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Aus dem kurzen Hoffnungsschimmer nach dem Anstieg Ende Oktober aufgrund der guten Q4-Zahlen von Apple, wurde für Dialog Semiconductor plc (ISIN: GB0059822006) kein nachhaltiger Turnaround.

Im ersten Halbjahr gehörte die Aktie des Halbleiterherstellers noch zu den absoluten Top-Performern im TECDAX. In der Spitze stieg das Papier bis Mitte Juli um mehr als 82% auf das Mehrjahreshoch von 53,85 EUR.

Mit dem erreichten Hoch endete jedoch die Rally und die Anteilsscheine fielen im Rest des Jahres wegen der geplanten Milliarden-Übernahme des US-Konkurrenten Atmel und der jüngsten Gewinnwarnung wieder auf das Kursniveau von Jahresanfang zurück.


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Querelen um Atmel-Übernahme stoppen Erholungsversuch

Von Anfang reagierte der Markt auf die Ankündigung, dass man Atmel für insgesamt 4,6 Mrd. USD übernehmen will, deutlich negativ. Viele Anleger und Analysten sind nämlich der Meinung, dass der angebotene Kaufpreis für das zuletzt schwächelnde Geschäft von Atmel einfach zu teuer ist. Die Aktie fiel nach Bekanntgabe der Nachricht im September innerhalb weniger Tagen von rund 46 EUR auf 35 EUR zurück.

Und auch in den nachfolgenden Wochen war die avisierte Übernahme immer wieder ein Thema. Neun Tage vor der für den 19. November anberaumten Hauptversammlung (HV), welche im Zuge der Übernahmepläne über die Ausgabe und Zuteilung neuer Aktien abzustimmen hatte, sorgte die Nachricht eines beteiligten Hedgefonds dafür, dass der vorerst letzte Anlaufversuch der Aktie, über die 40 EUR-Marke zu kommen, scheiterte. Das Papier sackte dabei im Zeitraum vom 11. bis 24. November erneut um -16,25% von knapp 40 EUR auf 33,50 EUR ab.

Der von Paul Singer geführte Hedgefonds Elliot, der mit 2,9% an Dialog Semiconductor beteiligt ist, hatte angekündigt, auf der HV gegen den Beschluss zu stimmen. Darüber hinaus rief der Hedgefonds-Chef Aktionäre dazu auf, es ihm gleich zu tun. Auch die einflussreiche Aktionärsberatung ISS hatte zuvor bereits dazu geraten, gegen die Übernahme zu stimmen. Allerdings blieben die Versuche am Ende erfolglos. Die HV nickte den Beschluss mit 62% zu 38% der anwesenden Stimmen ab. Daraufhin kündigte Dialog Semiconductor an, dass man das Verfahren hin zur Übernahme im Q1 2016 wie geplant fortsetzen werde.


Auch das noch! Neuer Bieter tritt auf den Plan

Doch die mögliche Erleichterung oder gar Freude darüber hielt nicht lange an. Denn zuletzt wurde bekannt, dass es neben Dialog Semicoductor wohl noch einen weiteren Interessenten zur Übernahme von Atmel gibt.

Laut Reuters, die sich diesbezüglich auf die Informationen eines Insiders berufen, soll es sich bei dem neuen Bieter um den US-Halbleiterhersteller Microchip Technology Inc. handeln. Das Unternehmen habe Atmel demnach ebenfalls ein Angebot unterbreitet. 9 USD je Aktie, d.h. insgesamt rund 3,8 Mrd. USD, ist man bereit zu zahlen. Die Summe soll dabei im Gegensatz zum Angebot von Dialog Semiconductor vollständig in bar bezahlt werden. Das Angebot des TECDAX-Unternehmens sieht  hingegen vor, je Atmel-Aktie eine Barkomponente in Höhe von 4,65 USD zuzüglich einer Zahlung von 0,112 American Depositary Shares (ADS) auf die Aktien von Dialog Semiconductor zu zahlen.

Das bedeutet, dass sich der Kaufpreis durch den Anteil der ADS abhängig vom Kurs der Aktie von Dialog Semiconductor verändert. Momentan läge dieser durch den deutlichen Kursverfall  der letzten Wochen und Monate inzwischen unter 3,8 Mrd. USD.

Somit könnte Dialog Semiconductor  durch den gefallenen Kurs der eigenen Aktie dazu gezwungen werden, das Angebot für Atmel demnächst noch einmal nachzubessern. Vorausgesetzt, man will weiterhin die Übernahme des US-Konkurrenten durchziehen. Dabei befindet man sich in einer Zwickmühle. Denn eine nochmalige Erhöhung des Angebots könnte sich wiederum negativ auf den Kurs der eigenen Aktie auswirken.


Neuerliche Gewinnwarnung bringt Aktie auf Niveau von Jahresbeginn

Nachdem die Aktie ja zuletzt aufgrund der Querelen um die Atmel-Übernahme wieder deutlich unter die 40 EUR gefallen ist, traf Dialog Semiconductor in der letzten Woche (15.12.) noch ein weiterer schwerer „Kinnhaken“. Diesmal aus der Ecke des operativen Geschäfts.

Abermals ging das Papier des Kirchheimer Herstellers von Halbleitern durch die Wucht der mitgeteilten Nachricht deutlich in die Knie. Aufgrund des schwächelnden Smartphone-Markts musste Dialog Semiconductor eine Gewinnwarnung für das Q4 ausgeben.

So musste man die Prognose für das letzte Quartal deutlich senken. Hatte man zuvor noch mit einem Umsatz zwischen 430 Mio. EUR und 460 Mio. EUR gerechnet, so erwartet man nunmehr nur noch einen Umsatz zwischen 390 Mio. EUR und 400 Mio. EUR.

Die Reaktion an der Börse fielen entsprechend aus: Die Aktie stürzte zwischenzeitlich von 31,93 EUR auf 26,15 EUR ab. Das entspricht einem Minus von über 18%. Aktuell notieren die Anteilsscheine bei 30,44 EUR. Und damit sind die im ersten Halbjahr gesehenen Kursgewinne nahezu komplett wieder weggeschmolzen. Die Aktie eröffnete das Jahr 2015 mit einem Kurs von 29,50 EUR.

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Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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