Sartorius hat 2025 wie angekündigt wieder deutlich Fahrt aufgenommen: Umsatz und Ergebnis sind spürbar gestiegen, vor allem dank des margenstarken Verbrauchsmaterial-Geschäfts. Auch für 2026 rechnet das Unternehmen mit weiterem profitablen Wachstum – trotz anhaltender Unsicherheiten im Markt.
Deutliches Umsatzplus, Ertrag wächst überproportional
Nach vorläufigen Zahlen stieg der Konzernumsatz 2025 wechselkursbereinigt um 7,6 % auf 3,54 Mrd. Euro. Nominal legte Sartorius um 4,7 % zu – belastet vor allem durch den schwächeren US-Dollar. Alle Regionen trugen zum Wachstum bei:
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EMEA erzielte 1,47 Mrd. Euro Umsatz (+5,8 % kWk),
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Amerika kam auf 1,25 Mrd. Euro (+8,9 % kWk),
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Asien/Pazifik auf 820 Mio. Euro (+8,9 % kWk).
Der operative Gewinn zog noch stärker an: Das operative EBITDA stieg um 11,2 % auf 1,05 Mrd. Euro, die Marge verbesserte sich von 28,0 % auf 29,7 %. Volumen-, Mix- und Skaleneffekte konnten negative Währungseinflüsse und den dämpfenden Effekt der US-Zölle mehr als ausgleichen.
Der maßgebliche Jahresüberschuss erhöhte sich um 18,2 % auf 331 Mio. Euro. Der bereinigte Gewinn je Stammaktie stieg auf 4,78 Euro (Vj.: 4,05 Euro), je Vorzugsaktie auf 4,79 Euro (Vj.: 4,06 Euro).
Bioprocess Solutions als Wachstumsmotor
Die Sparte Bioprocess Solutions, die mehr als drei Viertel des Konzernumsatzes ausmacht, war 2025 klarer Wachstumstreiber.
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Umsatz: 2,87 Mrd. Euro (+9,5 % kWk, +6,5 % nominal)
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Kern: das wiederkehrende Geschäft mit Filtern, Einwegbeuteln & Co., das von der Normalisierung der Nachfrage nach Covid-Sondereffekten profitiert.
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Das Anlagegeschäft blieb zwar gedämpft, zeigte sich im Jahresverlauf aber stabiler.
Beim Ergebnis setzte die Sparte einen deutlichen Akzent:
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Operatives EBITDA: 907 Mio. Euro (Vj.: 787 Mio. Euro)
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EBITDA-Marge: 31,7 % (Vj.: 29,3 %)
Sartorius schärfte gleichzeitig sein Portfolio – unter anderem mit Lösungen zur Prozessintensivierung (Richtung kontinuierliche Fertigung), neuen Filtrationssystemen sowie Software- und App-Angeboten. Die Kooperation mit dem US-Startup Nanotein und ein stärkerer Fokus auf PFAS-freie Filter und erneuerbare Rohstoffe in Einwegprodukten unterstreichen den Anspruch, Performance und Nachhaltigkeit zu verbinden.
Lab Products & Services: Stabilisierung in schwierigem Umfeld
Die kleinere Sparte Lab Products & Services stand 2025 weiterhin in einem herausfordernden Labormarkt, konnte sich aber im Jahresverlauf erholen und erreichte auf Jahressicht nahezu das Vorjahresniveau:
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Umsatz: 673 Mio. Euro (+0,2 % kWk, -2,5 % nominal)
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Beitrag von MatTek: gut 1 Prozentpunkt Umsatzwachstum
Zulegen konnten insbesondere Verbrauchsmaterialien und Services, während das Instrumentengeschäft schwach blieb, sich aber im zweiten Halbjahr spürbar stabilisierte – unterstützt durch neue Lösungen in der Bioanalytik.
Das operative EBITDA der Sparte sank auf 145 Mio. Euro (Vj.: 158 Mio. Euro), die Marge auf 21,5 % (Vj.: 22,9 %) – belastet durch Währungs- und Mixeffekte sowie Zölle.
Strategisch setzt Sartorius in dieser Sparte klar auf Organoide und Advanced Cell Models als Zukunftsfeld: Über MatTek bietet das Unternehmen humane Mikrogewebe und 3D-Modelle an, die klassische 2D-Zellkulturen ersetzen, präzisere Ergebnisse liefern und Tierversuche reduzieren sollen.
Investitionen, Bilanz und Personal: Basis für weiteres Wachstum
Sartorius hat 2025 sein Investitionsprogramm konsequent fortgeführt, um Kapazitäten und Resilienz auszubauen:
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Investitionen: 442 Mio. Euro (Vj.: 410 Mio. Euro)
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Investitionsquote: 12,5 % vom Umsatz (Vj.: 12,1 %)
Schwerpunkte waren der Ausbau des Standorts Aubagne (Bioprozesstechnologien), die Erweiterung der Membran- und Filterproduktion in Göttingen sowie der Aufbau des neuen Standorts in Songdo (Südkorea) als Hub für den südasiatischen Markt.
Die Bilanz präsentiert sich weiterhin solide:
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Eigenkapitalquote: 39,8 % (Vj.: 38,6 %)
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Dynamischer Verschuldungsgrad: 3,55 (Vj.: 3,96)
Die Mitarbeiterzahl stieg auf 14.042 (+514) – vor allem durch Neueinstellungen in der Fertigung.
Ausblick 2026: Weiteres profitables Wachstum erwartet
Für 2026 bleibt Sartorius vorsichtig optimistisch – angesichts geopolitischer Risiken, handelspolitischer Unsicherheiten und einer Branche, die zwar „zurück auf Kurs“, aber noch nicht auf dem vollen Langfrist-Wachstumspfad ist.
Der Konzern rechnet mit:
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Umsatzwachstum (kWk): +5 bis +9 %
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inkl. ca. +1 Prozentpunkt aus der MATTEK-Akquisition und bestehenden US-Zöllen
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Operative EBITDA-Marge: „etwas über“ 30 % (Vj.: 29,7 %)
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Investitionsquote: auf Vorjahresniveau (rund 12,5 %)
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Dynamischer Verschuldungsgrad: etwas über 3 (vor evtl. Kapitalmaßnahmen/Akquisitionen)
Nach Sparten:
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Bioprocess Solutions:
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Umsatzwachstum (kWk): +6 bis +10 %
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Treiber: Verbrauchsmaterialien, stabiles bis leicht besseres Anlagengeschäft
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Operative EBITDA-Marge: etwas über 32 % (Vj.: 31,7 %)
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Lab Products & Services:
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Umsatzwachstum (kWk): +2 bis +6 %
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darin rund +1,5 Prozentpunkte MATTEK-Effekt
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Operative EBITDA-Marge: leicht unter 21 % (Vj.: 21,5 %) – gedämpft durch höhere Investitionen in Advanced Cell Models, Währungseffekte und Zölle
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Die Prognosebandbreiten spiegeln das weiterhin volatile Umfeld wider – etwa mögliche zusätzliche US-Zölle oder eine erneute Eintrübung der Investitionsbereitschaft. Strategisch bleibt Sartorius aber klar positioniert: als Anbieter von Schlüsseltechnologien, mit denen Biopharma-Unternehmen Therapien schneller, effizienter und kosteneffizienter zum Patienten bringen sollen.















