Sto Aktie: Baukrise drückt Zahlen – Prognose trotzdem bestätigt

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Die Sto SE & Co. KGaA (ISIN: DE0007274136), Spezialist für Fassadensysteme und Wärmedämmung, hat im ersten Halbjahr 2025 rückläufige Umsätze und Gewinne verbucht. Trotz Baukrise und geopolitischer Unsicherheit bestätigt das Unternehmen jedoch seine Jahresprognose.

Halbjahreszahlen: Umsatz und Gewinn rückläufig

Der Sto-Konzern erzielte in den ersten sechs Monaten 2025 einen Umsatz von 777,1 Mio. Euro, ein Rückgang von 2,3 % (Vorjahr: 795,7 Mio. Euro). Bereinigt um Währungseffekte und Konsolidierungen ergibt sich ein Minus von 0,8 %.
Das EBIT fiel von 29,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 25,3 Mio. €, das Vorsteuerergebnis (EBT) sank um 15,5 % auf 25,6 Mio. Euro. Die Umsatzrendite liegt nun bei 3,3 % (Vj. 3,8 %).

Hauptgründe: Investitionszurückhaltung im Baugewerbe, steigende Baukosten, unklare Förderbedingungen und ein hoher Wettbewerbsdruck. Auch das schlechte Winterwetter zu Jahresbeginn erschwerte die Fassadenarbeiten – die wichtigste Produktgruppe von Sto.

Segment-Entwicklung: Licht und Schatten

  • Westeuropa inkl. Deutschland: Umsatz -3,4 % auf 596,5 Mio. Euro. Vor allem Deutschland schwächelt.

  • Nord-/Osteuropa: Umsatz leicht +1,3 % auf 77 Mio. Euro. Skandinavien und Tschechien entwickelten sich positiv.

  • Amerika/Asien/Pazifik: Umsatz +1,2 % auf 103,6 Mio. Euro, gestützt von Zuwächsen in Südamerika und der Erstkonsolidierung der neuseeländischen Stoanz Ltd.

Während der Auslandsumsatz nur leicht (-1,2 %) zurückging, lag das Inlandsgeschäft mit -4 % deutlich tiefer.

Finanzlage bleibt solide

Trotz schwacher Ertragslage bleibt die Bilanz robust: Das Netto-Finanzguthaben lag bei 92 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote bei starken 62,2 %. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verbesserte sich von -4,9 Mio. Euro auf -0,7 Mio. Euro. Investitionen flossen vor allem in Produktionsanlagen in Australien, Mexiko und ins Retrofit-Programm.

Die Belegschaft wurde im Zuge des Kostensenkungsprogramms leicht reduziert – weltweit beschäftigt Sto nun 5.534 Mitarbeiter (-250).

Prognose 2025 bestätigt

Trotz der Belastungen hält Sto an seiner Prognose fest:

  • Umsatz: rund 1,57 Mrd. Euro (2024: 1,61 Mrd. Euro)

  • EBIT: 51–71 Mio. Euro (2024: 58,8 Mio. Euro)

  • EBT: 50–70 Mio. Euro (2024: 60,9 Mio. Euro)

Damit rechnet Sto mit einer EBT-Marge von 3,1 bis 4,5 %. Branchenexperten sehen jedoch erst ab 2026 Rückenwind durch mögliche staatliche Infrastrukturprogramme.

Kursfantasie für die Sto Aktie?

Die Sto Aktie gilt als solider Bau-Nebenwert mit starker Bilanz. Kurzfristig bleibt der Titel jedoch unter Druck: schwache Baukonjunktur, unklare Förderpolitik und Preisdruck lasten auf der Marge. Für langfristig orientierte Anleger könnte die Aktie dank solider Finanzen und führender Marktstellung im Bereich Wärmedämm-Verbundsysteme dennoch interessant sein – insbesondere, wenn die Politik den Sanierungs- und Infrastruktursektor endlich belebt.

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