Deutsche Beteiligung kommt besser durch das anspruchsvolle Private-Equity-Umfeld, als viele Anleger nach den letzten Jahren vermutet hätten. Für das Geschäftsjahr 2025 (1. Januar bis 31. Dezember) meldet die Gesellschaft ein Konzernergebnis von rund 25 Mio. Euro und erreicht damit die im Juli 2025 angepassten Prognosen. Gleichzeitig hat die DBAG mit rund 149 Mio. Euro eines der höchsten Investitionsvolumina der vergangenen zehn Jahre gestemmt – ein Signal, dass man sich trotz zäher Exit-Märkte nicht einigelt.
Noch spannender für Investoren: Die Exit-Pipeline soll 2026 reifen – und die Steuerung wird auf neue Kennzahlen umgestellt.
Zahlen 2025: 25 Mio. Euro Ergebnis – Fonds- und Investmentgeschäft zieht an
Operativ sticht vor allem die Entwicklung der Erträge hervor: Die Erträge aus dem Fonds- und Investmentgeschäft klettern auf 79,3 Mio. Euro. In einem Markt, in dem Bewertungen, Transaktionen und Finanzierungen zeitweise unter Druck standen, ist das ein wichtiger Punkt: DBAG verdient nicht nur am Halten, sondern bleibt aktiv – und investiert kräftig.
Dass die Gesellschaft gleichzeitig „nur“ rund 25 Mio. Euro Konzernergebnis ausweist, passt zum aktuellen PE-Umfeld: Weniger Rückenwind bei Exits und Bewertungen, aber weiterhin funktionierendes Plattform- und Beratungsgeschäft.
duagon verkauft: Der Exit, der die DBAG-Story stützt
Der Jahreshöhepunkt war die Veräußerung von duagon (DBAG Fund VII) an Knorr-Bremse, vereinbart am 25. September 2025. Die DBAG beschreibt das Investment als Paradebeispiel für Nachfolgelösungen und Buy-and-Build: duagon wurde zum führenden unabhängigen Anbieter von Embedded Electronics für die Bahnindustrie ausgebaut – die ursprüngliche Investition wurde mehr als verdoppelt.
Vorstandssprecher Tom Alzin ordnet das klar ein: „Der erfolgreiche Abschluss des Investments in duagon unterstreicht unsere Stärke bei Nachfolgelösungen und bei der Begleitung strategischer Buy-and-Build-Konzepte.”
Für Anleger ist das wichtig, weil es zeigt: DBAG kann auch in schwierigeren Phasen Werthebel realisieren – und hat Deals, die strategische Käufer anziehen.
149 Mio. Euro Investitionen: FinMatch, MAIT, Totalmobile – wo DBAG künftig punkten will
Neben dem Exit setzt DBAG 2025 auch auf Zukäufe und Plattformthemen:
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FinMatch: Erwerb einer signifikanten Minderheitsbeteiligung (Langfristige Beteiligungen). FinMatch gilt als führende deutsche Corporate-Finance-Plattform für den Mittelstand und verbindet über 1.000 Finanzierungspartner mit Unternehmen.
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MAIT (Fund VIII): Digitalisierungspartner für den Mittelstand in der DACH-Region und Benelux mit rund 900 Mitarbeitern.
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Totalmobile (gemeinsam mit Five Arrows): Field Service Management-Software mit mehr als 500.000 täglichen Nutzern und rund 900 Unternehmenskunden.
Das ist ein erkennbares Muster: mehr digitale/skalierbare Geschäftsmodelle, plus Plattformen, die Mittelstandstransaktionen und Wachstum finanzierbarer machen. Gerade im Private-Equity-Markt kann so ein Fokus die Exit-Fähigkeit erhöhen, weil strategische Käufer Software- und Servicemodelle häufig höher bewerten als klassische Zykliker.
2,07 Euro je Aktie zurück: Dividende plus Rückkauf als „Doppelhebel“
Für Aktionäre kommt 2025 konkret Geld zurück: Insgesamt flossen 36,43 Mio. Euro an die Anteilseigner – 22,25 Mio. Euro als Bardividende und 14,18 Mio. Euro über das laufende Aktienrückkaufprogramm. Das entspricht 2,07 Euro je umlaufender Aktie.
Für 2026 bleibt die Linie unverändert:
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Vorschlag 1,00 Euro je Aktie Bardividende
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Rückkaufprogramm wird konsequent fortgesetzt
Gerade bei Beteiligungsgesellschaften ist das ein psychologisch wichtiger Punkt: Wenn Exits schwanken, stabilisiert die Kapitalrückführung die Attraktivität.
Ausblick 2026: Exit-Pipeline „mit hohem Reifegrad“ – aber Timing bleibt der Marktchef
Der Vorstand sieht mehrere Portfoliounternehmen mit „hohem Reifegrad“. Gleichzeitig bleibt die typische PE-Logik bestehen: Timing und Preis hängen stark vom Marktfenster ab.
Wichtig ist auch die angekündigte Umstellung der Steuerungskennziffern: Für die Prognose sollen künftig NAV je Aktie sowie EBITA aus der Fondsberatung gelten. Das ist ein Signal an den Kapitalmarkt: DBAG will die Story stärker über Substanzwert (NAV) und wiederkehrendere Beratungserträge erklären – und damit weniger abhängig von der Volatilität einzelner Exit-Jahre wirken.














