Drägerwerk ist mit deutlich verbesserten Zahlen in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Während der Auftragseingang weiter auf hohem Niveau wächst, sorgt vor allem ein kräftiger Ergebnissprung für Aufmerksamkeit. Für Anleger stellt sich damit die Frage: Ist das bereits der Beginn einer nachhaltigen Margenwende?
Starker Jahresauftakt: Umsatz und Auftragseingang legen zu
Im ersten Quartal 2026 zeigt Drägerwerk eine solide operative Entwicklung. Der Auftragseingang steigt auf rund 865 Mio. Euro und übertrifft damit den bereits starken Vorjahreswert leicht. Auch beim Umsatz geht es spürbar nach oben: Mit rund 756 Mio. Euro legt der Konzern gegenüber dem Vorjahr deutlich zu.
Vor allem die anhaltend hohe Nachfrage in Deutschland sowie eine insgesamt stabile Entwicklung in den internationalen Märkten treiben diese Dynamik. Damit zeigt sich das Unternehmen trotz eines weiterhin anspruchsvollen Umfelds robust.
Medizintechnik und Sicherheitstechnik liefern Wachstum
Ein Blick auf die Segmente zeigt, dass beide Geschäftsbereiche zum Wachstum beitragen. In der Medizintechnik steigt der Auftragseingang klar an, getragen von einer breiten Nachfrage über nahezu alle Produktbereiche hinweg sowie einem starken Servicegeschäft.
Auch die Sicherheitstechnik entwickelt sich positiv. Hier sorgt insbesondere die steigende Nachfrage nach Arbeitsschutzausrüstung und Gasmesstechnik für Wachstum. Zwar gibt es in einzelnen Bereichen Rückgänge, diese können jedoch mehr als kompensiert werden.
Beim Umsatz zeigt sich ein ähnliches Bild: Beide Segmente legen zu, wobei die Sicherheitstechnik mit einem stärkeren Wachstum hervorsticht. Regional fällt insbesondere die Entwicklung in Amerika positiv auf, während Europa und Deutschland ebenfalls zulegen. Lediglich die Region Asien-Pazifik bleibt hinter dem Vorjahr zurück.
EBIT explodiert – Margen holen deutlich auf
Der eigentliche Blickfang der Zahlen liegt jedoch beim Ergebnis. Das EBIT steigt von lediglich 0,4 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf rund 18 Mio. Euro – ein deutlicher Sprung, der die operative Verbesserung klar unterstreicht.
Die EBIT-Marge verbessert sich entsprechend von 0,1 % auf 2,4 %. Treiber dieser Entwicklung sind mehrere Faktoren: ein höherer Umsatz, eine leicht verbesserte Bruttomarge sowie sinkende Funktionskosten. Insbesondere in der Medizintechnik gelingt es, die Profitabilität stärker zu steigern.
CEO Stefan Dräger zeigt sich entsprechend optimistisch und verweist auf die hohe operative Dynamik sowie die positive Entwicklung beim Auftragseingang.
Kostenkontrolle zahlt sich aus
Neben dem Wachstum spielt auch die Kostenseite eine entscheidende Rolle. Die Funktionskosten sinken leicht, was unter anderem auf Sondereffekte im Vorjahr zurückzuführen ist. Gleichzeitig verbessert sich die Bruttomarge, insbesondere in der Medizintechnik.
Diese Kombination aus Umsatzwachstum und Kostenkontrolle ist ein klassischer Hebel für steigende Margen – und könnte sich im weiteren Jahresverlauf noch stärker bemerkbar machen.
Prognose bestätigt – weiteres Margenpotenzial vorhanden
Für das Gesamtjahr 2026 bleibt Drägerwerk bei seiner Prognose und erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum von 1 % bis 5 % sowie eine EBIT-Marge zwischen 5,0 % und 7,5 %.
Verglichen mit der aktuellen Marge von 2,4 % im ersten Quartal deutet das darauf hin, dass im weiteren Jahresverlauf noch erhebliches Verbesserungspotenzial besteht. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die positive operative Dynamik fortsetzt.
Fazit: Comeback der Profitabilität?
Drägerwerk zeigt mit dem starken Jahresauftakt, dass das Unternehmen wieder auf dem Weg zu höherer Profitabilität ist. Besonders der deutliche Ergebnissprung dürfte am Markt positiv aufgenommen werden.
Für Anleger ergibt sich ein interessantes Szenario: Während das Wachstum solide bleibt, rückt die Margenentwicklung zunehmend in den Fokus. Sollte es gelingen, die Profitabilität nachhaltig zu steigern, könnte die Aktie neues Momentum gewinnen.
Noch ist es früh im Jahr – doch die Richtung stimmt.














