Bei Mountain Alliance nimmt die strategische Neuausrichtung Richtung Defence Tech zunehmend Konturen an. Mit Evolved Aerospace hat die Beteiligungsgesellschaft ein weiteres Unternehmen aus dem Verteidigungssektor benannt. Gleichzeitig sorgen mögliche Börsenpläne der größten Defence-Tech-Beteiligung Destinus für zusätzliche Fantasie.
Das Analysehaus Montega sieht darin erhebliches Potenzial. Die Analysten bestätigen ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 4,50 Euro. Ausgehend vom in der Studie zugrunde gelegten Kurs von 2,76 Euro errechnet sich ein Kurspotenzial von 63 Prozent.
Noch interessanter: Die Mountain-Alliance-Aktie wird laut Montega weiterhin mit einem Abschlag von rund 48 Prozent zum zuletzt ausgewiesenen Net Asset Value (NAV) gehandelt. Ein möglicher Börsengang von Destinus könnte zusätzliche stille Reserven sichtbar machen.
Defence Tech wird zum neuen Schwerpunkt
Mountain Alliance ist traditionell eine Beteiligungsgesellschaft für kleinere und mittelgroße Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen. Inzwischen verschiebt sich der strategische Schwerpunkt jedoch deutlich in Richtung Defence & Security.
Die Gesellschaft hält aktuell Beteiligungen an 14 Unternehmen. Neben etablierten Investments aus den Bereichen Technology, Digital Business Services, Digital Retail sowie Meta-Platforms & Media gewinnt Defence & Security zunehmend an Bedeutung.
Montega sieht insbesondere in der Digitalisierung und Modernisierung europäischer Sicherheitsstrukturen erhebliches Skalierungspotenzial.
Mit Destinus, MindGuard und Evolved Aerospace befinden sich mittlerweile drei konkret benannte Defence-Tech-Unternehmen im Portfolio. Weitere Transaktionen in diesem Bereich befinden sich nach Unternehmensangaben in Vorbereitung.
Evolved Aerospace wird offiziell Teil des Portfolios
Neu im Rampenlicht steht Evolved Aerospace.
Mountain Alliance hatte die Beteiligung am britischen Unternehmen am 11. September bekannt gegeben. Tatsächlich handelt es sich dabei um das bereits zuvor erwähnte, damals aber noch nicht namentlich genannte UK-Investment aus dem ersten Quartal 2026.
Evolved Aerospace entwickelt autonome Langstrecken-Missionssysteme für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen.
Nach den in der Montega-Studie aufgeführten Unternehmensangaben adressieren die Systeme unter anderem Aufklärungs-, Luftverteidigungs- und Frühwarnanwendungen. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 40 Mitarbeiter und erzielt bereits zweistellige Millionen-Euro-Umsätze aus Verträgen in mehr als fünf Ländern.
Angaben zur Höhe des Mountain-Alliance-Investments oder zur konkreten Beteiligungsquote wurden allerdings nicht veröffentlicht.
Destinus könnte zum entscheidenden Werttreiber werden
Das größere Kurspotenzial könnte jedoch an anderer Stelle im Portfolio schlummern.
Destinus ist die größte Defence-Tech-Beteiligung von Mountain Alliance.
Und genau hier wird es spannend.
Montega verweist auf Medienberichte unter anderem von Bloomberg, Handelsblatt und Börsen-Zeitung, wonach Destinus eine Pre-IPO-Finanzierungsrunde sowie einen möglichen Börsengang in Amsterdam vorbereitet.
Nach Darstellung der Analysten liegt die dabei in Medienberichten genannte Zielbewertung deutlich über jenem Niveau, zu dem Mountain Alliance ursprünglich investiert hat.
Sollte sich eine entsprechend höhere Bewertung tatsächlich materialisieren, könnte daraus eine bislang nicht im NAV berücksichtigte Wertsteigerung der Destinus-Beteiligung entstehen.
Montega spricht deshalb von potenziellen stillen Reserven innerhalb des Defence-Tech-Portfolios.
Destinus-IPO: Noch ist nichts entschieden
Anleger sollten an dieser Stelle allerdings zwischen Fantasie und bereits gesicherten Fakten unterscheiden.
Ein konkreter IPO-Termin steht nach Kenntnis von Montega bislang ebenso wenig fest wie eine endgültige Bewertung von Destinus.
Die Analysten sehen die Berichte deshalb zwar als Bestätigung ihrer These möglicher stiller Reserven, können den konkreten Effekt auf den NAV derzeit aber noch nicht beziffern.
Genau darin liegt gleichzeitig die Chance und das Risiko der aktuellen Mountain-Alliance-Story: Kommt es tatsächlich zu einer Finanzierungsrunde oder einem Börsengang auf deutlich höherem Bewertungsniveau, könnte der Markt einen neuen Referenzwert für die Beteiligung erhalten.
Bleiben die Pläne dagegen unverbindlich oder verzögern sich, dürfte sich die erhoffte Neubewertung entsprechend verschieben.
Aktie mit fast 50 Prozent Abschlag zum NAV
Unabhängig davon sieht Montega bereits bei der aktuellen Portfoliobewertung eine erhebliche Diskrepanz.
Der zuletzt ausgewiesene NAV zum 31. Dezember 2025 beträgt 5,33 Euro je Aktie.
Dem steht in der Analyse ein Aktienkurs von 2,76 Euro gegenüber.
Damit notiert Mountain Alliance laut Montega mit einem Abschlag von rund 48 Prozent auf den NAV.
Das ist beträchtlich.
Und sollte der Wert der Defence-Beteiligungen tatsächlich höher sein als im bisherigen NAV abgebildet, könnte der rechnerische Bewertungsabschlag sogar noch größer ausfallen.
Genau hier setzt die Investmentthese von Montega an.
Lingoda könnte kurzfristig noch wichtiger werden
Trotz der neuen Defence-Fantasie ist Destinus nach Einschätzung der Analysten allerdings nicht zwingend der kurzfristig wichtigste Kurstreiber.
Diese Rolle kommt weiterhin Lingoda zu.
Montega bezeichnet einen möglichen Lingoda-Exit ausdrücklich als den bedeutendsten kurzfristigen Kurstreiber für Mountain Alliance.
Damit besitzt die Investmentstory aktuell zwei unterschiedliche Ebenen: Ein erfolgreicher Lingoda-Exit könnte kurzfristig Werte realisieren, während Destinus und der weitere Aufbau des Defence-Tech-Portfolios eher für zusätzliches mittel- bis langfristiges Neubewertungspotenzial sorgen.
Diese Kombination könnte für die Aktie interessant werden, wenn aus bislang überwiegend bilanziellen Beteiligungswerten tatsächlich sichtbare Transaktionswerte entstehen.
Montega sieht europäische Verteidigungsausgaben massiv steigen
Unterstützt wird die neue Strategie durch das veränderte politische und wirtschaftliche Umfeld.
Montega geht von strukturell steigenden europäischen Verteidigungsausgaben aus und sieht langfristig ein mögliches jährliches Volumen von 500 bis 680 Milliarden Euro, gegenüber rund 329 Milliarden Euro auf dem derzeitigen Niveau der Analyse.
Mountain Alliance versucht, sich mit Beteiligungen an spezialisierten Technologieunternehmen frühzeitig innerhalb dieses Wachstumsmarktes zu positionieren.
Der Investmentansatz konzentriert sich dabei auf skalierbare digitale Geschäftsmodelle. Die übliche Haltedauer einer Beteiligung liegt nach Angaben in der Studie bei drei bis fünf Jahren. Durch Exits sollen wiederum Mittel für neue Investments generiert werden.
Kursziel 4,50 Euro – Montega bleibt bei „Kaufen“
Montega sieht durch die jüngsten Entwicklungen keinen Grund, die positive Einschätzung zu verändern.
Das Analysehaus bestätigt die Empfehlung „Kaufen“ und das Kursziel von 4,50 Euro.
Gegenüber dem zugrunde gelegten Kurs von 2,76 Euro entspricht das einem theoretischen Potenzial von rund 63 Prozent.
Bemerkenswert ist dabei, dass das Kursziel von 4,50 Euro sogar noch unter dem zuletzt ausgewiesenen NAV von 5,33 Euro liegt.
Die Analysten argumentieren, dass die zunehmende Zahl potenziell wertsteigernder Defence-Tech-Beteiligungen den hohen Abschlag zum NAV immer weniger gerechtfertigt erscheinen lässt.
Einordnung für Anleger: Wann werden die stillen Reserven sichtbar?
Mountain Alliance entwickelt sich zunehmend von einer klassischen Beteiligungsgesellschaft für digitale Geschäftsmodelle zu einer Defence-Tech-Story.
Das eröffnet Chancen, erhöht aber auch die Abhängigkeit von Bewertungen einzelner Beteiligungen.
Der entscheidende Punkt für Anleger lautet deshalb: Wann werden die vermuteten Werte tatsächlich sichtbar?
Ein Destinus-IPO zu einer deutlich höheren Bewertung wäre hierfür ein starkes Signal. Noch unmittelbarer könnte ein erfolgreicher Lingoda-Exit wirken.
Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass sich potenzielle Wertsteigerungen bei nicht börsennotierten Beteiligungen nur schwer exakt bestimmen lassen. Montega selbst betont, dass konkrete Bewertungs- und NAV-Effekte aus den aktuellen Entwicklungen noch nicht quantifizierbar sind.
Genau deshalb könnten künftige Finanzierungsrunden und Exits für die Aktie besonders wichtig werden: Sie würden erstmals konkrete Marktpreise für bislang nur indirekt bewertete Beteiligungen liefern.
Fazit: Mountain Alliance – schlummern hier größere stille Reserven?
Die Mountain-Alliance-Story wird spannender.
Mit Evolved Aerospace wächst das Defence-Tech-Portfolio weiter. Gleichzeitig könnte ein möglicher Destinus-Börsengang zeigen, ob in den Büchern tatsächlich größere stille Reserven schlummern.
Hinzu kommt der massive Bewertungsabschlag: 2,76 Euro Aktienkurs stehen einem zuletzt ausgewiesenen NAV von 5,33 Euro je Aktie gegenüber. Montega sieht deshalb 4,50 Euro als Kursziel und damit 63 Prozent Potenzial.
Der Schlüssel für eine nachhaltige Neubewertung dürfte jedoch nicht allein in neuen Beteiligungen liegen. Mountain Alliance muss zeigen, dass aus den Beteiligungswerten auch realisierbare Exit-Werte werden.
Ein Lingoda-Verkauf könnte dafür kurzfristig den ersten Impuls liefern. Ein erfolgreicher Destinus-IPO wäre möglicherweise der deutlich größere Hebel für die neue Defence-Tech-Story.
Hinweis zur Studie: Bei der zugrunde liegenden Montega-Publikation handelt es sich um emittentenfinanziertes Research. Montega erhält für die Erstellung von Finanzanalysen zu Mountain Alliance eine Vergütung. Für Mountain Alliance weist die Studie zudem die Offenlegungstatbestände 1, 5, 8 und 9 aus.














