung war vor allem das rückläufige Geschäft in den Segmenten Retail und Wholesale. Negativen Einfluss auf die EBIT-Marge hatte dann auch noch die starke Expansion von Hallhuber. welche die operative Marge weiter drückte.

 


Angekündigte Neuausrichtung zündet bei Aktie nur Strohfeuer

Das vergangene Kalenderjahr war für die Aktie von Gerry Weber mit einem Wort gesagt, ein Desaster. Mit einem Kurs von 33,35 EUR startete das Papier ins Jahr 2015. Bis März kletterte dias Papier gar noch auf 35,98 EUR. Doch dann begann der große Abgesang auf die Aktie des Modekonzerns.

Mehrere Gewinnwarnungen ließen den Kurs teilweise wie einen Stein tief in den Keller fallen. Am Ende des Jahres stand der SDAX-Wert mit einer negativen Performance von mehr als -60% da. Keine Aktie im SDAX performte schlechter.

Auch im neuen Jahr wendete sich das Blatt nicht. Das allgemein eingetrübte Börsenumfeld brachte den Titel sogar auf einen Kurs unter 10 EUR. Gestern aber keimte Hoffnung auf. Das Zahlenwerk brachte immerhin keine weiteren negativen Überraschungen und die Ankündigung, das Geschäft den schwierigen Marktgegebenheiten entsprechend neu auszurichten, kam offensichtlich gut bei Anlegern an.

Auf Tagesbasis gewann die zuvor arg gebeutelte Aktie von Gerry Weber immerhin +18,22%. Doch schon heute sieht man, dass der Anstieg kaum mehr als ein – zugegeben dynamisches – Strohfeuer war. Schon jetzt gab der Titel wieder -3,67% wieder ab.

Etwas mehr Klarheit über die Zukunft wird es daher erst Ende Februar geben, wenn der Vorstand die neue Marschroute im Detail vorstellen wird. Bis dahin könnte der Kurs aber wohl noch weiter abbröckeln.    

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