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Die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA (ISIN: DE0007493991) wurde im gestrigen Handel von einer vehementen Attacke des US-Hedgefonds Muddy Waters Capital heimgesucht.

Das Papier fiel aufgrund eines negativen Berichts von Muddy Waters Research in der Spitze von 54 EUR auf 36,10 EUR, d.h. um -33,15%. Bis zum Handelsschluss erholte sich die Aktie von Ströer teilweise wieder und schloss bei 44 EUR, 10 EUR unter dem Eröffnungskurs. Damit betrug der Kursverlust am Ende des Tages noch immer -18,52%.


Muddy Waters hat sein Ziel erreicht

Gestern erschien der 60 Seiten umfassende Researchbericht, welcher das Geschäftsmodell und die von Ströer angegebenen Wachstumsaussichten, vor allem im Digitalen Segment, stark in Zweifel stellte.

Zu Beginn der „Analyse“ wies Muddy Waters jedoch auf Folgendes hin: „The fund Muddy Waters manages is short in Ströer and for this reason there might be a conflict of interest.“
Mit der gestrigen Attacke, ausgelöst durch den negativen Bericht zu Ströer, dürfte der Hedgefonds mit seiner Shortposition abermals richtig Kasse gemacht haben.

Bereits im Dezember 2015 sorgte Muddy Waters mit einem ähnlichen Vorgehen seinerzeit für einen Kurseinbruch bei der Aktie der französischen Supermarktkette Casino. Dort hieß das Urteil, dass Casino „gefährlich hoch verschuldet“ und das „am stärksten überbewertete und missverstandene Unternehmen“ sei. Das Kursziel benannte Muddy Waters damals bei 6,91 EUR. Natürlich war der Hedgefonds auch hier mit Shortpositionen eingedeckt und profitierte von dem „initiierten“ Kursdesaster. Die Aktie von Casino notiert aktuell übrigens bei 52,76 EUR, also weit weg vom Kursziel der Experten von Muddy Waters. Dennoch hatte das Papier aber im Zuge der Attacke des Shortsellers deutlich Federn lassen müssen.


Ströer will heute ausführliche Stellungnahme abgeben

Bereits gestern Abend hatte Ströer in einer Pressemitteilung klargestellt, dass die in von Muddy Waters aufgestellten kritischen Behauptungen zum Geschäftsverlauf von Ströer „weit hergeholt, mindestens tendenziös und im Ergebnis völlig haltlos“ sind. Zudem sei das Unternehmen nie von Muddy Waters kontaktiert worden. Ströer teilte zudem mit, dass man rechtliche Schritte prüfen wird.

Heute um 14 Uhr wird das Unternehmen aus Köln darüber hinaus eine Telefonkonferenz abhalten und eine ausführliche Stellungnahme zu den Vorgängen im Zusammenhang mit der Short-Attacke von Muddy Waters abgeben.

Der US-Hedgefonds hatte im Dezember letzten Jahres aggressiv angekündigt, europäische Konzerne aktiv durch Leerverkäufe (Shortselling) attackieren zu wollen.


Ströer mit bestem Jahresstart in der Unternehmensgeschichte  

Gleichzeitig verwies Ströer darauf, dass die Geschäftsaussichten weiterhin ausgezeichnet sind. Für das erste Quartal erwartet das Multi-Channel-Mediahaus einen organischen Zuwachs von rund +10% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Operativ, so Ströer weiter, ist dem Unternehmen der beste Start in ein Geschäftsjahr seit Bestehen gelungen.

Für das laufende Jahr 2016 geht man von einem Umsatz zwischen 1,1 Mrd. EUR und 1,2 Mrd. EUR aus, während das operative EBITDA zwischen 270 Mio. EUR und 280 Mio. EUR liegen soll. Der Free Cashflow soll derweil in 2016 bei mindestens 125 Mio. EUR liegen.


Aktie dreht weiter ins Plus     

Bereits im Laufe des gestrigen Handelstages konnte die Aktie von Ströer sich nach dem heftigen Rutsch auf 36,10 EUR bis auf ein Kursniveau von 44 EUR erholen.

Im heutigen Handel setzte das Papier seine Erholung fort. Zeitweise stieg der Kurs auf ein Tageshoch von 47,849 EUR und lag damit +8,75% über dem gestrigen Schlusskurs. Zum Mittag notiert die Aktie bei 44,964 EUR, was einem Plus von 0,94% auf Tagesbasis entspricht.

Es ist davon auszugehen, dass der Kurs nach der Stellungnahme weiter zulegen wird. Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass Muddy Waters mit der gestrigen Attacke bereits seine Schäfchen ins Trockene gebracht hat, so dass voraussichtlich kein weiterer Shortangriff seitens des US-Hedgefonds erfolgt.

 


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