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Das Biotech-Unternehmen MediGene AG (ISIN: DE000A1X3W00)  hat auf der 57. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) einen „Wasserstand“ bei zwei laufenden Forschungsarbeiten abgegeben.

Das Unternehmen aus Martinsried stellte dort die frühen Ergebnisse zweier Patientengruppen mit akuter myeloischer Leukämie (AML) vor, die mit dendritischen Zellvakzinen (DC-Vakzine) behandelt wurden. Die mittels lizenzsierter MediGene-Technologien entwickelten DC-Impfstoffe neuer Generation lieferten im Rahmen der Behandlung der Patienten positive Daten.

Auf solch‘ ein Signal hatten Anleger offensichtlich gewartet, denn die Aktie stieg seit gestern in der Spitze um übe 33%, nachdem sie in den Monaten zuvor reichlich gefallen war.


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Frühe Forschungsergebnisse fallen vielversprechend aus

In der gestrigen Ad-hoc-Meldung bezeichnete MediGene die auf der ASH präsentierten Daten der laufenden Phase I/II (IIT)-Studie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und des Compassionate Use Programms am Universitätsklinikum Oslo mit DC-Vakzinen als vielversprechend. Auf zwei Postern stellte das deutsche Biotech-Unternehmen die frühen Ergebnisse von zehn Patienten vor.

Demnach konnte eine hohe Erfolgsrate für die Good Manufacturing Practice (GMP)-konforme Herstellung von DC-Vakzinen für ältere und stark vorbehandelte Patienten abgeleitet werden. Die neue Generation von dendritischen Zellvakzinen wies zudem ein exzellentes Sicherheitsprofil auf und zeigte bei den behandelten Patienten detektierte Immunantworten auf die ausgewählten Antigene. So wurden T-Zell-Antworten für ältere AML-Patienten festgestellt, bei denen eine Stammzelltransplantation ausgeschlossen ist.


Produkt-Pipeline von MediGene mit Fokus auf Immuntherapie

MediGene hat sich mit der Akquisition von Trianta Immunotherapies GmbH, welche heute die Medigene Immunotherapies GmbH ist, in 2014 auf die Erforschung und Entwicklung von Immuntherapien zur Behandlung verschiedener Krebserkrankungen, insbesondere von Blutkrebserkrankungen, fokussiert.

Man ist damit zweifelsohne in einem Bereich tätig, der bei vielen Investoren, vor allem in den USA, hohe Aufmerksamkeit genießt. Allerdings befindet sich MediGene mit seinen Produkt-Plattformen DC-Vakzinen, TCR-veränderte T-Zellen und T-Zell-spezifische monoklonale Antikörper (TABs) aktuell noch in einem relativ frühen Stadium.

Derzeit ist man lediglich bei den DC-Vakzinen in der klinischen Phase I/II. Und auch hier ist es noch ein langer Weg bis zu einer etwaigen Zulassung. Schließlich muss erst einmal die laufende Phase I/II erfolgreich abgeschlossen werden. Im Anschluss daran wartet dann noch die klinische Phase III sowie die Einreichung des Zulassungsantrags. Alles in allem wird es noch einige Zeit dauern, bis hier eine positive Entscheidung über die Zulassung fallen kann.

Die anderen beiden Produkt-Plattformen sind noch in der präklinischen Entwicklung. So arbeitet man bei der adoptiven T-Zell Therapie mit TCR modifizierten T-Zellen derzeit an der Entwicklung eines GMP-konformen Herstellungsprozesses und bereitet zudem die klinische Entwicklung erster Produktkandidaten vor. MediGene hat hier aber schon den Start von bis zu drei klinischen Studien angekündigt, von denen die erste – vorbehaltlich öffentlicher Fördergelder – im ersten Halbjahr 2016 starten soll.

Bei der dritten Produktplattform TABs befindet man sich ebenfalls noch in der präklinischen Entwicklung. Der Nachweis zur technischen Machbarkeit (proof of technology) wurde in präklinischen Studien aber bereits erbracht.

Darüber hinaus hat man mit EndoTAG-1 und RhuDex noch zwei Medikamentenkandidaten, die an SynCore Biotechnology (EndoTAG-1) und Dr. Falk Pharma GmbH (RhuDEX) auslizensiert wurden. Für die weitere klinische Entwicklung von EndoTAG-1 und für RhuDEX in der Indikation Primär biliäre Zirrhose (PBC) sind nun diese Partner zuständig. Die Entwicklungs- und Vermarktungsrechte für RhuDex in der Indikation rheumatoide Arthritis, Psoriasis sowie in weiteren Autoimmunerkrankungen hingegen bleiben weiterhin bei MediGene. Neben diesen Kandidaten hat MediGene mit Veregen bereits ein zugelassendes Produkt, das in den ersten 9 Monaten des laufenden Jahres einen Umsatz von 2,38 Mio. EUR einbrachte.


Aktie nach starkem Rutsch wieder mit ordentlichem Kurssprung

Die Aktie von MediGene ist wahrlich nichts für konservative oder gar nervöse Anleger. Denn gewöhnlich unterliegt der Kurs gerade bei kleineren Biotech-Unternehmen hier z.T. sehr großen Schwankungen.

MediGene ist sozusagen in diesem Jahr ein Paradebeispiel dafür. Ins Jahr 2015 startete die Aktie mit einem Kurs von 3,65 EUR. Bis April ging es dann steil bergauf. Das Papier markierte bei 14,73 EUR aufgrund von positiven Nachrichten ein Mehrjahreshoch und legte infolgedessen binnen vier Monate über 300% zu. Die Freude war bei den Aktionären selbstverständlich riesig und gerne hätte man es gesehen, dass es noch ein Weilchen so weitergeht. Doch dazu reichten die Euphorie und die Nachrichtenlage dann doch nicht.

So rutschte die Aktie in den folgenden Monaten zunächst einmal wieder deutlich auf unter 8 EUR ab. Sicherlich hat auch die Anfang Juni angekündigte  Kapitalerhöhung zunächst weiter auf den Kurs gedrückt. Allerdings sind die eingesammelten 46,4 Mio. EUR zweifelsohne ein gutes Polster, um seine Immuntherapie-Programme weiter zu finanzieren. Insgesamt beliefen sich die liquiden Mittel laut Q3-Bericht auf 50,77 Mio. EUR.

Im Juli – nach Abschluss der erfolgreichen Kapitalerhöhung – zog die Aktie dann noch einmal an und notierte noch einmal über 11 EUR. Seither verloren die Anteilsscheine jedoch kontinuierlich. In der Spitze ging es bis vergangenen Freitag auf 5,23 EUR abwärts. Vom Hoch im April aus gesehen, stürzte der Kurs von MediGene um über 180%, bevor es mit der gestrigen Meldung bis aktuell 6,40 EUR erstmals wieder aufwärts ging.   

Wie geht es nun weiter? Wie bei Biotechs üblich reagiert der Aktienkurs vor allem auf die Entwicklung und Ergebnisse der im Fokus stehenden Kandidaten. Bei MediGene sind das ohne Frage DC-Vakzinen, TCR-veränderte T-Zellen und TABs.

Positive Wasserstandsmeldungen bzw. der Start von avisierten Studien können hier immer wieder zu einem deutlichen Kursanstieg führen, wie wir in dieser Woche sehen konnten. Man muss jedoch immer auch damit rechnen, dass der Kurs in nachrichtenarmen Zeiten Stück für Stück abfallen kann. Zudem sollte man sich im Klaren sein, dass es bei Veröffentlichung negativer Nachrichten aus den laufenden Studien zu einem drastischen Einbruch der Aktie kommen kann.

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