ATOSS Software kennt offenkundig nur eine Richtung: nach oben. Zum 20. Mal in Folge hat der Münchner Spezialist für Workforce Management im Geschäftsjahr 2025 seine Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis übertroffen – und das in einem Umfeld, in dem viele Softwarewerte über vorsichtige Kunden klagen.
Mit anderen Worten: Während die Konjunktur stottert, läuft die Arbeitszeit- und Personaleinsatzplanung aus München wie ein Schweizer Uhrwerk.
Cloud & Subscriptions: Wachstumsmotor läuft unter Volllast
Der Konzernumsatz stieg 2025 um 11 % auf 189,3 Mio. Euro (Vj. 170,6 Mio. Euro). Herzstück bleibt der Bereich Software mit 140,7 Mio. Euro Umsatz (+13 %).
Besonders beeindruckend ist das, was Anleger sehen wollen: wiederkehrende Erlöse.
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Die Umsätze aus Cloud & Subscriptions kletterten um 28 % auf 92,7 Mio. Euro (Vj. 72,4 Mio. Euro).
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Der Anteil dieser Cloud & Subscriptions am Gesamtumsatz stieg von 42 % auf 49 % – ATOSS steht damit kurz vor der 50-%-Schwelle.
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Zusammen mit der Softwarewartung (39,2 Mio. Euro; leicht über Vorjahr) summieren sich die wiederkehrenden Umsätze auf 131,9 Mio. Euro – ein Plus von 18 % gegenüber 111,3 Mio. Euro im Vorjahr.
Damit stammen inzwischen 70 % des Gesamtumsatzes aus wiederkehrenden Erlösen (Vj. 65 %). Das ist genau die Struktur, mit der Softwaretitel an der Börse üblicherweise eine Prämie erhalten.
Die Kehrseite: Einmalumsätze aus klassischen Softwarelizenzen gingen erwartungsgemäß um 35 % auf 8,8 Mio. Euro zurück. Strategisch ist das gewollt – der Fokus liegt klar auf Subscriptions statt Einmalgeschäft.
ATOSS Software Volle Auftragsbücher: ARR, Backlog und der Blick nach vorn
Spannend ist weniger, was ATOSS bereits fakturiert hat, sondern was vertraglich bereits in der Pipeline steckt. Und hier zeichnet sich ein klarer Trend ab:
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Der Cloud & Subscriptions Order Backlog (Umsätze aus gesicherten Cloud-Gebühren der nächsten 12 Monate) stieg um 27 % auf 109,1 Mio. Euro (Ende 2024: 85,8 Mio. Euro).
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Der Cloud & Subscriptions ARR (jährlich wiederkehrende Umsätze aus laufenden Cloud-Verträgen) legte um 28 % von 79,3 Mio. Euro auf 101,3 Mio. Euro zu – eine psychologisch bedeutende Marke: dreistellige Millionen-ARR.
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Der gesamte ARR Order Backlog (Cloud & Subscriptions plus Wartung) liegt zum 31.12.2025 bei 146,5 Mio. Euro, ein Plus von 18 %.
Zudem zeigt sich: Die Nachfrage zog vor allem im zweiten Halbjahr kräftig an. Der Auftragseingang im Cloud-Segment liegt merklich über Vorjahr – ein wichtiges Signal dafür, dass das Wachstum auch 2026 nicht abreißen dürfte.
36 % Umsatzrendite, starke Bilanz, höhere Dividende
Operativ bleibt ATOSS eine Margenmaschine. Die Umsatzrendite bezogen auf das operative Ergebnis liegt bei 36 % (Vj. 37 %) – und damit oberhalb der bereits im Jahresverlauf angehobenen Prognose von 34 %.
Wesentliche Treiber:
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konsequentes Kostenmanagement,
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hoher Anteil wiederkehrender Erlöse,
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skalierbares Softwaremodell.
Auch bilanzseitig steht der Konzern stabil da: Die Liquidität kletterte um 10 % auf 123,2 Mio. Euro (Vj. 112,2 Mio. Euro). Schuldenprobleme sind hier nicht das Thema.
Für Dividendenjäger ebenso interessant:
Gemäß der langfristigen Dividendenpolitik (Ausschüttungsquote 75 % des Ergebnisses je Aktie) will der Vorstand der Hauptversammlung eine Dividende von 2,28 Euro je Aktie vorschlagen – nach 2,13 Euro im Vorjahr. Beschlossen werden soll das am 30. April 2026.
KI, Automatisierung und Skalierung: Warum die Story noch nicht auserzählt ist
ATOSS profitiert von einem strukturellen Rückenwind, der weit über die übliche Zyklik hinausgeht:
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Weltweit kämpfen Unternehmen mit Fachkräftemangel,
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steigender Regulierung bei Arbeitszeit und Dokumentation,
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und dem Druck, Schichten, Filialen und Außendienst effizienter zu planen.
Genau hier setzt ATOSS mit seiner Workforce-Management-Software an – zunehmend ergänzt um Artificial Intelligence.
Die Münchner integrieren KI-Funktionen in Prognose-, Planungs- und Automatisierungsprozesse:
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bessere Nachfrage- und Personaleinsatzprognosen,
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automatisierte Schichtpläne,
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datengetriebene Entscheidungsmodelle.
Das erhöht nicht nur den Kundennutzen, sondern auch die Skalierbarkeit des eigenen Lösungsportfolios – zusätzlich zum ohnehin starken Subscriptionsmodell. Mit einer sehr soliden Bilanz und starkem Cashflow kann ATOSS diese Themen aus eigener Kraft vorantreiben – ohne auf riskante Finanzierungsakrobatik angewiesen zu sein.
ATOSS Software Ausblick: 2026 und 2027 bereits durchgeplant – ATOSS bleibt auf Rekordkurs
Auch beim Blick nach vorn zeigt sich Selbstbewusstsein:
Für 2026 plant ATOSS einen Umsatz von rund 215 Mio. Euro bei einer EBIT-Marge von mindestens 32 %. Für 2027 werden bereits rund 245 Mio. Euro Umsatz in Aussicht gestellt.
Damit kommuniziert das Management klar:
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weiteres zweistelliges Wachstum,
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weiterhin sehr hohe Profitabilität,
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und eine zunehmend planbare Erlösbasis durch ARR und Backlog.
Für Anleger, die auf qualitatives Wachstum in einem Nischensegment mit klarer Marktposition setzen, bleibt die ATOSS-Aktie damit eine spannende Option:
Ein Nebenwert mit Großkonzern-Margen, hoher Visibilität durch wiederkehrende Umsätze, KI-Fantasie – und einer Dividende, die seit Jahren verlässlich mitwächst.














