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Greiffenberger und Blue Cap sind zwei Beteiligungsgesellschaften, deren Entwicklung in den letzten Jahren unterschiedlicher nicht hätte sein können.

Während sich Blue Cap immer mehr zu einer wahren Gelddruckmaschine gemausert hat, gingen bei Greiffenberger die Lichter aus, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich hatte das Unternehmen vor vielen Jahren mal auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot, aber als das Siechtum begann und noch bevor das Verhängnis seinen Lauf nahm, hatte ich entnervt die Reißleine gezogen.

Jahre später folgte die Insolvenz und die Sanierung durch den Verkauf von zwei der drei Tochterunternehmen, dann Schuldenschnitt sowie Rekapitalisierung.

Übrig blieb nur eine Tochter, die J.N. Eberle & Cie. GmbH, ein Premium-Hersteller von industriellen Bandsägen und anderen hochwertigen Bandstahl-Produkten.

Heute gab es nun zwei Meldungen bei Greiffenberger, die aufhorchen lassen... Zunächst präsentierte man die Halbjahreszahlen und die fielen durchwachsen aus.

"Die Ergebnisentwicklung des Greiffenberger-Konzerns im ersten Halbjahr 2017 lag, bezogen auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, insgesamt im Wesentlichen im Rahmen der Erwartungen. Negative Abweichungen von den Erwartungen ergaben sich u.a. aus über den Annahmen liegenden Rechts- und Beratungsaufwendungen und aus höheren Beschaffungskosten aufgrund der bereits im Jahresverlauf 2016 eingetretenen unerwartet deutlichen Verteuerungen im Bereich der Legierungszuschläge und Stahlpreise. Für die ersten sechs Monate 2017 weist der Greiffenberger-Konzern ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 2,1 Mio. € (Vj. 1,3 Mio. €), ein Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) von 1,2 Mio. € (Vj. 0,2 Mio. €) und ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 0,4 Mio. € (Vj. -0,9 Mio. €) aus. Unter dem Strich resultierte im Greiffenberger-Konzern für den Berichtszeitraum so beim Ergebnis je Aktie eine Verbesserung auf 0,06 € nach -0,44 € im ersten Halbjahr 2016."

 

Greiffenberger AG
Chart / Frankfurt: Greiffenberger AG | Powered by GOYAX.de
 

Hier zeigt sich, dass die Tochter Eberle keine Wunderdinge vollbringen kann und eigentlich eine Holdingstruktur für nur ein Tochterunternehmen viel zu aufwändig und teuer ist. Insbesondere wegen der hohen Stahlpreise und wegen der hohen Rechts- und Beratungskosten, liegt man hinter den eigenen Zielen, die man dem Restrukturierungskonzept zugrunde gelegt hatte. Während die hohen Stahlpreise eine Herausforderung sind und bleiben, werden die Rechts- und Beratungskosten, die überwiegend für die Restrukturierung angefallen sind, künftig erheblich niedriger ausfallen. Darüber hinaus steht man noch mit einem Darlehen im Feuer, das man einer schwächelnden Tochter lassen musste, als man sie endlich verkaufen konnte.

Greiffenberger erläutert dieses so: "Bestehende Forderungen der Greiffenberger AG gegen die BKP in Höhe von 1,5 Mio. € bleiben dieser als langfristiges Darlehen weiter zur Verfügung gestellt. Die Werthaltigkeit dieser Forderungen hängt unverändert von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der BKP ab."

Hier bleibt abzuwarten, ob (oder wie viel davon) dieses Geld mit der Zeit an Greiffenberger zurückfließt oder irgendwann abgeschrieben werden muss.

 

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Blue Cap AG
Chart: Blue Cap AG | Powered by GOYAX.de
 
 

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Michael C. Kissig | iNTELLiGENT iNVESTiERENMichael C. Kissig studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst er zudem regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

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