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Der größte deutsche Immobilienkonzern Vonovia SE hat für die Deutsche Wohnen AG ein Übernahmeangebot angekündigt.

Für rund 14 Mrd. EUR, inklusive der Schuldenübernahme, will man den Konkurrenten aufkaufen. Bedingung für das Übernahmeangebot ist allerdings, dass die geplante Fusion mit der LEG Immobilien AG (ISIN: DE000LEG1110) von den Aktionären auf der Hauptversammlung am 28. Oktober abgelehnt wird. Die Deutsche Wohnen AG (ISIN: DE000A0HN5C6) hat für die LEG 4,62 Mrd. EUR in Aktien geboten. Das Bundeskartellamt hat der Fusion bereits ohne Auflagen zugestimmt.

Die erst vor kurzem in den DAX aufgestiegene Vonovia SE (ISIN: DE000A1ML7J1) sieht den Zusammenschluss mit der Deutsche Wohnen als strategisch sinnvoller an, als dessen Fusion mit der LEG Immobilien. Die Integrierung des Portfolios der Deutsche Wohnen mit 140.000 Wohnungen sei einfacher zu vollziehen als bei der im Vorjahr übernommenen Gagfah. Zudem ergänze dieses das eigene Portfolio mit rund 370.000 Wohnungen idealerweise, da die Immobilien der Deutsche Wohnen sich auf ganz Deutschland verteilen, während die LEG Immobilien ausschließlich in Nordrhein-Westfalen über Immobilien verfügt.

Die Synergieeffekte aus einer Übernahme werden auf jährlich 84 Mio. EUR Brutto geschätzt. Laut Vonovia sollen rund 30% der Aktionäre beider Unternehmen ohnehin im jeweils anderen Unternehmen investiert sein. Offizielle Gespräche zwischen Vonovia und der Deutsche Wohnen gab es aber noch nicht, sie sollen so schnell wie möglich folgen. Seitens der Deutsche Wohnen und der LEG Immobilien gab es noch keine Stellungnahme zu dem Angebot.

Das Angebot der Vonovia, bis vor kurzem noch als Deutsche Annington firmierend, umfasst 7 eigene Aktien und 83,14 EUR in Bar für 11 Aktien der Deutsche Wohnen. Ersten Aussagen von Händlern zufolge sei das Angebot jedoch wenig attraktiv. Die geplante Kapitalerhöhung für die Finanzierung würde den Preis der Aktien senken. Zudem könnte die niedrige Prämie durch Kursverluste schnell zunichte gemacht werden. Auch die Synergieeffekte seien zu gering und würden die hohe Verschuldung nach der Übernahme nicht wettmachen. Eine Nachbesserung des Angebots wäre somit denkbar.

Für Vonovia bietet sich bei einer Übernahme die Chance das Entstehen eines größeren Konkurrenten zu verhindern. Nach der Fusion der Deutsche Wohnen, dem bereits zweitgrößten Immobilienunternehmen in Deutschland, mit der LEG Immobilien würde sich das Portfolio auf 250.000 Wohnungen belaufen.

Die großen Unternehmen der deutschen Immobilienbranche sind durch die zunehmende Konsolidierung gezwungen durch Übernahmen zu wachsen. Im vergangenen Jahr hatte Vonovia bereits die Gagfah für 3,9 Mrd. EUR übernommen. Die Deutsche Wohnen hatte 2013 die GSW aufgekauft und im Juni dieses Jahres über eine Kapitalerhöhung 900 Mio. EUR an neuem Kapital für Zukäufe besorgt.

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Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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