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Der zunehmende Druck in der deutschen Modebranche hat ein neues Opfer gefordert. Während sich Unternehmen wie Gerry Weber und Tom Tailor mit harten Sparkursen zu retten versuchen, muss die Steilmann SE (ISIN: DE000A14KR50) nun Insolvenz anmelden müssen.


Probleme waren absehbar

Nachdem das Unternehmen dies am Mittwoch nach Börsenschluss verlauten ließ rauschte deren Aktienkurs heute in den Keller. Mit zeitweise um die 90% Verlust in den ersten Minuten des heutigen Handels war die Flucht der Aktionäre deutlich zu sehen. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch drei Anleihen des Unternehmens, die daraufhin vom Handel ausgesetzt wurden.

Dem Modeunternehmen aus Bergkamen gelangen nicht einmal mehr die Verhandlungen zur notwendigen Sanierung. Dabei war die Steilmann SE erst im November vergangenen Jahres an die Börse gegangen. Doch schon da muss der Schritt mehr Rettungsversuch gewesen sein als Kapitalaufnahme für Zukäufe und Wachstum.


Die IPO-Katastrophe

Der Börsengang geriet aufgrund des schwierigen Umfelds in der Branche zum Desaster. Statt der erhofften 100 Mio. EUR an Einnahmen kamen nur 8,8 Mio. EUR zusammen. Das reichte weder für die komplette Übernahme der Adler Modemärkte AG (ISIN: DE000A1H8MU2), an der man eine Mehrheit hält, noch für genügend Spielraum zum Überleben. Mitte Dezember musste man dann die Gewinnprognose senken.

Die Adler Modemärkte AG dementierte am Donnerstag jegliche finanzielle Verpflichtungen oder Bdeziehungen in Form von Darlehen mit Steilmann. Aufgrund des Kursrutsches beim größten Aktionär und der Sorge um den Verkauf der beteiligung brach jedoch auch der Kurs der Adler-Aktie um bis zu 10% ein.


Rettung durch Übernahme?

Steilmann kommt mit seiner bisherigen Ausrichtung auf Mode für die Generation 45+ nicht gegen die großen, deutlich billiger produzierenden Modeketten an und kann mit seinen Filialen auch dem Online-Handel nicht die Stirn bieten. Die Insolvenz wird nun eine deutliche Anzahl der 8300 Arbeitsplätze in 18 Ländern vernichten.

Die Rettung Steilmanns wäre aber eine mögliche Übernahme durch ein anderes Modeunternehmen. Gerry Weber konnte sich noch durch die Übernahme von Hallhuber ein Umsatzwachstum sichern. Günstig zu haben werden die Anteile an Steilmann jetzt sein.

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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