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Die Scout24 AG (ISIN: DE000A12DM80) ist bekannt für hohe Wachstumszahlen und ein hohes EBIDTA - Frage war nur was macht man mit Autoscout24.com?

Dass ist jetzt geklärt: Verkaufen. Der Preis ist gut, aber die Frage bleibt natürlich: Wenn Hedgefonds etwas zu einem hohen Preis kaufen, erwarten Sie doch trotzdem einen wesentlich höheren zukünftigen Verkaufspreis. Und diesen hätte Scout24 nicht heben können? Interessant ist, dass genau diejenigen, die einen Verkauf des Assets gefordert hatten, jetzt die Käufer sind. Egal, Scout24 hat geprüft, wie es ja noch bei Vorlage der Q3-Zahlen hiess, Tobias Hartmann, CEO der Scout24 AG, hielt damals noch die Spannung aufrecht: "(...) Wir haben mit der Prüfung der strategischen Optionen für AutoScout24 begonnen.".

Und jetzt ein sehr schnelles Ergebnis: Die Scout24 AG hat mit Tochtergesellschaften von Hellman & Friedman LLC eine Vereinbarung über den Verkauf von 100% der Anteile an den digitalen Marktplätzen AutoScout24, FinanceScout24 und Finanzcheck (zusammen „AutoScout24“) getroffen. AutoScout24 wird mit ca. 2,9 Mrd. Euro bewertet, was einem Multiplikator von 26,1x des EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit der letzten zwölf Monate per September 2019 entspricht. VIEL, ABER IN ANBETRACHT DES KRÄFTIGEN WACHSTUMS UND EINER MARGE ÜBER 60% MEHR ALS ANGEMESSEN - es gibt börsennotierte Portale, die zu einem höheren Multiple gehandelt werden.

Warme Worte

Tobias Hartmann, CEO von Scout24: „Wir haben eine Reihe von Optionen für die Zukunft von AutoScout24 geprüft. Hierbei sind wir ergebnisoffen vorgegangen. Durch die Transaktion schaffen wir einen erheblichen Wert für Scout24 und seine Aktionäre. Zudem können wir unsere marktführende Plattform ImmoScout24 noch fokussierter ausbauen. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit H&F ein passendes neues Zuhause für AutoScout24 gefunden haben. Dies ist auch im Interesse unserer engagierten und motivierten Mitarbeiter, unserer Kunden und Nutzer sowie anderer Stakeholder. Gleichzeitig freuen wir uns darauf, unsere erfolgreiche Reise mit ImmoScout24 fortzusetzen. Als Marktführer ist ImmoScout24 optimal positioniert, um ein Ecosystem für Immobilien in Deutschland aufzubauen. Wir werden weiterhin in das Geschäft, neueste Technologien sowie unsere Mitarbeiter investieren, um die nächste Phase des Wachstums und der Innovation erfolgreich zu gestalten.”  

Wie gehts weiter mit Scout24 ohne Autoscout mit Sonderdividende - DIE aktuelle Analyse von HEUTE.

Die Kursreaktion an der Börse spricht eher für eine neutrale Aufnahem des Verkaufspreises, man hat mehr erwartet und ob die Alternative Spinn-off mit Börsenlisting nicht für die Stakeholder besser gewesen wäre? Vieles spricht dafür, aber letztendlich ist das was bleibt ebenfalls wachstumsstark und bietet Perspektiven - aber wie gesagt, ob diese Art des verkaufs zwingend war, könnte man mit einem Fragezeichen versehen. Jedenfalls haben diejenigen, die einen Verkauf forderten auch zugegriffen - welch ein Zufall.

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Dr. Hans-Holger Albrecht, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Scout24: „Der Aufsichtsrat hat sich mit den Empfehlungen der strategischen Überprüfung gründlich befasst und stimmt der Entscheidung des Vorstands zu, AutoScout24 an H&F zu verkaufen. Diese Entscheidung ist das Ergebnis eines strukturierten und sorgfältigen Prozesses, der darauf abzielt, das volle Potenzial unserer marktführenden Plattformen auszuschöpfen. Wir sind davon überzeugt, dass dies im Interesse des Unternehmens, seiner Aktionäre, Nutzer, Mitarbeiter sowie anderer Stakeholder liegt und eine erfolgreiche Zukunft für AutoScout24 und die Scout24-Gruppe sicherstellen wird.” 

Blake Kleinman, Partner bei Hellman & Friedman: „Wir kennen AutoScout24 seit vielen Jahren. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Team, um auf den Erfolgen aufzubauen, die wir gemeinsam in der Vergangenheit erzielt haben. Wir sind fest überzeugt von AutoScout24 und seiner starken Kundenorientierung. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Händlern, um bei der weiteren Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle wertschöpfende Marketinglösungen anzubieten. Wir werden AutoScout24 dabei unterstützen, von den vielen vorhandenen Wachstumschancen zu profitieren.“ 

„Wir freuen uns, unsere Partnerschaft mit AutoScout24 wieder aufzunehmen. Wir danken Hans-Holger Albrecht und dem Aufsichtsrat sowie Tobias Hartmann und dem gesamten Scout24-Vorstand herzlich für die Möglichkeit, das Unternehmen erneut zu unterstützen. Diese Transaktion ist ein hervorragendes Ergebnis für Scout24, seine Aktionäre sowie für AutoScout24“, ergänzte Patrick Healy, CEO von Hellman & Friedman.  

Gibt Geld für die Aktionäre

Scout24 plant, Kapital an seine Aktionäre auszuschütten. Der genaue Betrag, die Struktur und der zeitliche Ablauf einer solchen Maßnahme wird zu gegebener Zeit beschlossen und kommuniziert. Die Ausschüttung unterliegt der Zustimmung des Aufsichtsrats und der Aktionäre. Zur Einhaltung von Covenants aus bestehenden Kreditvereinbarungen wird ein Teil des Erlöses zur Rückführung von Kreditverbindlichkeiten verwendet.

Konzernentwicklung jedenfalls im Plan - die Perle Autoscout ist weg, wird die Zahlen zukünftig "eine Nummer" kleiner machen

Scout24 hat sich auch im dritten Quartal 2019 erfolgreich entwickelt. Der Konzernumsatz konnte um 15,6% auf 155,6 Millionen Euro (Q3 2018: 134,6 Millionen Euro) gesteigert werden. Bereinigt um Konsolidierungseffekte lag die Wachstumsrate bei 11,0% (Umsatz bereinigt Q3 2018: 140,2 Millionen Euro). Beide Werte liegen damit im Rahmen der Jahresprognose (Wachstum zwischen 15,0% und 17,0% bzw. bereinigtes Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren Zehnerprozentbereich).

Das Konzern-EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit erhöhte sich im dritten Quartal 2019 um 9,8% auf 82,5 Millionen Euro (Q3 2018: 75,1 Millionen Euro; bereinigt: 73,3 Millionen Euro). Die bereinigte Wachstumsrate lag bei 12,6%, und damit über dem vergleichbaren Umsatzanstieg. Die EBITDA-Marge aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit erreichte 53,0% und übertraf somit ebenfalls den vergleichbaren (bereinigten) Vorjahreswert (Q3 2018 bereinigt: 52,3%, Q3 2018 berichtet: 55,8%). Auch dieser Wert liegt im Zielkorridor der Jahresprognose (zwischen 52,0 % und 54,0%).

Das EBITDA des Konzerns belief sich auf 71,7 Millionen Euro, ein Zuwachs von 10,5% im Vergleich zum dritten Quartal 2018 (Q3 2018: 64,9 Millionen Euro). Darin sind 10,7 Millionen Euro nicht-operative Kosten (Q3 2018: 10,2 Millionen Euro) enthalten. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Personalkosten aus anteilsbasierten Vergütungen sowie M&A-Kosten zusammen.

Ausblick

Mit den vorgelegten Zahlen über das dritte Quartal und die neun Monate zum 30. September 2019 befindet sich der Konzern weiterhin auf gutem Weg, die Prognose für das Geschäftsjahr 2019 zu erfüllen. Das Umsatzwachstum nach den ersten neun Monaten liegt mit 18,3% über den Erwartungen (Wachstum zwischen 15,0% und 17,0%). Bereinigt betrachtet liegt das Umsatzwachstum mit 12,7% genau im prognostizierten Bereich (im niedrigen bis mittleren Zehnerprozentbereich). Die EBITDA-Marge aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit befindet sich mit 51,8% auf gutem Weg, den Zielkorridor für das Gesamtjahr 2019 (zwischen 52,0 % und 54,0%) zu erreichen. Die nicht-operativen Kosten belaufen sich nach neun Monaten auf insgesamt 43,0 Millionen Euro und sollten somit die avisierte Größenordnung für das Gesamtjahr (bis zu 50,0 Millionen Euro) einhalten.

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Aktuell (18.12.2019 / 10:23 Uhr) notieren die Aktien der Scout24 AG im Münchener-Handel mit einem Minus von -0,15 EUR (-0,26 %) bei 58,10 EUR.

 

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