
Steyr Motors AG, einer der „weltweit führenden Hersteller maßgeschneiderter Hochleistungsmotoren für einsatzkritische Defense- und zivile Anwendungen“, hat seit dem Börsengang unter der Ägide der Mutares AG, dem zwischenzeitlich komplett „ausgestiegenen“ Carve-Out-Spezialisten, eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. Im Rahmen des Defensehypes und des anfänglich relativ geringen Streubesitzes der Aktie stieg die Aktie in ungeahnte, unrealisitische Höhen. Mit Kursen weit über 200,00 EUR ( mit sehr kurzer Halbwertszeit im Frühling 2025) erlebte die Aktie einen Memeaktien-gleichen Hype, der jede fundamentale Betrachtung ad absurdum führen musste. Spätestens seit dem Ausstieg der Münchener Sanierungsspezialisten hat sich der Aktienkurs auf einem interessanten Niveau eingependelt. Auch für Anleger wieder interessantem Niveau?
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Steyr Motors Aktie unter den Defensewerten – eher ein Kauf oder?
Heute steht die Steyr Motors Aktie zwischen Rekordaufträgen und einer Prognose-Delle. Somit Chancen verbunden mit Risiken im Jahr 2026 – zwei Seiten derselben Medaillie. Die Steyr Motors AG befindet sich an einem strategischen Wendepunkt . Und dabei wird die angekündigte Umwandlung in eine Holdingstruktur Friktionen verursachen, fragt sich ob oder inwieweit das operativ „stört“. Mit der Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2025 und einem ambitionierten Ausblick für 2026 hat das Unternehmen aus Oberösterreich auf jeden Fall für positiven Gesprächsstoff gesorgt. Während das Wachstum zweistellig ausfiel und der Auftragsbestand Rekordniveau erreichte, bleibt ein schaler Beigeschmack aufgrund einer im Vorjahr gesenkten Prognose. Analysten zeigen sich aktuell mehrheitlich optimistisch und bescheinigen der Aktie erhebliches Kurspotenzial.
Steyr: Ein Motor läuft auf Hochtouren
Das Geschäftsjahr 2025 schloss das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 16,4 % auf 48,5 Mio EUR ab, wobei beide Segmente – Civil und Defense – zulegten. Besonders bemerkenswert ist jedoch der Ausblick des Vorstands für das laufende Jahr 2026: Hier wird eine Umsatzexplosion auf 75 bis 95 Mio EUR angekündigt, was einem Plus von 55 bis 96 % entspräche. Gleichzeitig soll die bereinigte EBIT-Marge auf mindestens 15 % erreichen.
Diese Zahlen basieren auf einer soliden Ausgangsbasis. Und anfang Februar betonte CEO Julian Cassutti die hohe Visibilität: „Wir verzeichnen eine anhaltend positive Entwicklung beim Auftragseingang und haben dank eines Auftragsbestands von über EUR 300 Mio. bis Ende 2030 eine hohe Visibilität.“ Allein dieser Auftragsberg sichert dem Unternehmen in den nächsten Jahren eine starke Auslastung. Hinzu kommen laut Cassutti zahlreiche „noch nicht budgetierte zusätzliche Opportunitäten in einem Volumen von mehr als EUR 500 Mio.“, die zusätzliches Wachstumspotenzial darstellen.
Steyr goes East.
Ein wesentlicher Treiber dieser Dynamik ist die geografische Expansion. Der Abschluss eines Rahmenvertrags mit dem asiatischen Partner Trysun über mindestens 750 Motoren bis 2030 sowie der operative Start eines Joint Ventures in China öffnen Steyr Motors die Tür zum weltweit größten Schiffbaumarkt. Analysten der NuWays AG sehen in der verstärkten Internationalisierung, wie einem neuen Auftrag aus Singapur, einen klaren Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit der Steyr-Technologie . Zudem hat das Unternehmen mit der mobilen Energieerzeugung ein neues Geschäftsfeld erschlossen, das bis 2030 einen kumulierten Umsatz von deutlich mehr als 100 Mio EUR beisteuern soll.
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Um dieses Wachstum stemmen zu können, stellt Steyr Motors seine Konzernstruktur neu auf. Geplant ist die Umwandlung in eine Holdinggesellschaft. CEO Julian Cassutti erläutert diesen Schritt: „Mit der neuen Holdingstruktur schaffen wir die organisatorische und finanzielle Plattform für die nächste Entwicklungsstufe von Steyr Motors. Wir bereiten den Konzern gezielt auf geplante Akquisitionen vor und schaffen die Flexibilität, neue Geschäftsfelder und technologische Kompetenzen effizient in die Gruppe zu integrieren.“ Diese neue Struktur soll die Transaktionsfähigkeit für Zukäufe erhöhen und die Finanzierungsoptionen verbessern.
Wo Chancen, da auch Risiken…
Trotz der vielversprechenden Zukunft gibt es Faktoren, die Anleger skeptisch stimmen könnten. So bleibt die gesenkte Prognose aus dem Vorjahr in Erinnerung – nicht alles läuft immer so, wie geplant. So hatte das Management die Ziele für 2025 im November nach unten korrigieren müssen . Zwar wurden später die angepassten Ziele erreicht, doch das bereinigte EBIT lag mit sieben Mio EUR um gut 30 % unter dem Turn-around-Erfolg des Vorjahreswertes. Für die Zukunft bedeutet dies eine gewisse Bringschuld, wie man im Netz findet. Die Mittelfristprognsoe ist beeindruckend, der Ausblick bis 2030 könnte elktrisieren, aber die Entwicklung muss auch umgesetzt werden. Hier muss das Management „ableifern“ – und zwar kontinuierlich.
Ein weiterer Risikofaktor ist die Bewertung der Aktie. Nach einer volatilen Kurshistorie, die von der kurzzeitigen und irrationalen Kursexplosion im letzten Frühjahr in wenigen „heissen Tagen“ geprägt war, notiert das Papier derzeit um die 44,00 EUR. Und das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt zwar bei 66,33 EUR, was ein Aufwärtspotenzial von über 50 % bedeuten würde . Allerdings ist das Vertrauen der Anleger möglicherweise fragiler als die Fundamentaldaten es vermuten lassen. Und zudem ist der Defense-Sektor, der etwa 60 % zum Umsatz beiträgt, bekannt für seine Abhängigkeit von politischen Entscheidungen und manchmal langwierigen Genehmigungsverfahren. Verzögerungen bei Rahmenverträgen, wie sie 2025 auftraten, könnten die Umsatzentwicklung kurzfristig ausbremsen.
Steyr Motors – Analysten votieren einhellig für Kauf. Reicht das?
Die Einschätzung der Analystengilde ist trotz der genannten Risiken eindeutig. Auch wenn nur sich nur 3 Analysten mit einem Kursziel festlegen. Und diese Analysten bewerten die Aktie aktuell eindeutig mit „Kaufen“ und bestätigen damit den positiven Trend seit Herbst letzten Jahres. Das durchschnittliche Kursziel von 66,33 EUR signalisiert ein deutliches Aufwärtspotenzial . Hierbei reicht die Spanne von 59,00 EUR (NuWays AG) bis 75,00 EUR, womit einer sogar ein Plus von über 70 % für möglich hält.
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Für Anleger ergibt sich damit ein klassisches Chancen-Risiko-Profil. Die Chance liegt in der Kombination aus einem vollen Auftragsbuch, der Erschließung neuer Märkte in Asien und den USA sowie der strategischen Neuausrichtung, die weiteres Wachstum ermöglichen soll. Das Risiko besteht darin, dass das Management die hochgesteckten Erwartungen für 2026 erfüllen muss, um das angekratzte Vertrauen endgültig wiederherzustellen und die hohen Bewertungskennziffern zu rechtfertigen. Die Hauptversammlung am 10. April 2026, auf der auch über die neue Holdingstruktur abgestimmt wird, wird ein erster wichtiger Stimmungstest sein.

Chart: Steyr Aktie im Vergleich zu Rheinmetall. Powered by Goyax.de















