HORNBACH nutzt Hellweg-Insolvenz: Sechs neue Märkte – Expansion nimmt deutlich Fahrt auf

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HORNBACH nutzt die Konsolidierung auf dem deutschen Baumarkt für einen deutlichen Expansionsschritt. Nach der Insolvenz von Hellweg will der Baumarktkonzern sechs Standorte übernehmen und im Frühjahr 2027 als HORNBACH Bau- und Gartenmärkte neu eröffnen.

Damit verdichtet HORNBACH nicht nur sein deutsches Filialnetz, sondern verfolgt parallel seine internationale Expansion weiter. Das mittelfristige Ziel rückt näher: In den kommenden Jahren soll das Netzwerk auf rund 200 DIY-Megastores wachsen.

Für Anleger ist die Transaktion vor allem deshalb interessant, weil HORNBACH bestehende Standorte übernehmen kann, anstatt sämtliche Märkte komplett neu entwickeln zu müssen – und gleichzeitig die Schwäche eines Wettbewerbers zur Gewinnung zusätzlicher Marktanteile nutzt.

Sechs Hellweg-Standorte sollen zu HORNBACH werden

HORNBACH hat Vereinbarungen zur Übernahme von sechs bisherigen Standorten getroffen. Dabei handelt es sich um Märkte in Ahrensfelde, Berlin-Köpenick, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Freiberg in Sachsen und St. Augustin.

Die Übernahme ist für Anfang Dezember 2026 vorgesehen.

Anschließend sollen die Standorte auf das HORNBACH-Konzept umgestellt und als Bau- und Gartenmärkte mit vollständiger Projektausrichtung neu gestaltet werden.

Die Eröffnungen sind für das Frühjahr 2027 geplant.

Ganz abgeschlossen ist die Transaktion allerdings noch nicht. Es stehen sowohl eine Prüfung durch das Bundeskartellamt als auch die gerichtliche Bestätigung des Insolvenzplans aus.

HORNBACH greift in der Branchenbereinigung zu

Strategisch ist der Zeitpunkt bemerkenswert.

Die Insolvenz von Hellweg eröffnet HORNBACH die Möglichkeit, das eigene Filialnetz vergleichsweise kurzfristig an mehreren Standorten auszubauen.

Vorstandschef Erich Harsch macht deutlich, dass HORNBACH die Veränderungen innerhalb der deutschen DIY-Branche gezielt nutzen will, um das eigene Marktnetz zu verdichten und weitere Marktanteile zu gewinnen.

Damit wird aus der Krise eines Wettbewerbers eine Expansionschance.

Statt ausschließlich neue Standorte von Grund auf zu entwickeln, kann HORNBACH auf bereits bestehende Handelsflächen zurückgreifen und diese an das eigene Konzept anpassen.

Mehr Marktanteile in Deutschland

Die sechs neuen Standorte sind auch deshalb interessant, weil sie geografisch breit verteilt sind.

Mit Berlin und Ahrensfelde stärkt HORNBACH seine Präsenz im Großraum der Hauptstadt. Dortmund und Essen erweitern die Position im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen, während Freiberg den sächsischen Markt und St. Augustin das Rheinland ergänzt.

Damit handelt es sich nicht um eine einzelne regionale Akquisition, sondern um eine gezielte Verdichtung des deutschen Filialnetzes.

HORNBACH sieht offenbar weiterhin Potenzial, Marktanteile im Heimatmarkt zu gewinnen – trotz eines insgesamt wettbewerbsintensiven Baumarktgeschäfts.

Gleichzeitig geht die Europa-Expansion weiter

Die Übernahme der Hellweg-Standorte ersetzt die internationale Expansion nicht.

Erst am 11. September eröffnete HORNBACH in Graz-Liebenau den 16. Bau- und Gartenmarkt in Österreich.

Noch 2026 soll zudem ein neuer Fachmarkt für Bodenbeläge in den Niederlanden eröffnen.

Auch ein weiterer Markt wird derzeit vorbereitet: In Serbien laufen Arbeiten für den Bau und die Eröffnung mehrerer neuer HORNBACH-Standorte.

Die Wachstumsstrategie läuft damit auf mehreren Ebenen gleichzeitig – durch organische Neueröffnungen, internationale Expansion und opportunistische Übernahmen bestehender Standorte.

Die Marke von 200 Märkten rückt näher

Zusammen mit den bereits geplanten Neueröffnungen soll sich HORNBACH in den kommenden Jahren der Marke von 200 DIY-Megastores nähern.

Das ist für die langfristige Entwicklung relevant.

Ein größeres Filialnetz kann zusätzliche Skaleneffekte bei Einkauf, Logistik, Marketing und Digitalisierung ermöglichen. Gleichzeitig steigt allerdings der Kapitalbedarf für Umbauten, Warenbestände und den laufenden Betrieb.

Entscheidend wird deshalb nicht allein die Zahl neuer Märkte sein, sondern deren Produktivität.

HORNBACH verweist in diesem Zusammenhang auf eine nach eigener Darstellung branchenführende Flächenproduktivität sowie Marktanteilsgewinne und ein über dem Branchendurchschnitt liegendes Umsatzwachstum.

Übernahme bestehender Märkte bietet Chancen

Die Hellweg-Transaktion unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von klassischen Neueröffnungen.

Die Standorte existieren bereits.

Das kann Vorteile bieten, weil Flächen, Gebäude und lokale Kundenstrukturen grundsätzlich vorhanden sind. HORNBACH muss die Märkte allerdings auf sein eigenes Konzept umstellen.

Wie hoch die dafür notwendigen Investitionen ausfallen und zu welchen wirtschaftlichen Konditionen die sechs Standorte übernommen werden, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Genau diese Informationen wären für eine detaillierte finanzielle Bewertung der Expansion wichtig.

Projektgeschäft bleibt Kern der Strategie

HORNBACH will die übernommenen Standorte nicht einfach unter neuem Namen weiterführen.

Sie sollen auf das eigene Konzept der Projektausrichtung umgestellt werden.

Das Unternehmen positioniert sich traditionell stark bei Kunden, die umfangreichere Renovierungs-, Bau- und Gartenprojekte selbst durchführen oder entsprechende Materialien benötigen.

Vorständin Christa Theurer verweist dabei auf Beratung, Service und die Dauertiefpreisstrategie als zentrale Bestandteile der Positionierung.

Damit soll auch an den übernommenen Standorten nicht allein über den Preis, sondern über Sortiment, Verfügbarkeit und Projektkompetenz differenziert werden.

Was bedeutet die Expansion für HORNBACH?

Kurzfristig dürfte die Übernahme zunächst Kosten verursachen.

Sechs Standorte müssen übernommen, umgebaut, mit Waren ausgestattet und auf die HORNBACH-Systeme sowie das eigene Marktkonzept umgestellt werden.

Ab Frühjahr 2027 sollen daraus jedoch zusätzliche Umsätze entstehen.

Besonders interessant ist, dass HORNBACH nicht auf eine Erholung oder stärkere Nachfrage innerhalb der gesamten Branche wartet, sondern aktiv versucht, Marktanteile aus der laufenden Konsolidierung heraus zu gewinnen.

Wenn es gelingt, ehemalige Hellweg-Kunden an HORNBACH zu binden und die neuen Märkte auf das Produktivitätsniveau des bestehenden Filialnetzes zu bringen, könnte die Transaktion langfristig einen attraktiven Beitrag zum Deutschlandgeschäft liefern.

Einordnung für Anleger

Für Anleger liefert die Nachricht vor allem ein Signal zur Wachstumsstrategie.

HORNBACH beschränkt sich nicht auf die Optimierung des bestehenden Geschäfts. Der Konzern investiert weiter in zusätzliche Standorte und nutzt gleichzeitig Sondersituationen wie die Hellweg-Insolvenz.

Das schafft Wachstumschancen, bringt aber auch Integrations- und Investitionsrisiken mit sich.

Entscheidend wird sein, wie schnell die sechs übernommenen Märkte nach der Eröffnung profitabel arbeiten und welche Investitionen für die Umstellung erforderlich sind.

Hinzu kommt, dass die Transaktion noch unter Vorbehalten steht. Bundeskartellamt und Insolvenzgericht müssen den entsprechenden Schritten noch zustimmen.

Fazit: HORNBACH macht aus der Hellweg-Krise eine Wachstumschance

Die Konsolidierung im deutschen Baumarktgeschäft spielt HORNBACH eine interessante Gelegenheit in die Hände.

Gleich sechs bisherige Hellweg-Standorte sollen übernommen, umgebaut und bereits im Frühjahr 2027 als HORNBACH-Märkte eröffnet werden.

Parallel expandiert das Unternehmen in Österreich, den Niederlanden und Serbien weiter. Damit rückt das Ziel von rund 200 DIY-Megastores zunehmend näher.

Für HORNBACH könnte die Hellweg-Insolvenz damit zum Beschleuniger der eigenen Expansion werden.

Der entscheidende Punkt für Anleger wird jedoch sein, ob aus mehr Verkaufsfläche auch entsprechend mehr profitables Wachstum entsteht. Gelingt es HORNBACH, die übernommenen Standorte schnell auf das eigene Produktivitätsniveau zu bringen, könnte aus der Schwäche eines Wettbewerbers ein nachhaltiger Marktanteilsgewinn entstehen.

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