GFT zündet den KI-Turbo: Auftragsbestand steigt um 18 Prozent – Gewinn wächst schneller als der Umsatz

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GFT Technologies setzt seinen profitablen Wachstumskurs fort und profitiert zunehmend von der hohen Nachfrage nach KI-gestützter Modernisierung, Cloud-Transformation und neuen Banking-Plattformen. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte der IT-Dienstleister nicht nur den Umsatz, sondern verbesserte auch seine Margen und das Ergebnis vor Steuern deutlich.

Besonders im Fokus steht die eigene Agentic-AI-Plattform Wynxx. Sie ist inzwischen bei mehr als 100 Unternehmenskunden im Einsatz und beeinflusst bereits Verträge im Wert von über 144 Millionen Euro. Gleichzeitig legte der Auftragsbestand um 18 Prozent zu und schafft damit eine solide Basis für die zweite Jahreshälfte.

Gewinn wächst stärker als der Umsatz

Der Konzernumsatz von GFT stieg im ersten Halbjahr 2026 um 5 Prozent auf 462,6 Millionen Euro. Auch währungsbereinigt erreichte das Wachstum 5 Prozent.

Deutlich dynamischer entwickelte sich das Ergebnis. Das bereinigte EBIT verbesserte sich um 8 Prozent auf 32,6 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich dadurch von 6,8 auf 7,1 Prozent.

Das Ergebnis vor Steuern legte sogar um 26 Prozent auf 24,0 Millionen Euro zu. Die EBT-Marge stieg von 4,3 auf 5,2 Prozent.

Damit zeigt GFT, dass sich das Wachstum zunehmend auch in einer höheren Profitabilität niederschlägt. Unterstützt wurde die Entwicklung durch eine bessere Personaleffizienz, geringere Büromietkosten und weniger belastende Währungseffekte.

Auch die Kosten für Kapazitätsanpassungen gingen deutlich zurück und beliefen sich im ersten Halbjahr nur noch auf 3,5 Millionen Euro.

Wynxx wird zum echten Umsatztreiber

Die proprietäre KI-Plattform Wynxx entwickelt sich zunehmend von einem strategischen Zukunftsprojekt zu einem messbaren Umsatzfaktor.

Zum Ende des zweiten Quartals wurde die Plattform bei 113 Unternehmenskunden in zwölf Ländern eingesetzt. Der seit der Einführung beeinflusste Vertragswert stieg gegenüber dem ersten Quartal um 38 Prozent auf mehr als 144 Millionen Euro.

Der durch Wynxx beeinflusste Umsatz erreichte im ersten Halbjahr bereits 24,4 Millionen Euro.

Mit der neuen Wynxx Business Process Suite erweitert GFT die Plattform zudem über klassische Softwareentwicklung und IT-Modernisierung hinaus. Die Lösung soll komplette Geschäftsprozesse mithilfe von KI automatisieren und effizienter gestalten.

Zu den ersten Projekten gehört eine KI-gestützte Kreditrisikoplattform für eine europäische Großbank. Insgesamt verfügt die neue Suite bereits über mehr als sechs Kundenreferenzen.

Die Zahlen zeigen, dass GFT beim Thema Künstliche Intelligenz nicht nur auf Beratung setzt. Das Unternehmen baut eigene skalierbare Plattformlösungen auf, die zusätzliche Umsatz- und Margenpotenziale eröffnen können.

Neue Banking-Projekte stärken die Position im Finanzsektor

Das traditionelle Kerngeschäft mit Banken bleibt ein wichtiger Wachstumstreiber.

Gemeinsam mit den Partnern Thought Machine und Engine by Starling gewann GFT sechs neue Programme zur Einführung moderner Kernbankensysteme. Die Projekte verteilen sich auf Deutschland, Kanada, Polen und Thailand.

Auch bei der Modernisierung bestehender IT-Landschaften bleibt die Nachfrage hoch. GFT gewann mehr als 20 Projekte in neun Ländern, darunter Mainframe- und Anwendungsmodernisierungen sowie Beratungsmandate.

Ein strategisch bedeutender Auftrag kommt aus Brasilien. Dort entwickelt GFT für die zuständige Behörde zur Bekämpfung von Finanzkriminalität ein neues Financial-Intelligence-System.

Das Projekt verbindet die Wynxx-Plattform mit den Smaragd-Lösungen von GFT zur Geldwäschebekämpfung. Damit erschließt das Unternehmen ein weiteres Anwendungsfeld für seine KI- und Datenkompetenz.

Lateinamerika wächst rasant – Deutschland bleibt schwach

Regional entwickelte sich das Geschäft sehr unterschiedlich.

Das Segment Americas & APAC steigerte den Umsatz um 14 Prozent auf 240,4 Millionen Euro. Besonders stark wuchs GFT in Brasilien mit einem Plus von 38 Prozent und in Kolumbien mit 27 Prozent.

In den USA blieb der Umsatz in Euro zwar stabil, währungsbereinigt erreichte das Wachstum jedoch 7 Prozent.

Damit bestätigt sich Lateinamerika erneut als zentraler Wachstumsmotor des Konzerns.

Schwächer verlief das Geschäft in Europa. Der Segmentumsatz ging um 3 Prozent auf 221,7 Millionen Euro zurück. Besonders Deutschland belastete mit einem Umsatzminus von 12 Prozent.

Positiv entwickelten sich dagegen die Schweiz mit einem Wachstum von 22 Prozent und Spanien mit 13 Prozent.

Auch im Vereinigten Königreich ging der Umsatz erwartungsgemäß um 5 Prozent zurück. Die bereits 2025 eingeleitete Neuausrichtung führte jedoch zu einer deutlichen Verbesserung der Profitabilität.

Für Anleger bleibt Deutschland damit die wichtigste regionale Baustelle. Gleichzeitig zeigt die starke internationale Entwicklung, dass GFT die Schwäche einzelner Märkte zunehmend kompensieren kann.

Industriegeschäft legt zweistellig zu

Auch nach Kundengruppen war das Wachstum breit aufgestellt.

Der Bereich Industrie & Sonstige erzielte ein Umsatzplus von 14 Prozent. Das Versicherungsgeschäft wuchs um 7 Prozent, während der Umsatz mit Banken um 3 Prozent stieg.

Damit gelingt es GFT, seine Abhängigkeit vom Finanzsektor schrittweise zu reduzieren.

Gerade Industrieunternehmen investieren zunehmend in Cloud-Plattformen, Datenmodelle und KI-gestützte Prozesse. Für GFT eröffnet dies zusätzliche Wachstumschancen außerhalb des klassischen Banken- und Versicherungsgeschäfts.

Auftragsbestand steigt um 18 Prozent

Ein besonders wichtiges Signal liefert der Auftragsbestand. Dieser lag zum 30. Juni 2026 18 Prozent über dem Vorjahreswert.

Das stärkt die Umsatzvisibilität für die zweite Jahreshälfte und unterstreicht die weiterhin hohe Nachfrage nach KI-nativer Modernisierung, Cloud-Migrationen und neuen Banking-Systemen.

CFO Jochen Ruetz sieht darin eine hervorragende Ausgangsbasis für den weiteren Jahresverlauf. Gleichzeitig will GFT die Effizienz und Skalierbarkeit weiter erhöhen und den Umbau zu einem KI-nativen Unternehmen beschleunigen.

Prognose bestätigt

GFT hält an der Prognose für das Geschäftsjahr 2026 fest.

Das Unternehmen erwartet ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5 Prozent auf rund 930 Millionen Euro.

Das bereinigte EBIT soll auf 71 Millionen Euro steigen. Daraus würde sich eine bereinigte EBIT-Marge von 7,6 Prozent ergeben.

Beim Ergebnis vor Steuern rechnet GFT mit einem Anstieg um 21 Prozent auf rund 56 Millionen Euro. Die EBT-Marge soll damit 6 Prozent erreichen.

Die Ziele setzen voraus, dass sich die Nachfrage nach KI-Lösungen, Cloud-Transformationen und modernen Kernbankensystemen in der zweiten Jahreshälfte fortsetzt.

Einordnung für Anleger

GFT liefert ein solides erstes Halbjahr mit steigenden Umsätzen, höheren Margen und einem deutlich verbesserten Vorsteuerergebnis.

Besonders positiv ist die Entwicklung der Wynxx-Plattform. Die hohe Zahl eingesetzter Kundenlösungen, der beeinflusste Vertragswert von mehr als 144 Millionen Euro und der bereits erzielte Umsatz zeigen, dass GFT aus dem KI-Trend zunehmend konkretes Geschäft generiert.

Auch der um 18 Prozent gestiegene Auftragsbestand spricht für weiteres Wachstum.

Risiken bleiben das schwache Deutschlandgeschäft, das vorsichtige Investitionsumfeld in Teilen Europas und die Abhängigkeit von großen Transformationsprojekten. Insgesamt gelingt es GFT jedoch zunehmend, regionale Schwächen durch starkes Wachstum in Lateinamerika, neue Plattformangebote und höhere Effizienz auszugleichen.

Setzt sich dieser Trend fort, könnte sich GFT vom klassischen IT-Dienstleister immer stärker zu einem Anbieter skalierbarer KI- und Plattformlösungen entwickeln.

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