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mdax news nebenwerte magazin04.05.2020 - Die freenet AG (ISIN: DE000A0Z2ZZ5) hat gestern ein wenig überrascht - gutes Quartal 1, Guidance bleibt erreichbar, aber einmalig soll die Dividende für 2019 gestrichen werden. Warum? Die Begründung spricht für das Management - die Refinanzierung von 700 Mio. Schuldscheindarlehen stehen dieses Jahr an und für den Fall einer verschärften Situation im Finanzsektor - einer zweiten Finanzkrise? - will man die Refinanzierung mit einer erhöhten Liquidität begegnen. Für die Aktionäre, die fest mit der Dividende als "zweites Einkommen" gerechnet haben sollten, ein unerwartetes und einschneidendes Ereignis. Für das Unternehmen eine Risikominimierung - man hätte natürlich ein potentielles "Nachholen" der Dividende ankündigen können beim Vorliegen gewisser Voraussetzungen... 

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DIC Asset, Deutsche Wohnen und Corestate - Immobilienwerte mit unterschiedlichem Risikoprofil

Stabilus - belastetes Ergebnis

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Teil2: Wirecard, Encavis und Evotec - nwm war auch nicht so übel

Teil3: PNE, SBF und Dic Asset - Michael C. Kissig eine Woche später eingestiegen, auch besser als die Indizes

Quartal 1 Zahlen

Die Umsatzerlöse liegen im ersten Quartal 2020 mit 648,8 Millionen Euro über dem um MOTION TM bereinigten Umsatzniveau des Vorjahres (Q1/2019: 622,4 Millionen Euro). Verantwortlich für den Anstieg war die Umsatzentwicklung im Segment Mobilfunk. Das EBITDA der ersten drei Monate lag mit 104,2 Millionen Euro um 3,4 Prozent niedriger als im Vorjahresvergleichsquartal (Q1/2019: 107,9 Millionen Euro). Die negative Abweichung von 3,7 Millionen Euro ist im Wesentlichen auf nachlaufende Effekte der seit dem 15. Mai 2019 effektiven Regulierung von International Calls/ Roaming zurückzuführen (regulatorische Effekte: -5,0 Millionen Euro). Das EBITDA ohne Berücksichtigung regulatorischer Effekte und MOTION TM stieg hingegen leicht um 1,9 Millionen Euro auf 109,2 Millionen Euro (Q1/2019: 107,4 Millionen Euro) an.

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Kein 5G Netzabenteuer

Anders als 1&1 Drillisch scheint man sich als Mobilfunkprovider ohne eigenes Netz wohl zu fühlen und fokussiert die zukünftigen Ertragsfelder eher in Richtung TV und Medien. In diesem Segment gibt es neben Schatten (freenet TV-Kunden) einen Wachstumsmarkt: Das IPTV-Produkt waipu.tv. Das setzte nach wie vor seine positive Entwicklung fort und übertraf bereits zum 30. September 2019 mit rund 366.000 Abonnenten die für das Gesamtjahr 2019 prognostizierte Anzahl zahlender Kunden von über 350.000 Kunden. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 163.400 Kunden (30. September 2018: 202.400 Abo-Kunden).

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Man trennt sich vom Margenschwachen Hardwaregeschäft

In diesem Zusammenhang beschloss die Unternehmensleitung sich per Ende Dezember 2019 von der 51-prozentigen Beteiligung an der MOTION TM Vertriebs GmbH, Troisdorf, zu trennen und die Geschäftsanteile zu einem Verkaufspreis von 7,0 Millionen Euro (davon 0,0 Millionen Euro im Free Cashflow) an die Altgesellschafter zurückzugeben. Strategische Gründe wie etwa fehlende Einkaufssynergien, größere Ausfallsrisiken verbunden mit der Zunahme des Handelsvolumens und die charakteristische Margenschwäche des Hardwaregeschäfts haben den Vorstand zu diesem Schritt bewogen. Der externe Umsatzbeitrag aus dem Geschäft belief sich im Jahr 2019 auf 323,5 Millionen Euro und der EBITDA-Beitrag auf rund 2,6 Millionen Euro (0,8 Prozent EBITDA-Marge) bei einem kumulierten Free Cashflow von -0,2 Millionen Euro in den Jahren 2017 bis 2019.

Die wichtige sunrise Beteiligung - wozu? Wieviel? Wie lange?

Das Ende eines verbissenen Kampfes kam am 22.10.2019 in kurzen Worten: "Sunrise stimmt einem weiteren Zusatz des Aktienkaufvertrags («Share Purchase Agreement») zu, mit welchem Liberty Global der Annullation der für den 23. Oktober 2019 geplanten ausserordentlichen Generalversammlung («AGV») zustimmt. Die AGV war geplant, um eine ordentliche Kapitalerhöhung im Umfang von CHF 2.8 Milliarden durchzuführen mittels eines Bezugsrechtsangebots zum Zweck der teilweisen Finanzierung der Übernahme von UPC Schweiz. Die Zustimmung zur Kapitalerhöhung war die letzte Bedingung, um die Übernahme von UPC Schweiz vollziehen zu können. Der Aktienkaufvertrag («Share Purchase Agreement») hat ein «Long-Stop»-Datum per 27. Februar 2020 und bleibt in Kraft bis eine Partei ihn kündigt. Aufgrund klarer Hinweise von Aktionären und der Ankündigung von Freenet, an der AGV gegen die Kapitalerhöhung zu stimmen, ist der Verwaltungsrat von Sunrise zum Schluss gekommen, dass die deutliche Mehrheit der Aktionäre, die ihre Aktien zur Abstimmung an der AGV registriert haben, die Kapitalerhöhung nicht unterstützt."

Selbst das sunrise melden konnte, dass Liberty Global sich mit 500 Mio. an der Sunrise-UPC-Firma beteiligen werde, half letztendlich nicht. Liberty - und das war einer der Hauptkritikpunkte von freenet - wäre bereit gewesen auf die Zukunft des neuen Unternehmens zu setzen. Selbst dieser Schachzug konnte wohl die entscheidenden Stimmen für die Übernahme nicht mobilisieren. Vielleicht. Im Wortlaut heißt es:"Liberty Global made a formal proposal to Sunrise to invest up to CHF 500 million in its upcoming rights issue to finance the acquisition of UPC Switzerland. The investment will take place through the purchase of tradable subscription rights on the market during the rights trading period and the subsequent subscription of newly-issued Sunrise shares."

Die alten Einstiegskurse von rund 73 CHF, die freenet vor rund drei Jahren zahlte, hat der Markt derzeit erreicht - aktuell handelt die Aktie der sunrise communications AG bei 77,30 CHF an der SWX (30.04.2020, 18.48 Uhr). Dividende für 2019 in Höhe von 4,40 CHF erwartet. welchem Zweck diese Beteiligung dauerhaft dienen soll im Portfolio der freenet AG bleibt offen. Werden mit der Beteiligung langfristig strategische Optionen verfolgt? Als reine Anlage erscheint es uns relativ uninteressant - insbesondere rentiert die Aktie niedriger als die derzeitige Dividendenrendite der freenet AG, macht also eigentlich unter diesem Gesichtspunkt wenig Sinn - auch wenn durch Fremdkapital finanziert teilweise mit entsprechendem Leverage.

AUSBLICK

"Zu Beginn des Kalenderjahres waren die Wachstumsprognosen sowohl für die Weltwirtschaft als auch die deutsche Wirtschaft noch mit verhalten positiven Vorzeichen versehen. Doch die Coronavirus-Krise hat weltweit in nahezu allen entwickelten Volkswirtschaften zu massiven Einschnitten in das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben geführt. In welchem Umfang sich der aufgrund des sogenannten Shutdowns induzierte Angebotsschock in eine systemische Wirtschaftskrise übersetzen wird, ist jedoch noch nicht absehbar. Der Telekommunikationsmarkt hat sich bereits während der Finanzkrise 2008/2009 als verhältnismäßig krisenfest und daher weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen erwiesen. Auch in der gegenwärtigen Situation beweist sich die Branche aufgrund der abonnementbasierten Geschäftsmodelle als vergleichsweise defensiver Wirtschaftszweig. Nichtsdestotrotz wirkt sich die Coronavirus-Krise auch auf diesen Sektor aus. Für das eigene Geschäft sieht die freenet Group primär Risiken für das Absatzgeschäft. Der Vorstand ist aber auch unter den gegenwärtigen Umständen von der Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells der freenet Group überzeugt. Ausgehend von der aktuellen Einschätzung der operativen Trends sowie der damit einhergehenden Bewertung der Absatzrisiken sieht das freenet Management daher keine Notwendigkeit die prognostizierten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren anzupassen und bestätigt aus heutiger Sicht die Ende Februar 2020 abgegebene Prognose. Allerdings sind Dauer, resultierende Einschränkungen und Intensität der Krise heute noch nicht abschließend beurteilbar. Selbst, wenn sich die unmittelbaren Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit der freenet Group nicht vollends ändern sollten, könnten im Jahresverlauf makro-ökonomische und gesellschaftliche Veränderungen bzw. Umbrüche zu einer Korrektur der gegenwärtigen Einschätzung führen. Die getroffene Prognose ist folglich mit einer höheren Unsicherheit behaftet als noch zu Beginn des Jahres."

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Aktuell (04.05.2020 / 10:31 Uhr) notieren die Aktien der freenet AG im Frankfurter-Handel im Minus mit -2,18 EUR (-12,63%) bei 15,12 EUR.Auch diese Aktie können Sie für nur 4,00 EUR auf Smartbroker handeln.


Chart: freenet AG | Powered by GOYAX.de

Weitere Informationen

  • ISIN: DE000A0Z2ZZ5

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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