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Die BayWa AG (ISIN: DE0005194062) teilte am 31.12.2019 um 13:44 Uhr eine lang erwartete - ziemlich teure - Altlastenbereinigung mit.

Der ehemalige SDAX-Konzern muss 68,6 Mio. EUR. im Rahmen einer Einigung - neudeutsch "Settlement" - mit dem Kartellamt zahlen. Es gab offensichtlich Preisabsprachen im Bereich der Bruttolistenpreise im Pflanzenschutzbereich zwischen den Deutschen Grosshändlern. "Natürlich" war angeblich nur ein einzelner Mitarbeiter bei BayWa darin involviert - sei es drum, Schaden ist hoch, aber berechenbar. Auswirkungen auf das Jahresergebnis gäbe es nicht, da durch Erlöse aus Beteiligungsverkäufen dieses Bussgeld "aufgeholt wurde" in 2019. Dass ist natürlich Augenwischerei: Der Gewinn ist um 68,6 Mio. EUR plus bestimmt vorhandener Rechtsberatungskosten wegen dieser - euphemistisch - "Angelegenheit" niedriger. Dass an anderen Stellen Geld verdient wurde ist gut, aber bestimmt nicht:

"Eine Ergebnisbelastung des Jahres 2019 aus dieser Einigung mit dem Bundeskartellamt wird durch Sondererträge aus verschiedenen Beteiligungsverkäufen vollständig ausgeglichen." BayWA 31.12.2019,

glaubwürdiger und nachvollziehbarer ist die Begründung derr Unternehmnsleitung für diesen Vergleich - es ist  ja letztendlich nichts anderes - Rechtssicherheit, Vermeidung jahrelanger Gerichtsprozesse mit unberechenbarem Ausgang.

Q3 war gut - zumindest verdient man wieder etwas mehr - das Ende der Fahnenstange ist aber noch lange nicht erreicht

Während der Umsatz zum 30. September 2019 leicht auf 12,5 Mrd. Euro (Q1-3/2018: 12,2 Mrd. Euro) anstieg, legte das EBIT mit 77,3 Mio. Euro (Q1-3/2018: 28,3 Mio. Euro) deutlich zu.

Alle drei Kernsegmente Agrar, Energie und Bau verbesserten ihre Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Eine besonders positive Entwicklung verzeichnete das Segment Energie: Sowohl die Klassische Energie als auch das Geschäft mit erneuerbaren Energien erreichten eine signifikante Ergebnisverbesserung. Die Klassische Energie profitierte dabei von der internationalen Ölpreisentwicklung und der heimischen Nachfragesteigerung nach Holzpellets. Das Geschäftsfeld Regenerative Energien baute seine internationalen Aktivitäten im Projektgeschäft mit Solar- und Windenergieanlagen sowie im Solarmodulhandel weiter aus und verkaufte, anders als im Vorjahr, bereits im 3. Quartal einige größere Anlagen. Der überwiegende Teil der Verkäufe ist auch 2019 wieder im 4. Quartal geplant: Über 650 Megawatt (MW) sind in der Verkaufspipeline, so dass das Jahresergebnis im Segment Energie 2019 im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich gesteigert werden kann. "Das Geschäftsfeld Regenerative Energien wird auch 2019 ein wesentlicher Träger unseres Konzernergebnisses sein. Dies zeigt deutlich die hervorragende Entwicklung dieser seit zehn Jahren aufgebauten Geschäftsaktivitäten", betonte der Vorstandsvorsitzende der BayWa AG, Klaus Josef Lutz bei Vorlage der Q3-Zahlen.

Positiv entwickelte sich auch das Segment Agrar, besonders die Geschäftsfelder Global Produce und Technik konnten ihre Ergebnisse steigern. Die Technik verzeichnete ungebrochen hohe Auftragseingänge sowie eine lebhafte Servicenachfrage. Bei beiden Bereichen geht die BayWa für das Schlussquartal von einer weiterhin positiven Entwicklung aus: Qualitativ gute Ernten in der nördlichen Hemisphäre und die traditionell steigende Nachfrage bei tropischen Früchten zu Weihnachten sollten das Geschäft genauso positiv beeinflussen wie die große Investitionsbereitschaft der Landwirte bei der Technik.

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Der deutsche Agrarhandel lag nach neun Monaten ebenfalls deutlich über dem Vorjahresergebnis. Geringere Nachfrage nach Betriebsmitteln, vor allem bei Dünger aufgrund der Düngeverordnung, wirkten sich allerdings auf das Ergebnis zum 30. September 2019 aus wie auch rückläufige Getreidepreise und geringere Margen im Getreidehandel. Der internationale Getreidehandel bei BAST (BayWa Agri Supply & Trade) konnte sein Spezialitätengeschäft weiter erfolgreich ausbauen, wenngleich die bisher verhaltene Nachfrage bei Standarderzeugnissen und die US-Handelspolitik die Handelsaktivitäten bei BAST einschränkten. Im 4. Quartal erwartet die BayWa, dass sich das Spezialitätengeschäft weiterhin planmäßig entwickelt. Höhere Getreidebestände bieten zusätzliches Vermarktungspotenzial im inländischen Agrargeschäft. Zudem dürfte die witterungsbedingt verzögerte Herbstaussaat die Betriebsmittelnachfrage jetzt wieder beleben.

Das Segment Bau wuchs weiter und verbesserte sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch einmal. Die BayWa will auch weiterhin von der guten Baukonjunktur und dem Ausbau ihrer Projektaktivitäten profitieren.Insgesamt geht die BayWa von einer weiterhin positiven Entwicklung für das restliche Geschäftsjahr 2019 aus, um das Konzernergebnis für das Jahr 2019 wie geplant deutlich zu steigern.

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Und immer noch kein Partner gefunden

Am 28.11.teilte man mit in "Endverhandlungen" zu sein: "befindet sich in Endverhandlungen über die Aufnahme eines neuen Gesellschafters bei der BayWa r.e. renewable energy GmbH, einer bislang 100%-igen Tochtergesellschaft der BayWa AG. Die BayWa AG hat ein Bieterverfahren durchgeführt und mehrere attraktive Angebote von Investoren erhalten, die sich mit ca. 49% an der BayWa r.e. renewable energy GmbH als Gesellschafter beteiligen möchten. Der Vorstand der BayWa AG geht davon aus, das Bieterverfahren kurzfristig zu einer Bewertung abschließen zu können, die über den ursprünglichen Erwartungen der Gesellschaft liegt. Die Aufnahme des neuen Investors soll im Rahmen einer Kapitalerhöhung erfolgen."

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Und bis Ende des Jahres gab es noch keinen Fortschritt - vielleicht will man zuviel: Kontrolle behalten, Geld für weitere Expansion und einen jasagenden Mitgesellschafter. Jedenfalls verliert man langsam an Momentum durch diesen langgezogenen Verhandlungsmarathon.  Eine schnell zu behebnede offene Flanke für das Management.

Aktuell (01.01.2020 / 08:52 Uhr) notieren die Aktien der BayWa AG im Xetra-Handel zum Handelsschluss am 30.12.2019, 14:00 Uhr im Minus bei 29,60 EUR.


Chart: BayWa AG | Powered by GOYAX.de

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  • ISIN: DE0005194062

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