Hornbach schlägt die Krise: Umsatz-Explosion im Ausland – doch diese Kosten-Falle bremst den Gewinn!

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Während die gesamte Bau- und Heimwerkerbranche unter der anhaltenden Konsumflaute ächzt, zieht ein Branchenriese einfach auf der Überholspur vorbei: Die HORNBACH Gruppe (ISIN: DE0006083405) hat zum Auftakt des neuen Geschäftsjahres 2026/27 (März bis Mai 2026) Zahlen vorgelegt, die aufhorchen lassen. Der Pfälzer Baumarkt-Konzern knackt die magische Umsatzmarke von 2 Milliarden Euro. Doch trotz des fulminanten Wachstums gibt es für Aktionäre einen dicken Wermutstropfen auf der Ergebnisseite.

Die Konkurrenz guckt in die Röhre: Hornbach schnappt sich Marktanteile

Es sind Zahlen, von denen andere Einzelhändler derzeit nur träumen können. Hornbach steigerte den Konzernumsatz im ersten Quartal um satte 4,9 % auf 2,0 Milliarden Euro. Das Geheimnis dahinter? Die Pfälzer wachsen deutlich schneller als der Markt und jagen der Konkurrenz im In- und Ausland systematisch Marktanteile ab.

Besonders beeindruckend ist der Blick auf die harten Marktdaten (GfK). Nahezu überall legte Hornbach im Vergleich zum Vorjahr kräftig zu:

Land Marktanteil 2025 Marktanteil Jan-Apr 2026
Tschechien 38,6 % 40,1 %
Niederlande 29,7 % 30,4 %
Österreich 17,9 % 18,1 %
Deutschland 15,6 % 16,1 %
Schweiz 14,9 % 15,5 %

Auch der Online-Kanal erweist sich als echter Renditebringer: Das E-Commerce-Geschäft (inklusive Click & Collect) sprang um 9,0 % auf 257,5 Millionen Euro nach oben und macht mittlerweile fast 14 % des Gesamtumsatzes der Baumärkte aus.

Erich Harsch, Vorstandsvorsitzender der HORNBACH Baumarkt AG, bringt es auf den Punkt:

„HORNBACH zeigt sich auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld widerstandsfähig. Wir gewinnen weiter Marktanteile in Deutschland und Europa und profitieren von der Stärke unseres Geschäftsmodells. Mit unserer klaren Fokussierung auf den Kundennutzen und dem konsequenten Dauertiefpreisversprechen schaffen wir Orientierung und Vertrauen.“

Europa-Boom zündet den Umsatz-Turbo

Der eigentliche Wachstumstreiber sitzt aktuell nicht im deutschen Heimatmarkt, sondern im europäischen Ausland. Vor allem in den östlichen Nachbarländern rennen die Kunden den Bornheimer Familienkonzern regelrecht die Bude ein. Hornbach setzt hier auf eine aggressive Expansionsstrategie, um sich frühzeitig die besten Filetstücke im Markt zu sichern.

Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der HORNBACH Management AG, erklärt die Zahlen:

„HORNBACH hat im ersten Quartal ein erfreuliches Wachstum erzielt – trotz eines herausfordernden Konsumumfelds und der anspruchsvollen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Dabei profitieren wir zunehmend von einer starken europäischen Aufstellung. In den Niederlanden, in Tschechien und in der Slowakei verzeichneten wir eine besonders hohe Kundennachfrage, was sich auch in der dynamischen Umsatzentwicklung unseres Europageschäfts widerspiegelt. Mit neuen Standorten wie in Trnava, Slowakei, und weiteren geplanten Expansionen bauen wir unsere Marktposition in diesen attraktiven Wachstumsmärkten konsequent aus.“

Und die Pipeline ist voll: Neben der jüngsten Eröffnung in der Slowakei stehen im laufenden Jahr neue Märkte in Graz (Österreich) und ein Fachmarkt in Beuningen (Niederlande) auf dem Plan. Zudem wird mit Serbien bereits das nächste neue Land erschlossen.

Die Kehrseite des Erfolgs: Wo der Gewinn wegschmilzt

Wer nun allerdings auf explodierende Gewinne gehofft hat, wird beim Blick in die Bilanz enttäuscht. Das operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) trat mit 161,0 Millionen Euro (-0,5 %) nahezu auf der Stelle. Die bereinigte EBIT-Marge sackte folglich von 8,5 % auf 8,0 % ab.

Das Problem ist hausgemacht, aber für das Wachstum unumgänglich: Die Kosten laufen dem Umsatz aktuell hinterher. Der expansionsbedingte Personalaufbau ließ die Personalkosten um 5,5 % nach oben schnellen. Dazu kamen spürbar höhere Ausgaben für die IT-Infrastruktur und Instandhaltungen.

Noch bitterer sieht es unter dem Strich aus: Der Jahresüberschuss sank um 6,3 Millionen Euro auf 104,2 Millionen Euro. Höhere Zinsen für die Finanzierung der Expansion sowie negative Währungseffekte verhagelten das Finanzergebnis. Für Aktionäre bedeutet das konkret: Das Ergebnis je Aktie schrumpfte von 6,62 Euro auf 6,24 Euro.

Dieses Phänomen teilt Hornbach aktuell mit vielen deutschen Nebenwerten aus dem zyklischen Konsumbereich: Der Umsatz stimmt, doch die Inflation und steigende Tariflöhne fressen die Margen auf.

Jahresprognose steht: Was bedeutet das jetzt für die Aktie?

Trotz des Margendrucks bleibt das Management für das restliche Geschäftsjahr voll auf Kurs und bestätigt die Gesamtjahresprognose. Für das Gesamtjahr 2026/27 wird ein Umsatz auf oder leicht über dem Vorjahresniveau (6,4 Milliarden Euro) und ein bereinigtes EBIT in etwa auf dem Niveau von 2025/26 (264,7 Millionen Euro) erwartet.

Das Anleger-Fazit: Hornbach beweist in der Krise echte Steherqualitäten. Während Konkurrenten straucheln, investiert das Unternehmen massiv in die Zukunft und baut seine Marktmacht aus. Der starke operative Cashflow, der auf 198,9 Millionen Euro kletterte, liefert dafür das nötige Fundament. Sobald der Expansionskurs Früchte trägt und sich der Kostendruck normalisiert, dürfte die Hornbach-Aktie für langfristig orientierte Anleger ein hochinteressantes Papier auf dem aktuellen Niveau bleiben.

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