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Vor zwei Tagen hielt die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA (ISIN: DE0005493092) die Hauptversammlung (HV) ab und konnte sportlich gesehen ein durchgehend positives Fazit ziehen.

Nach dem Trainerwechsel im Sommer, Klopp ging und Tuchel kam, konnten die Schwarz-Gelben wieder an die erfolgreichen Zeiten der Ära Klopp anknüpfen. Es war ja die große Frage, ob es gelingt und wenn ja  wie lange es benötigt, bis die Mannschaft die taktischen Vorgaben des neuen Trainers erfolgreich auf dem Platz umsetzen kann.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann man sagen, dass es vom ersten Spieltag an gelungen ist. Mittlerweile steht der BVB in der Bundesliga nämlich wieder auf Platz zwei, hat frühzeitig die Gruppenphase der Europa League überstanden und ist auch im dritten Wettbewerb, dem DFB-Pokal, ins Achtelfinale eingezogen. Damit hat man sportlich sicherlich das Optimum herausgeholt.

Die Aktie allerdings zeigt kaum eine Reaktion auf die bisher gelungene sportliche Saison. Seit Ende August bewegte sich das Papier in einem Seitwärtskanal zwischen 3,90 EUR und 4,20 EUR auf und ab. Doch das kann sich schon bald ändern.


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Champions League-Qualifikation fest im Blick

Der BVB steht nach 13 Spieltagen in der Bundesliga auf Platz zwei, d.h. auf einem direkten Qualifikationsplatz für die Champions League (CL). Zwar beträgt der Abstand zum Tabellenführer aus München bereits acht Punkte, doch das Team von Thomas Tuchel hat seinerseits wiederum ein Fünf-Punktepolster auf den Verfolger aus Wolfsburg.

Wichtiger noch ist, dass die Mannschaft in der Hinrunde wieder guten und erfolgreichen Kombinationsfußball spielt. Mit 36 Toren ist man zweitstärkste Offensivkraft, nur knapp hinter den Bayern, die vier Tore mehr erzielten. An diesem positiven Bild ändert auch die 3:1 Niederlage am letzten Wochenende beim HSV nichts.

Und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat auf der HV am 23. November eines ganz klar gemacht: Man wird alles Notwendige dafür tun, dass der sportliche Erfolg weiter so erhalten bleibt. Denn das große Ziel ist in dieser Saison die Qualifikation für die CL. Der Verein ist bereit, für das Erreichen dieses wichtigen Ziels auch auf mögliche Gewinne zu verzichten. Was heißt das?


Das heißt, der BVB will den Geldberg von aktuell rund 50 Mio. EUR an Cash nicht bewahren oder weiter anhäufen, sondern gezielt in die Mannschaft investieren. Darüber hinaus will man wichtige Leistungsträger wie z.B. Pierre-Emerick Aubameyang trotz lukrativer Angebote nicht abgeben. An dem Dortmunder Stürmer soll der FC Barcelona Interesse haben. 40 Mio. EUR und mehr stehen als Ablösesumme im Raum. Aubameyang hat in Dortmund allerdings noch einen Vertrag bis 2020. Man wird sehen, ob der BVB im Sommer nächsten Jahres standhaft bleibt.

Im Hinblick auf die bisherige Saison und die ausgegebene Strategie des BVB sieht es sportlich somit unterm Strich absolut positiv aus. Das Ziel CL-Qualifikation ist ohne Frage machbar. Die Position, die man sich bis dato erarbeitet hat, spricht jedenfalls für ein Gelingen. Und wie wichtig die CL-Qualifinkation ist, war jüngst noch im Q1-Bericht für das Geschäftsjahr 2015/2016 nachzulesen:

„Spielte Borussia Dortmund in den vergangenen vier Geschäftsjahren jeweils in der UEFA Champions League, konnte sich die Mannschaft im aktuellen Geschäftsjahr nach Platz sieben im Vorjahr noch für die Gruppenphase der UEFA Europa League qualifizieren. Diese stellt im Hinblick auf die teilnehmenden Mannschaften ebenfalls eine sportliche Herausforderung dar, rein wirtschaftlich betrachtet ist der Wettbewerb jedoch weniger attraktiv.“

Wir hatten in unserem Artikel „Verpasste CL-Qualifikation des BVB schlägt erst in dieser Saison voll durch“ Ende August bereits herausgestellt, dass es große Unterschiede zwischen den beiden Wettbewerben in punkto Einnahmen gibt und dass dem BVB in dieser Saison so gesehen, wahrscheinlich einige Millionen durch die Lappen gehen werden.

Dennoch hat Dortmund weiterhin die Möglichkeit, in der Europa League gleich viel bzw. sogar mehr einzunehmen, als in der letzten CL-Spielzeit. Das ist jedoch abhängig davon, wie weit es die Dortmunder im laufenden Wettbewerb noch schaffen. In die Zwischenrunde haben es die Schwarz-Gelben ja bereits frühzeitig geschafft.

Watzke äußerte bereits im April, dass man mit dem Einzug ins Europa League-Achtelfinale Einnahmen von rund 30 Mio. EUR generieren würde. In der letzten CL-Saison kam der BVB bis ins Achtelfinale und kassierte 33,5 Mio. EUR an Prämien und aus der Vermarktung dafür. Hinzu kommen noch die Einnahmen aus dem Spielbetrieb (Tickets u. Catering). Bei einem Gewinn der Europa League dürften die Einnahmen sicher deutlich über dem der CL-Einnahmen aus dem Vorjahr liegen.


Quartalszahlen durch Sondereffekt „Ciro“ belastet

Am 13. November hat der BVB die Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht. Demnach stiegen die Umsätze von Juli bis September um 28,65% auf 90 Mio. EUR (Q1 2014/2015: 69,96 Mio. EUR) an. Der Umsatzanstieg resultierte dabei vor allem aus Transfergeschäften. Aber auch die Einnahmen aus dem Spielbetrieb und der Werbung legten zu.

Während das EBITDA mit 13,89 Mio. EUR nahezu auf Vorjahresniveau blieb (Q1 2014/2015: 13,92 Mio. EUR), sorgte eine Sonderabschreibung in Höhe von 7,5 Mio. EUR auf einen immateriellen Vermögenswert für ein negatives EBIT von -5,22 Mio. EUR sowie ein negatives Konzernergebnis von -5,6 Mio. EUR.

Im Q1 des letzten Jahres standen noch ein EBIT von 3,82 Mio. EUR und ein Gewinn von 2,41 Mio. EUR zu Buche. Bei der Sonderabschreibung dürfte es sich um die Differenz beim Kauf und Verkauf des italienischen Stürmers Ciro Immobile handeln. Dieser wurde seinerzeit für 18,5 Mio. EUR von Juventus Turin gekauft. Nachdem er in Dortmund nicht einschlug, wurde er für 11 Mio. EUR an den FC Sevilla wieder verkauft.


Kursverlauf der Aktie hängt an CL-Quali und Europa League

Es spricht derzeit einiges für einen Einstieg in die Aktie des BVB. Der Verein ist schuldenfrei, hat rund 50 Mio. EUR an Cash auf der hohen Kante und ist wie der Geschäftsführer des BVB, Hans-Joachim Watzke, sagt, mit einer Marktkapitalisierung von 370 Mio. EUR aktuell „krass unterbewertet“.

Gemessen am Wert des Kaders, der Marke „BVB“ und anderen Vermögenswerten hat Watzke sicherlich recht. Doch die Börse tut sich eben schwer damit, bei einem Fußball-Club nicht vor allem auf die sportlichen Perspektiven und Erfolge zu schauen und nicht so sehr auf den wahren Buchwert.

Kurse sind an der Börse immer auch von der Fantasie abhängig und die wird bei der BVB-Aktie nun einmal aus den sportlichen Perspektiven abgeleitet. Und die sind aktuell ganz sicher da. Platz zwei in der Bundesliga, Achtelfinale im DFB-Pokal und der vorzeitige Einzug in die Zwischenrunde der Europa League geben Anlass zum Optimismus, dass  die Aktie in den kommenden Wochen und Monate aus der monatelangen Seitwärtsbewegung nach oben hin ausbrechen wird. Möglicherweise wartet der Markt aber auch noch den Start zur Rückrunde ab, um zu sehen, dass der BVB gut aus der Winterpause kommt.

Die Voraussetzung für einen positiven Trend ist letztendlich, dass der BVB in Sachen CL-Qualifikation weiterhin auf Kurs bleibt und dass man das Mindestziel in der Europa League, d.h. den Einzug ins Achtelfinale, meistert. Werden diese beiden Dinge umgesetzt, so sollte auch die Aktie im Weiteren wieder in Richtung Kursziel des Bankhaus Lampe bei 5 EUR laufen.

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Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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