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Uniper SE (ISIN: DE000UNSE018) und innogy SE (ISIN: DE000A2AADD2) sind seit Anfang der Woche im MDAX notiert. Den beiden Aktien gab der Index-Aufstieg einen neuen Impuls.

Dabei sind beide Unternehmen erst kürzlich an die Börse gegangen: Uniper vollzog am 12. September dieses Jahres allerdings kein echtes IPO, da die E.on-Aktionäre lediglich 1 neue Aktie von Uniper automatisch für 10 E.on-Aktien ins Depot gebucht bekamen. Es musste daher weder eine Zeichnungsfrist gewahrt, noch ein Emissionspreis festgestellt werden. Die Uniper-Aktie ging mit einem ersten Kurs von 10,02 EUR an die Börse.

Anders sah das Börsendebut bei innogy aus: Die abgespaltene Energie-Technologie-Sparte von RWE führte nur einen Monat später ihren Börsengang mit Zeichnungsfrist und Preisfeststellung durch. Und das auch ganz erfolgreich. Schon innerhalb der Zeichnungsfrist deutete sich an, dass der Gang an die Börse zufriedenstellend laufen würde. Am ersten Handelstag (7. Oktober) startete das Papier mit 37,30 EUR zudem über dem Emissionspreis von 36 EUR in den Handel.

Hintergründe zum Börsengang von Uniper und innogy können Sie in den nachstehenden Artikeln nachlesen:

IPO – Countdown für das Börsendebüt von E.ON-Tochter Uniper
IPO – RWE-Tochter innogy startet energievoll in die Zeichnungsfrist


Uniper seit Börsenstart deutlich im Plus

Die Aktie des E.on-Spin-Offs notiert aktuell bei 12,80 EUR. Seit dem Börsenstart im September diesen Jahres legte das Papier von Uniper somit um rund +28% zu.

Während in den ersten Wochen bei den Anteilsscheinen der ehemaligen Kraftwerkssparte von E.on zunächst einmal nicht viel ging, der Kurs tauchte in der Spitze auf 9,92 EUR auf Schlusskursbasis ab, erfolgte von Oktober bis Anfang November ein kräftiger Anstieg bis auf 12,85 EUR.

 


Chart: Uniper SE | Powered by GOYAX.de
 

Mitte November sorgten dann die überraschende Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten und insbesondere auch die wenig berauschenden Q3 Zahlen für einen erneuten Kursrückgang bis auf ein Niveau von 11,50 EUR bis Anfang Dezember.


Weiterhin schwieriges Umfeld für die Kraftwerkssparte

uniper mitarbeiter im handelsraum duesseldorf 72dpiDas Marktumfeld für das Geschäft von Uniper ist aufgrund der energiepolitischen und regulatorischen Veränderungen in den letzten Jahren schwierig geworden. Zudem belasteten zuletzt ein gefallenes Preisniveau beim Handel mit Strom und Gas das Geschäft.

Uniper hatte in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen Verlust von 4,2 Mrd. EUR in den Büchern stehen. 0,6 Mio. EUR mehr als im Jahr zuvor, da waren es „nur“ 3,6 Mrd. EUR gewesen. Diese tief roten Zahlen haben so manchen Anleger ernüchtert und dazu bewogen, schnell wieder aus dem Papier auszusteigen.

Positiv war immerhin die Entwicklung beim EBITDA, welches von 1,18 Mrd. EUR (9M 2015) um +53,9% auf 1,82 Mrd. EUR angestiegen war, und das obwohl der Umsatz von 65,24 Mrd. EUR (9M 2015) um -26,4% auf 48 Mrd. EUR um mehr als ein Viertel gesunken ist.

Für den Umsatzrückgang verantwortlich war im Wesentlichen das Segment „Globaler Handel“. Hier beeinflusste ein signifikant niedrigeres Preisniveau im Vergleich zum Vorjahr und eine geringere Absatzmenge im Gas- und Strombereich den Umsatz negativ.

Umsatz in den ersten 9 Monaten 2016

Strom | 19,58 Mio. EUR  (2016) | 24,57 Mio. EUR  (2015) | -20,3%
Gas | 26,81 Mio. EUR (2016) | 38,43 Mio. EUR (2015) | -30,2%
Sonstige | 1,60 Mio. EUR (2016) | 2,24 Mio. EUR (2015) | -28,5%
Gesamt | 48 Mio. EUR (2016) | 65,24 Mio. EUR (2015) | -26,4%

 

Dass das operative Ergebnis (EBITDA) dennoch positiver ausfiel als im Jahr zuvor, lag dann in erster Linie daran, dass Uniper mit dem russischen Gasgiganten Gazprom neue langfristige Gas-Lieferverträge unterzeichnen konnte, die an den aktuellen Preisen angepasst wurden.

Daraus entstand ein einmaliger positiver Sondereffekt aus den ergebniswirksamen Auflösungen von Rückstellungen für in der Vergangenheit liegende Lieferperioden. Ebenfalls positiv wirkten sich zudem die umgesetzten Optimierungsaktivitäten aus.

 

E.on-SpinOff plant weitere Kosteneinsparungen

Für die kommenden zwei Jahre bis Ende 2018 will Uniper im Rahmen des Restrukturierungsprogramms „Voyager“ die beeinflussbaren Kosten von 2,3 Mrd. EUR (Stand: Ende 2015) um 400 Mio. EUR auf 1,9 Mrd. EUR senken.

Bis Ende 2016 soll bereits die Hälfte der geplanten Einsparungen wirksam werden. Sie sollen vor allem durch bereits kommunizierte sowie noch geplante Stilllegungen und durch die Optimierung der Verwaltungsstruktur, was sowohl die Senkung der Personalkosten als auch der Materialkosten im Einkauf und IT betrifft, erreicht werden.


Deutsche Bank empfiehlt jetzt Aktie von Uniper zum Kauf

Martin Brough, Analyst der Deutschen Bank, beurteilt die Aktie von Uniper derzeit trotz des schwierigen Umfelds für Versorger als attraktiv. In seinem Research-Update vom 14. Dezember sieht er für das Papier aktuell eine Unterbewertung. Darüber hinaus stellt der Analyst die geplante Dividende von 0,55 EUR je Aktie in seiner Einschätzung als weiteren positiven Anreiz für Anleger heraus. Die Dividendenrendite beträgt damit aktuell 4,30%.

Brough änderte sein Rating für Uniper zuletzt von „Hold“ auf „Buy“ mit einer gleichzeitigen Anhebung des Kursziels von 12,50 EUR auf 14 EUR. Neben der guten Dividendenrendite hält das Papier seiner Meinung nach ein bedeutendes Aufwärtspotenzial bereit, welches in einem möglichen Anziehen der Strom- oder Rohstoffpreise begründet liegt.

Vom aktuellen Kurs bei 12,80 EUR bietet sich in Hinsicht auf das ausgegebene Kursziel der Deutschen Bank somit noch ein Upside-Potenzial von +9,38%.


innogy nach vielversprechendem IPO mit Kursverlusten

Ein Blick auf den Chart von innogy verrät: Dem RWE-Spin-Off ist nach einem guten Auftakt an der Börse schnell die Aufwärtsdynamik abhanden gekommen.

In den ersten 14 Tagen ging es noch bis auf 38,25 EUR aufwärts, danach folgte jedoch eine deutliche Korrektur. Gründe für den Kursrückgang waren ähnlich wie bei Uniper der Wahlausgang bei den US-Wahlen und vor allem die 9-Monatszahlen, welche bei Anlegern offensichtlich Enttäuschung hervorriefen.

Auch wenn die Zahlen zum Vorjahr hinsichtlich einiger Kennzahlen (z.B. Ergebnis, Nettoverschuldung, Cashflow)  wegen der veränderten Kapitalstruktur nicht vergleichbar sind, zeigten sie an der Börse Wirkung. Bis Anfang Dezember rutschte das Papier auf Schlusskursbasis auf ein Tief von 30,82 EUR. Damit lag der Kurs dann -14,39% unterhalb des Emissionspreises von 36 EUR.

 


Chart: innogy SE | Powered by GOYAX.de
 

Obwohl die Vorzeichen beim Börsengang, d.h. hinsichtlich der starken Nachfrage innerhalb der Zeichnungsfrist und der über dem Ausgabepreis liegende erste Kurs von 37,50 EUR zum Handelsstart, im Vergleich zum Uniper-Börsendebut positiver waren, dürften die Aktionäre des E.on-Spin-Offs dennoch aktuell wesentlich zufriedener dreinschauen.

Immerhin erfolgte nach dem Tief Anfang Dezember nun eine kleine Trendwende für die innogy-Aktie: Von 30,82 EUR ging es binnen zwei Wochen nun zumindest wieder auf 32,31 EUR rauf. Ein Plus von +4,84%.


innogy mit Umsatz- und Ergebniseinbußen 

innogy rwetowerinesseninnogy hat in den ersten neun Monaten 2016 beim Umsatz und auf Ergebnisseite eine rückläufige Entwicklung hinnehmen müssen.

So verringerten sich die Umsatzerlöse von 31,74 Mrd. EUR (9 M 2015) um -5,29% auf 30,74 Mrd. EUR.

Der Gewinn (Ergebnisanteile der Aktionäre) fiel von 1,44 Mrd. EUR (9M 2015) derweil um fast -30% auf 1,01 Mrd. EUR. Das EBITDA verringerte sich von 3,15 Mrd. EUR (9 M 2015) um -7,30% auf 2,92 Mrd. EUR.
   
Das betriebliche Ergebnis von innogy lag in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres mit 1,84 Mrd. EUR um -15,2%  ebenfalls deutlich unter dem der Vorjahresperiode (9 M 2015: 2,23 Mrd. EUR).

Folgende Gründe gab innogy vor allem für diese negative Entwicklung an:

•    signifikanter Anstieg der Vorkosten aus Netznutzungsentgelten, Steuern und Abgaben in Deutschland
•    Kundenverluste und neu verhandelte Kontrakte mit vergünstigten Konditionen in Großbritannien
•    Ertragseinbußen durch erhöhten Wettbewerbsdruck in den Niederlanden
•    Wegfall diverser Einmaleffekte aus dem Vorjahr, die sich in 2015 positiv auf das Ergebnis auswirkten (z.B. Neubewertung einer slowakischen Tochter)

 

Aktie von innogy bietet attraktive Dividendenaussichten

Analyst Martin Brough von der Deutschen Bank stufte in seinem Update vom 14. Dezember die Aktie von innogy weiterhin auf „Buy“ bei gleichbleibendem Kursziel von 37 EUR ein.

Er geht davon aus, dass es in den nächsten zwei Jahren kaum zu Gewinnsprüngen im Umfeld der Versorger kommen wird. Die mit den Zahlen für die ersten drei Quartale bestätigte EBITDA-Prognose von innogy bestätigt diese Einschätzung. innogy geht von einem EBITDA zwischen 4,1 bis 4,4 Mrd. EUR aus, im letzten Jahr waren es 4,5 Mrd. EUR. Für 2017 wird das EBITDA zwischen 4,3 bis 4,7 Mrd. EUR erwartet.

Attraktiv bleibt die Aktie von innogy jedoch aufgrund der voraussichtlich attraktiven Dividendenrendite. Das Essener Unternehmen hat angekündigt, 70-80% des bereinigten Nettogewinns, der für 2016 bei 1,1 Mrd. EUR erwartet wird, an die Aktionäre ausschütten zu wollen. Das ergäbe eine Dividende zwischen 1,39 EUR und 1,58 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr 2016. Die Dividendenrendite läge somit aktuell zwischen 4,30-4,89%.

Vor allem der Mutterkonzern RWE dürfte sich darüber freuen, denn dieser hält aktuell noch 76,79% der Anteile an innogy.  Das bedeutet, dass RWE im Zuge der Dividendenausschüttung eine Summe von 591 Mio. EUR bis 675 Mio. EUR zufließen könnte.

Darüber hinaus bietet die Aktie von innogy beim derzeitigen Kurs bei 32,31 EUR bis zum Kursziel der Deutschen Bank von 37 EUR noch ein Upside-Potenzial von +14,52%.

 

Mit Material von Uniper SE und innogy SE

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