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Die Commerzbank AG (ISIN: DE000CBK1001) ist bekanntlich im Umbau - die "Führungsmannschaft" aus CEO und Aufsichtsratschef "schmissen das Handtuch", wenn auch mit Ablaufdatum wohl auch auf Druck von Cerberus und .fehlender Unterstützung des anderen Grossaktionärs: Dem Bund. Und jetzt kommen Quartalsergebnisse, die der Coronakrise trotzen.

Die Commerzbank hat im Q2 trotz deutlich höherer Belastungen aus Wertberichtigungen/"Risikoergebnis"(Minus 469 Mio. EUR, Coronaeffekt davon minus 131 MioEUR, Einzelfall 175 mio. EUR).) einen Operativen Gewinn von 205 Millionen Euro erzielt. Die Bank verzeichnete eine insgesamt stabile Entwicklung im Kundengeschäft. So steigerte das Firmenkundensegment dank eines guten Kapitalmarktgeschäfts die Erträge leicht. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden verzeichnete die Bank vor allem über ihre digitalen Angebote weiteres Wachstum bei Kunden sowie Kredit- und Wertpapiervolumen. Insgesamt steigerte die Bank die Erträge im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast 7 %. Hier spiegeln sich ein deutlicher Anstieg des Provisionsergebnisses und Aufholungen bei Bewertungseffekten wider. Letztere hatten das Vorquartal stark belastet und haben sich wie erwartet teilweise erholt. Die Operativen Kosten senkte die Bank um 3,3 %. So weit so gut. Weder eine deutliche Kostenreduktion, sondern die angekündigte langsame "Abschmelzung" des Kostenapparates, noch hohe Kreditausfälle aufgrund der Corona-Krise, aber hier werden die Pleiten wohl erst im Herbst eine wesentlich höhere Rolle spielen - also für eine Entwarnung zu früh. Insgesamt: Gutes Ergebnis, aber nicht die erhoffte Antwort für Cerberus, wann es "endlich aufwärts geht mit der Commerzbank".

"Wir haben im zweiten Quartal trotz Corona ein positives Ergebnis erzielt und konnten unsere Kunden tatkräftig bei der Bewältigung der Pandemiefolgen unterstützen. Das hat in diesen Zeiten oberste Priorität", sagte Martin Zielke, Noch-Vorstandsvorsitzender der Commerzbank. "Dabei zahlt sich für uns aus, dass wir die Bank in den vergangenen Jahren viel robuster und digitaler aufgestellt haben."

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Ausblick - Konzernminus am Ende des Jahres

Die Erweartungen sind hier vorsichtig, die drohende "Pleitewelle" wird in weiteren erhöhten negativen Risikoergebnisbeiträgen berücksichtigt, die Kosten der Restrukturierung sollen insgesamt den Konzern ins Minus drücken am Ende des Jahres und man erwartet ein Stagnieren beim umsatz für 2020: "Unter den Annahmen, dass es zu keinem zweiten Lockdown kommt, sich die wirtschaftlichen Aktivitäten schrittweise wieder erholen und sich die staatlichen Hilfsprogramme als wirksam erweisen, erwartet die Bank in diesem Jahr weitgehend stabile Erträge im Kundengeschäft des Segments Privat- und Unternehmerkunden, während im Firmenkundensegment mit stärkeren Corona-Effekten zu rechnen ist. Die Bank setzt ihr Kostenmanagement fort und strebt eine Kostenbasis inklusive der IT-Investitionen leicht unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2019 an. Beim Risikoergebnis erwartet die Commerzbank Belastungen zwischen 1,3 Milliarden und 1,5 Milliarden Euro. Damit rechnet die Bank unter Berücksichtigung von möglichen Restrukturierungsaufwendungen für dieses Jahr mit einem negativen Konzernergebnis."

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Personalkarrussel

Beim Aufsichtsratschef hat sich noch mal die "alte Struktur" mit dem Bund durchgesetzt: Ein Vertreter aus dem Landesbankenlager (LBBW) ohne Erfahrung im Führen einer börsennotierten Gesellschaft/Bank - was ihm Cerberus auch zum Vorwurf machte - übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz. Montag im Anschluss an die entscheidende AR-Sitzung in knappen Worten mitgeteilt: "In seiner heutigen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Commerzbank AG Hans-Jörg Vetter zum künftigen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Die Wahl steht unter der Bedingung der noch ausstehenden gerichtlichen Bestellung zum neuen Mitglied des Gremiums. Die gerichtliche Bestellung wird in den nächsten Tagen erwartet."

Spannender wird der neue CEO. Wird es hier die hausinterne Lösung geben, über die wild spekuliert wird oder vielleicht doch "frischer Wind" von außen? Cerberus wird für sein Nachgeben beim ar-Chef bestimmt hier lauter seine Vorstellungen artikulieren. Ob das reicht für einen "Neuanfang"? Spannende Zeiten voraus - jedenfalls ist das Anfang Juli entstandene Machtvakuum noch nicht gelöst - und jeder Tag bedeutet einen weiteren verlorenen Tag, wenn man es dramatisieren will. Oder man hält teilweise im Aktionariat  Zielkes Weg für den richtigen und hat deshalb keine Eile... Der neue Ar-Chef ist hier gefordert, die widerstreitenden Inetressen und Ansichten auszugleichen und schnell eine kapitalmarktgeeignete Lösung zu präsentieren...

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Vorgeschichte des Vakuums

Es rumorte um die Commerzbank seit Jahren, seit Monaten lauter - die durch Staatsmittel gerettete Bank erwies sich als langsamer erholend als gehofft oder zwischenzeitig immer wieder mal angekündigt. Während der Staat den Wertverlust seiner Beteiligung an der Bank scheinbar klaglos hinnimmt, hat sich ein Hedgefonds engagiert und dem scheint sein Investment nicht egal zu sein. immer wieder Forderungen. Der namensgebende Höllenhund Cerberus ist Programm, man erwies sich als bissig und mittlerweile am Ende der Geduld. Mit gut 5% Beteiligung hat Cerberus ein starkes Interesse an einer positiven Kursentwicklung und hat sich in den letzten Monaten immer mehr zu einer aggressiveren, fordernderen  Haltung durchgerungen. Eskaliert ist der Konflikt im Umfeld  einer angesetzten und dann abgesagten Aufsichtsratssitzung (eigentlich für den 01.07.2020 terminiert) - es ging um Stellenabbau, Filialschließungen, die Börsenzeitung geht von bis zu 11.000 Stellen und 400 Filialen aus. Das wäre ein kräftiger Kahlschlag. Darüber entbrannte Streit zwischen den Arbeitnehmervertretern im Aufischtsrat und "dem Rest". Verdi-Vertreter bemängelten eine Kommunikation/Absprache  zwischen den Anteilseignern Bund und Cerberus über zukünftige Strategien ohne den Aufsichtsrat zu involvieren

Dann platzte die Bombe, doppelt

Kritik an der Vorbereitung und Zuarbeit für die Aufsichtsratssitzung seitens des Vorstands, Unzufriedenheit und Ungeduld von Cerberus und wahrscheinlich auch "Ermüdungserscheinungen" führten dann zum platzen der Bombe am Freitag: "Der Präsidial- und Nominierungsausschuss hat beschlossen, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, die Bestellung von Martin Zielke zum Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzenden der Commerzbank AG einvernehmlich zu einem zwischen Martin Zielke und dem Aufsichtsrat noch festzulegenden Datum, spätestens jedoch mit Ablauf des 31. Dezember 2020 zu beenden. Der Aufsichtsrat wird dazu in seiner Sitzung am 8. Juli 2020 einen Beschluss fassen.

Stefan Schmittmann hat heute in der Sitzung des Präsidial- und Nominierungsausschusses des Aufsichtsrats angekündigt, sein Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum 3. August 2020 niederzulegen."

 

Die Bank verliert so eigentlich "ihre Köpfe" - der in den Augen vieler Kapitalmarktbeobachter langsame, zu langsam(?) Umbau der Commerzbank zu einer Bank, die auch wieder Geld verdienen kann, hat seine nächsten Opfer gefordert. Was heisst das nun? Man wird neue Köpfe finden müssen, die möglicherweise "unbefleckt" und ohne Altlasten die neue digitalere Commerzbank "neu schaffen" könnten. Das Konzept der digitalen Mittelstandsbank mit starkem Privatkundengeschäft - über Jahre entwickelt - wird wohl im Kern Bestand haben. Ein kompletter Strategieschwenk erscheint unwahrscheinlich. Die Stellschrauben werden wohl anders gesetzt werden. Neue Köpfe könnten eine notwendige Aufbruchstimmung schaffen und die schwierige Integration der erfolgreichen, digitalen Onlinebank comdirect in die anzugtragende alte Dame zu einem Erfolg führen. Kulturen müssen zusammengeführt werden, ohne den Spirit der "digitalen Quickborner" zu zerstören oder zu bremsen. Denn dieser Zusammenschluss scheint sinnvoll und möglicherweise Basis für weiteres, margenstärkeres Wachstum.

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Das Geld dafür sollte da sein.  Die EK-Ausstattung der Bank war vor der Covid 19-Krise eigentlich zufriedenstellend (13,4% EK-Quote). Trotz des gemeldeten Quartalsverlustes für Q1 blieb die Kernkapitalquote bei starken 13,2% (angestrebte  Mindestquote liegt für die Commerzbank bei 12,5%) - der Verkauf der polnischen Tochter machte auf jeden Fall in Form eines Notverkaufs keinen Sinn und es besteht derzeit auch kein zwingender Grund, nachdem die Commerzbank am 08.06. sich in einem ersten Schritt erfolgreich 1,25 Mrd EUR durch eigenkapitalergänzende TIER1 -Anleihen am Markt "besorgt" hatte: "Die Commerzbank AG hat die erste AT-1-Anleihe aus ihrem neuen Emissionsprogramm für zusätzliches Kernkapital (Additional-Tier-1-Kapital, AT 1) erfolgreich begeben. Die Anleihe hat ein Volumen von 1,25 Milliarden Euro und einen festen Kupon von 6,125 % pro Jahr."(08.06.2020, CN CoBk)

Brandbrief von Cerberus zeigte Wirkung - leicht verzögert

Am 09.06.2020 gab es einen fünfseitigen Brief des Aktionärs Cerberus an die Führung der Commerzbank - "zufällig" an die Presse geraten" - neben der Forderung nach zwei Sitzen im Aufsichtsrat ging es um eine Generalabrechnung über die gemachten Fehler des Managements, den "desaströsen" Ergebnissen und das Nichteingreifen und Nichthandeln der Führungsgremien, sowohl beim Aufischtsrat, als auch beim operativ verantwortlichen Vorstand. Die Kostenbasis sei zu hoch und ein Hineinwachsen durch Wachstum in diese der vollkommen falsche Ansatz. Cerberus hat über 400 Mio. EUR seit dem Engagement in die Commerzbank an Buchverlusten auflaufen sehen und will/muss für seine Anleger ebenfalls Performance liefern. Eigentlich nachvollziehbar. Fehlende Visionen, fehlende Bereitschaft zu grundlegenden Änderungen wurde bemängelt. LETZTENDLICH ERFOLGREICH. CEO - weg. AR-Chef geht auch. Spannende Zeiten voraus bei der Commerzbank. Unsichere Zeiten für die Mitarbeiter. Zeit für einen "mitnehmenden" und führenden neuen Mann an der Spitze. Der wird kommen - von Außen wahrscheinlich. Alles andere wäre schwer als Neuanfang zu vermitteln oder?

Am 30.07.2020 zeigte die Comdirect nochmals eindrücklich, was die Commerzbank von ihr lernen kann

Da wurde nämlich das Quartalsergebnis für die ersten sechs Monate des Jahres 2020 veröffentlicht: Rekorde trotz bereits reduzierten Marketingaufwendungen. Da kommt ein erfolgreicher, neuer Wind in die Commerzbank. Hoffentlich nimmt die "alte Dame" etwas davon auf und wird wirklich den Weg zur Commerzbank 5.0 so stemmen können. Die Kundenzahl erhöhte sich im ersten Halbjahr um 172 Tausend Netto-Neukunden (Vorjahr: 128 Tausend) auf 2,91 Millionen per Ende Juni 2020. Mit einem Plus von 196 Tausend auf 1,76 Millionen legte die Zahl der Depots besonders kräftig zu. Die Anzahl der Girokonten stieg um 54 Tausend auf 1,75 Millionen. Trotz der rückläufigen Kurswerte an den Börsen, die sich auch negativ auf die Depots der comdirect Kunden auswirkten (-3,3 Milliarden Euro), kletterte das betreute Kundenvermögen im Halbjahreszeitraum um 8 Prozent auf 86,8 Milliarden Euro im Vergleich zu 80,2 Milliarden Euro zum Jahresende. Die Nettomittelzuflüsse lagen mit 10,0 Milliarden Euro bei einem neuen Höchstwert - davon wurden 6,7 Milliarden Euro ins Depot investiert (Vorjahr: 3,4 Milliarden Euro). Hegemann dazu: "Die Zahlen zeigen auch, dass sich die Kunden in den letzten Monaten verstärkt mit dem Thema Wertpapieranlage auseinandergesetzt haben. Viele haben die Volatilität genutzt, um verstärkt zu investieren oder sogar erstmals an der Börse einzusteigen."

Aktuell (05.08.2020 / 07.55 Uhr) notieren die Aktien der Commerzbank AG im Xetra-Handel zum Schluss Dienstag nahezu unverändert bei 4,54 EUR. Auch diese Aktie können Sie bereits ab 0,00 EUR auf Smartbroker handeln.

Weitere Informationen

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