Berentzen-Gruppe tartet schwach ins Jahr 2026 – und bestätigt damit die Sorgen vieler Anleger rund um Konsumflaute und schwächelnde Spirituosenmärkte. Doch das Management bleibt optimistisch und setzt auf neue Marken und Innovationen. Reicht das für die Trendwende?
Umsatzrückgang zum Jahresauftakt – Konsumflaute trifft voll
Mit 35,2 Mio. Euro Umsatz liegt Berentzen deutlich unter dem Vorjahreswert von 39,0 Mio. Euro. Auch beim Ergebnis zeigt sich der Druck: Das EBIT fällt auf 0,2 Mio. Euro zurück, das EBITDA sinkt auf 2,4 Mio. Euro.
Der Grund liegt weniger im Unternehmen selbst als im Marktumfeld. Die Konsumnachfrage nach alkoholischen Getränken bleibt schwach – insbesondere in Deutschland.
Für Anleger ist das ein bekanntes Bild: Die gesamte Branche kämpft aktuell mit zurückhaltenden Verbrauchern und sinkenden Absätzen.
Lagerbestände bremsen zusätzlich
Ein weiterer negativer Faktor kommt hinzu: Viele Handelspartner sind mit hohen Lagerbeständen ins Jahr gestartet.
Diese mussten zunächst abgebaut werden, bevor neue Bestellungen ausgelöst wurden. Dadurch wurden die Nachverkäufe im ersten Quartal deutlich gebremst.
Solche Effekte sind zwar meist temporär, können kurzfristig jedoch erheblichen Druck auf Umsatz und Ergebnis ausüben.
Whiskey-Geschäft als Problemzone
Besonders stark betroffen ist das Geschäft mit Handelsmarken – vor allem im Whiskey-Segment.
Da Berentzen hier als einer der größten Anbieter in Europa aktiv ist, wirkt sich der rückläufige Markt überproportional negativ aus.
Das zeigt ein strukturelles Risiko: Eine starke Position in einem schrumpfenden Markt kann kurzfristig zum Belastungsfaktor werden.
Strategie „EVOLVE 2030“ soll Wende bringen
Trotz des schwachen Starts hält das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest. Die Hoffnung liegt auf neuen Produkten und strategischen Initiativen.
Im Fokus stehen dabei mehrere Maßnahmen: Der Launch der neuen Marke JUMA, ein Relaunch der Marke Puschkin sowie neue Ready-to-Drink-Produkte sollen frische Impulse bringen.
Zusätzlich will Berentzen neue Märkte erschließen und weitere Vertriebskanäle nutzen.
Für Anleger ist das ein klassischer Turnaround-Ansatz: Innovation und Diversifikation sollen das schwache Kerngeschäft kompensieren.
Jahresziele bleiben ambitioniert
Für das Gesamtjahr erwartet Berentzen weiterhin ein Umsatzniveau leicht über dem Vorjahr sowie ein stabiles Ergebnis.
Das bedeutet: Das Management rechnet mit einer deutlichen Verbesserung im weiteren Jahresverlauf.
Ob diese Erwartungen erreicht werden können, hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Konsumnachfrage stabilisiert und die neuen Produkte am Markt ankommen.
Einordnung für Anleger: Zyklischer Konsumwert mit Turnaround-Fantasie
Berentzen befindet sich aktuell in einer schwierigen Phase. Die Kombination aus schwacher Nachfrage, Lagerabbau und strukturellen Herausforderungen im Spirituosenmarkt belastet das Geschäft.
Gleichzeitig zeigt das Unternehmen mit seiner Strategie klare Ansätze für eine Erholung.
Für Anleger ergibt sich daraus ein typisches Bild eines zyklischen Konsumwerts: kurzfristig unter Druck, langfristig mit Potenzial – sofern die Strategie greift.
Fazit: Schwacher Start, Hoffnung auf zweite Jahreshälfte
Das erste Quartal 2026 fällt enttäuschend aus, liefert aber auch wichtige Hinweise auf die Herausforderungen im Markt.
Entscheidend wird nun sein, ob Berentzen im weiteren Jahresverlauf die Trendwende schafft. Neue Produkte, Marken-Relaunches und strategische Initiativen könnten dafür die Grundlage legen.
Für Investoren bleibt die Aktie damit eine Wette auf eine Erholung des Konsums – und die erfolgreiche Umsetzung der eigenen Strategie.














