Nordex hat im Schlussquartal 2025 noch einmal kräftig zugelegt und im Segment Projekte (ohne Service) 3.552 MW an neuen Aufträgen eingesammelt – ein Plus von rund 9,2 % gegenüber Q4 2024. Auf Jahressicht summiert sich der Auftragseingang auf 10.214 MW nach 8.336 MW im Vorjahr – ein Zuwachs von 22,5 % und ein klares Ausrufezeichen in einem Markt, der von politischen Debatten und Genehmigungshürden geprägt ist.
Für den Turbinenbauer bedeutet das: Die Pipeline ist voll, die nächsten Jahre sind gut sichtbar – jetzt wird es spannend, wie viel davon am Ende auch in Ergebnissen und Cashflows ankommt.
Preise stabil: ASP hält Kurs – leicht höher im Gesamtjahr
Mindestens so wichtig wie die Menge ist im windigen Projektgeschäft der Preis – und hier meldet Nordex Stabilität. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt (ASP) lag im vierten Quartal bei 0,89 Mio. Euro/MW, exakt auf Vorjahresniveau.
Im Gesamtjahr 2025 kam Nordex auf 0,91 Mio. Euro/MW nach 0,90 Mio. Euro/MW im Jahr 2024. Der leichte Anstieg sei vor allem auf Projektgrößen und den regionalen Mix zurückzuführen. Übersetzt: Nordex musste im aktuellen Marktumfeld keine Rabattschlacht fahren, um die Auftragsbücher zu füllen – ein wichtiger Punkt für alle, die bei wachsendem Volumen reflexartig an Margenstress denken.
Kernmärkte ziehen – Deutschland, Kanada, Frankreich im Vordergrund
Zwischen Oktober und Dezember bestellten Kunden 547 Turbinen für Projekte in zwölf Ländern. Der Löwenanteil der Aufträge kommt aus den bekannten Kernmärkten: Deutschland, Kanada und Frankreich.
Gerade Deutschland und Frankreich profitieren von politisch forcierter Energiewende, während Kanada mit anspruchsvollen Klima- und Kältebedingungen ein ideales Spielfeld für Nordex-Spezialturbinen ist. Wer in diesen Märkten weit vorne mitspielt, sichert sich nicht nur Volumen, sondern auch Referenzen – und genau das ist ein wichtiger Hebel, um künftige Ausschreibungen zu gewinnen.
CEO José Luis Blanco sieht die Entwicklung als Bestätigung der eigenen Strategie: Man habe die positive Dynamik nach 2024 „fortgesetzt“ und damit sowohl die Stärke des Produktportfolios als auch der Kundenbeziehungen unterstrichen. Der starke Auftragsbestand zum Jahresende bilde eine „stabile Grundlage für die Zukunft“.
Was heißt das für Anleger? Volle Bücher, jetzt fehlt der Margenbeweis
Für die Nordex-Aktie ist der hohe Auftragseingang zunächst ein klar positives Signal:
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Die Nachfrage nach Onshore-Wind bleibt hoch.
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Nordex behauptet sich in seinen Kernmärkten und baut seine Position aus.
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Der ASP zeigt keine Erosion – ein wichtiger Baustein für künftige Margen.
Die Kehrseite: Der Markt wird genau hinschauen, wie profitabel diese 10,2 GW am Ende abgewickelt werden. Hohe Material- und Finanzierungskosten, Lieferketten, Projektverzögerungen – all das bleibt die große Variable der Windbranche.
Kurz gesagt: Nordex hat mit dem Auftragseingang die Latte für die kommenden Jahre selbst höher gelegt. Gelingt es, aus der gut gefüllten Pipeline stabile Margen und Cashflows zu generieren, könnte 2025 im Rückblick als das Jahr gelten, in dem aus der reinen Volumenstory eine echte Qualitäts- und Ergebniserzählung wurde. Bis dahin bleibt der Auftragsrekord aber zumindest eines: ein kräftiger Rückenwind für die Investmentstory im Onshore-Wind.













