Nordex legt in Rumänien nach: Neuer Großauftrag sichert Einnahmen über 35 Jahre

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Die Nordex Group baut ihre Marktposition in Südosteuropa weiter aus. Der Windkraftanlagenbauer hat vom schwedischen Projektentwickler OX2 einen Auftrag über elf Turbinen für einen neuen Windpark in Rumänien erhalten. Das Projekt umfasst eine Gesamtleistung von 77 Megawatt und wird durch einen außergewöhnlich langfristigen Servicevertrag ergänzt.

Für Anleger ist vor allem die Kombination aus neuer Turbinentechnologie, staatlich abgesicherter Stromvergütung und einem Servicevertrag über 35 Jahre interessant. Nordex sichert sich damit nicht nur kurzfristige Umsätze aus der Anlagenlieferung, sondern auch langfristig wiederkehrende Erlöse.

Elf Großturbinen für den Windpark Urleasca

Nordex wird für den Windpark Urleasca insgesamt elf Windenergieanlagen des Typs N175/6.X liefern und errichten. Die installierte Gesamtleistung des Projekts beträgt 77 Megawatt.

Der Windpark soll nahe der Ortschaft Urleasca im Kreis Brăila entstehen. Der Standort liegt rund 150 Kilometer nordöstlich von Bukarest im Südosten Rumäniens.

Mit der N175/6.X setzt Nordex auf eine seiner neuesten und leistungsstärksten Turbinenplattformen. Die Anlage ist besonders für Standorte mit mittleren bis guten Windbedingungen ausgelegt und soll eine hohe Energieausbeute bei vergleichsweise niedrigen Stromgestehungskosten ermöglichen.

Der Beginn der Bauarbeiten ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. Die Inbetriebnahme soll in der zweiten Jahreshälfte 2028 erfolgen.

35 Jahre Service sorgen für langfristige Erlöse

Neben der Lieferung und Errichtung der Turbinen umfasst der Auftrag einen Premium-Servicevertrag über 35 Jahre.

Gerade dieser Teil des Vertrags dürfte für Nordex besonders attraktiv sein. Langfristige Wartungs- und Servicevereinbarungen sorgen für gut planbare, wiederkehrende Umsätze und stärken die Ertragsbasis über die reine Anlagenlieferung hinaus.

Das Servicegeschäft gilt in der Windkraftbranche als wichtiger Stabilitätsfaktor. Während neue Turbinenaufträge von politischen Rahmenbedingungen, Zinsen und Investitionszyklen abhängig sind, liefern laufende Wartungsverträge über viele Jahre kontinuierliche Einnahmen.

Mit einer Laufzeit von 35 Jahren bindet Nordex das Projekt praktisch über den gesamten wirtschaftlichen Lebenszyklus der Anlagen an das eigene Servicenetz.

OX2 verkauft Projekt an Scatec

Parallel zur Bestellung der Windturbinen hat OX2 den baureifen Windpark an den norwegischen Anbieter für erneuerbare Energien Scatec ASA verkauft.

OX2 bleibt dennoch in das Projekt eingebunden und soll die gesamte Bauphase überwachen. Damit profitiert das Vorhaben von der internationalen Projektentwicklungserfahrung des schwedischen Unternehmens, während Scatec langfristig als Eigentümer und Betreiber auftritt.

Zusätzliche Planungssicherheit bietet ein langfristiger Differenzvertrag mit dem rumänischen Staat. Bei einem solchen Contract for Difference werden bestimmte Stromerlöse über einen vereinbarten Mechanismus abgesichert.

Für das Projekt reduziert dies die Abhängigkeit von kurzfristigen Schwankungen der Strompreise. Gleichzeitig verbessert die staatlich gestützte Erlösstruktur die Kalkulierbarkeit und Finanzierbarkeit des Windparks.

Rumänien wird für Nordex immer wichtiger

Der neue Auftrag ist kein Einzelprojekt. Nordex hat in Rumänien innerhalb der vergangenen Monate Bestellungen über eine Gesamtleistung von mehr als 500 Megawatt erhalten.

Damit entwickelt sich das Land zunehmend zu einem wichtigen Wachstumsmarkt für den deutschen Windkraftanlagenbauer. Rumänien will seinen Anteil erneuerbarer Energien ausbauen und verfügt insbesondere im Südosten über attraktive Bedingungen für Windkraftprojekte.

Slava Feklin, Country Manager Rumänien und Ukraine bei Nordex, erklärt: „Wir freuen uns, unsere länderübergreifende Zusammenarbeit mit OX2 weiter zu stärken – dieses Mal in Rumänien. Das Land bietet weiterhin attraktive Möglichkeiten für den Einsatz moderner Windenergietechnologie.“

Mit den jüngsten Aufträgen positioniert sich Nordex frühzeitig in einem Markt, der in den kommenden Jahren von zusätzlichen Ausschreibungen und Investitionen profitieren könnte.

Einordnung für Anleger

Der Auftrag über 77 Megawatt gehört gemessen an der Gesamtleistung nicht zu den größten Einzelbestellungen der Nordex Group. Strategisch ist er dennoch relevant.

Zum einen baut Nordex seine Präsenz in Rumänien weiter aus. Zum anderen enthält der Vertrag einen langfristigen Serviceanteil, der die Qualität des Auftrags deutlich erhöht. Solche Verträge verbessern die Umsatzvisibilität und können langfristig höhere und stabilere Margen liefern als die reine Turbinenproduktion.

Auch der Einsatz der neuen N175/6.X ist ein positives Signal. Je häufiger Nordex die Plattform erfolgreich in internationalen Projekten platziert, desto stärker können Skaleneffekte in Produktion, Logistik und Service zum Tragen kommen.

Für Anleger bleibt entscheidend, ob Nordex den hohen Auftragseingang der vergangenen Quartale zunehmend in profitables Wachstum umwandeln kann. Der neue Rumänien-Auftrag liefert dafür einen weiteren Baustein – und stärkt zugleich die langfristige Servicebasis des Konzerns.

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