
Rheinmetall Aktie lieferte eine Topperformance in den letzten Jahren, aber wie lange noch? Trumps Venezuela-Coups, Grönlanddrohungen und ungelöste Konflikte in der Ukraine und im mittleren Osten. Dazu Russland als Bedrohung wahrgenommen, China’s Hunger auf Taiwan, angeschoben durch Trumps Völkerrechtsbruch in Venezuela.Alles Gründe für eine lange Sonderkonjunktur der Defensewerte – mit Rheinmetall als Gestalter in Europa. Als Kern einer erstarkenden europäischen Rüstungsindustrie. Auch als Statement gegen die amerikanischen Bedrohungen und Unberechenbarkeiten. Zeitenwende scheint das richtige Wort. Und so setzt dass Management in Düsseldorf auf Expansion, Wachstum. Diese Woche bestätigt die hochgesteckten Hoffnungen der Anleger – Auftrag der Budneswehr, Kostenrevolution im Wasserstoffsektor und Trump winkt mit 500 Mrd USD zusätzlich. Auch für die US-Tochter von Rheinmetall?
Rheinmetall wächst – überall. Gute Woche für die Düsseldorfer.
In diesen Zusammenhang passt neben diversen Übernahmen im Munitionsbereich, Investitionen in Joint Ventures, dem neuen Geschäftsfeld Marine und diversen Kapazitätserweiterungen das angestrebte Umsatzpotential von CEO Pappberger. Alles Bausteine im Bestreben, die Belegschaft von aktuell 40.000 auf langfristig 70.000 Mitarbeiter auszubauen. Gestützt durch ein 65 Milliarden EUR Orderbuch, stark wachsend. Immer noch. Und das als reiner Defnesewert – Automotive steht zur Disposition. Bis dahin macht man Punkte bei Rheinmetall. Und das nicht nur im Defensebereich. Wasserstoffelektrolyse zu niedrigen Preisen – Gamechanger auch für diese Unternehmenssparte? Steigert auf jeden Fall deren Wert. Ob im Konzern oder bei einem Verkauf.
Gute Aussichten für Rheinmetall: Rüstungsauftrag und Energiewende-Technologie stärken den Technologiekonzern.
Für die Düsseldorfer Rheinmetall AG und ihre Aktionäre gab es diese Woche zwei beeindruckende Meldungen, die die strategische Stärke und das breite Zukunftspotenzial des Konzerns bestätigen. Zum einen sichert sich das Unternehmen einen weiteren, bedeutenden Rüstungsauftrag. Zum anderen brint es ein zukunftsweisendes Projekt im Zukunftsmarkt Wasserstoff auf eine neue Ebene. Eine zukunftsfähige Kombination aus Stärke im Kerngeschäft und Wachstum in zivilen Hochtechnologiefeldern.
Im Defense-Bereich hat das Bundesamt für Ausrüstung einen Großauftrag für neun Ausbildungssysteme für den Schützenpanzer Puma erteilt. Als maßgeblicher Unterauftragnehmer der PSM GmbH fließen rund 118,5 Mio EUR an Rheinmetall. Ab Mitte 2027 werden die Systeme ausgeliefert. Das „Ausbildungsgerät Schieß- und Gefechtsausbildung“ (AGSP) sei ein „hochrealistischer, modularer und vollständig mobiler Simulator“. Der nach dem Motto „Train as you fight“ eine gefechtsnahe Ausbildung ohne Verschleiß an den teuren Originalfahrzeugen erlaube. Und die innovative, wartungsfreundliche Container-Lösung minimiere Ausfallzeiten und Logistikkosten.
Elektrolyselösung als Kriegserklärung an thyssenKrupp nucera?
Parallel meldet der Konzern einen Durchbruch in einer Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Die erfolgreiche Entwicklung einer edelmetallfreien Elektrodentechnologie für die alkalische Elektrolyse. Unter Führung der Rheinmetall-Tochter KS Gleitlager konnte im Rahmen eines staatlich geförderten Konsortialprojekts eine Technologie entwickelt werden, die die Leistungsdichte verdoppelt und den Wirkungsgrad um über 10% steigert. Das im Vergleich zu teureren Edelmetall-Lösungen. Und Dr. Karsten Lange, Leiter des Projekts, betont: „Durch den Einsatz unserer neuartigen Elektrodentechnologie werden Elektrolyseursysteme in Zukunft leistungsfähiger und zugleich effizienter als heute.“ Für 2026 ist bereits der Start der Pilotfertigung für Großelektroden geplant. Weiter sieht CEO der zuständigen Rheinmetall-Unit Dr. Klaus Pucher darin einen „wesentlichen Beitrag für eine nachhaltige wie auch bezahlbare Energiewende“, der die Abhängigkeit von fossilen Importen reduziert. Dieses Projekt öffne Rheinmetall die Tür zu einem der größten Zukunftsmärkte. Und diversifiziert das Defense-Geschäft in ein hochprofitables, ziviles Hochtechnologiefeld.
Trump-Effekt: Historische Chance für zusätzliches Wachstum im Defense-Segment.
Die jüngsten Ankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump, den US-Verteidigungshaushalt ab 2027 um 500 Milliarden US-Dollar massiv aufzustocken, könnten für Rheinmetall einen weiteren, langfristigen Schub bedeuten. Ein derartiger finanzieller Impuls in der wichtigsten Verteidigungsnation der Welt führt unweigerlich zu einem erhöhten Nachfragedruck entlang der gesamten Lieferkette. Und Rheinmetall ist als einer der technologisch führenden europäischen Rüstungskonzerne mit einem breiten Portfolio – von Munition und Fahrzeugsystemen bis zu hochmodernen Elektronik- und Ausbildungslösungen wie dem AGSP – prädestiniert, von dieser Entwicklung zu profitieren. Und die Forderung nach mehr militärischer Fähigkeiten in Europa wirkt nach. Gerade im Gefolge einer möglichen US-Fokusverschiebung.
Und so könnte sich zudem die Nachfrage nach Rheinmetall-Produkten in der Heimatregion weiter anheizen. Dieser außerordentliche US-haushaltspolitische Schritt unterstreicht die anhaltende Relevanz der Rheinmetall-Kernkompetenzen. Schafft das Umfeld für potenzielle weitere Großaufträge und Vertriebspartnerschaften auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt. Dazu die sowieso schon starke US-Tochter der Düsseldorfer. Bereits häufig mit Aufträgen bedacht. Trotz Protektionismus der US-Regierung.
Für Aktionäre bedeutet dies: Das bereits starke Defense-Geschäft erhält durch diese geopolitischen Dynamiken zusätzliches, langfristiges Wachstumspotenzial, während der Konzern gleichzeitig mit Spitzentechnologie wie im Wasserstoffbereich die Weichen für die Zukunft jenseits des Rüstungsgeschäfts stellt.