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Die Schaltbau Holding AG (ISIN: DE0007170300) aus München ist seit Beginn des Jahres wieder auf Wachstumskurs und auch die strategische Expansion schreitet voran.

Zuvor mussten Aktionäre Ende letzten Jahres mit einer Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2014 jedoch zunächst einen Dämpfer einstecken. Das Unternehmen musste im November 2014 die Prognose für das operative Ergebnis von 31 Mio. EUR auf 26,8 Mio. EUR senken. Damals fiel die Aktie binnen vier Tage um 17,72% auf 38,50 EUR.

Seit Anfang des neuen Jahres ist die Schaltbau Holding mit ihren Tochtergesellschaften im Bereich der Entwicklung und Vertrieb von elektromagnetischen Komponenten sowie Systeme für Bahntechnik und Industrie aber wieder in der Spur.

Und an der Börse ging es auch wieder aufwärts. Die Aktie notiert aktuell wieder bei 47 EUR und legte seit dem Einbruch im letzten Jahr um 22% zu. Und auch die vorab gemeldeten Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres stärken insgesamt betrachtet den Aufwärtstrend. Dennoch verliert die Aktie im Tageshandel heute nach der Meldung bis zum Nachmittag über 3%.


Umsatz steigt bis September um über 15%

Eines kann man übergreifend sagen: Die Räder im Getriebe der Schaltbau Holding laufen in 2015 wieder weitestgehend ohne Quietschen. Jedenfalls was den Umsatz, die Ergebnisse und den Auftragseingang betrifft.

Von Januar bis September erzielte die Schaltbau-Gruppe einen Umsatz von insgesamt 360,2 Mio. EUR, d.h. 15,3% mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei fiel das Wachstum im dritten Quartal allerdings als kleiner Wehrmutstropfen mit 7,7% schwächer aus, als in den beiden Quartalen zuvor.

Insgesamt sind in den ersten neun Monaten vor allem organische Zuwächse bei Türsystemen und Innereinrichtungen im Bahnbereich sowie bei Bremssystemen für Containerterminals für die positive Geschäftsentwicklung verantwortlich.

Das EBIT wuchs auf 9-Monatssicht ähnlich stark wie der Umsatz um 15,5% auf 27,6 Mio. EUR. Das dritte Quartal lag mit 7,9 Mio. EUR dabei klar unter dem hohen Vorjahreswert von 11,5 Mio. EUR.

Das Konzernergebnis fiel in den ersten neun Monaten mit 18,4 Mio. EUR wie erwartet deutlich geringer als im Vorjahreszeitraum aus. Der Vergleichswert aus 2014 war mit 28,1 Mio. EUR sehr viel höher. Das Ergebnis aus 2014 war jedoch vor allem auf den einmaligen Effekt der Neubewertung der RAWAG-Anteile zurückzuführen, der rund 11,8 Mio. EUR ausmachte.

Positiv stimmt neben der Umsatz- und Ergebnisentwicklung vor allem der Auftragseingang, der sich in den ersten neun Monaten um 16,1% auf 392,5 Mio. erhöhte, im dritten Quartal betrug das Wachstum hier gar 20,5%. Der Auftragbestand stieg um 59,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 345,4 Mio. EUR (+20,81%).

Insgesamt also positive Signale für die Zukunft, wenngleich man sich bei Schaltbau bewusst ist, dass es immer wichtiger wird sich auch mittels gezielter Akquisitionen möglichst gut zu positionieren. Und genau dafür rüstet man sich in München offensichtlich.


Erfolgreiche Platzierung des Schuldscheindarlehens

Es wundert beim Verlauf der ersten zwei Quartale nicht weiter, dass das Schuldscheindarlehen der Schaltbau Holding, dessen erfolgreiche Platzierung Anfang Juli bekannt gegeben wurde, sechsfach überzeichnet war.

Bereits einen Tag nach Bekanntgabe wurde das Orderbuch vorzeitig geschlossen. Statt der avisierten 50 Mio. EUR konnte man weitere 20 Mio. EUR, d.h. insgesamt 70 Mio. EUR einsammeln.

Mit diesem Geld im Rücken hat die Schaltbau Holding die Konditionen für ihre mittel- bis langfristige Finanzierungssicherheit deutlich verbessern können. Weiterhin hat man sich dadurch zusätzlichen Spielraum für gezielte Akquisitionen verschaffen können, um das organische Wachstum strategisch fortführen zu können. Dass dies der eingeschlagene Weg ist, zeigen die jüngsten Aktivitäten im Schaltbau-Konzern.


Tochter erhöht Anteil an Rail Door Solutions

So hat die Gebr. Bode GmbH & Co. KG, eine 100-prozentige Tochter, im Mai ihren Anteil an der Rail Door Solutions Ltd. (RDS) von 50% auf 65% erhöht. Damit setzte die Tochtergesellschaft aus Kassel die ausgegebene Expansionsstrategie der Schaltbau-Gruppe weiter um.

RDS ist ein Unternehmen im Bereich des Neubaus, der Modernisierung, Reparatur und Wartung von Türsystemen für Schienenfahrzeuge, hauptsächlich in Großbritannien und Irland. Das britische Unternehmen setzte in 2014 mit seinen 39 Mitarbeitern 6,6 Mio. EUR um.


Akquisition von SPII S.p.A. erweitert Komponentensparte

Eine weitere Akquisitions-Aktivität hat die Schaltbau GmbH, ebenfalls eine 100-prozentige Tochter der Schaltbau Holding, zu Beginn des dritten Quartals vorgenommen. Im Zuge der Expansion hat sie 65% der Anteile des auf Eisenbahn- und Automatisierungskomponenten spezialisierten Unternehmens SPII S.p.A. aus Italien übernommen.

SPII war bereits zuvor jahrzehntelang als Partner im Bereich von Komponenten der Verkehrstechnik für die Münchener tätig. Für das Jahr 2015 geht man davon aus, dass die 110 Mitarbeiter einen Umsatz von rund 27 Mio. EUR erwirtschaften werden.

Von der Mehrheitsbeteiligung erhofft sich die Schaltbau Holding für die Zukunft natürlich weitere wichtige Synergie- und Ergebniseffekte und insbesondere eine Erweiterung des eigenen Leistungsspektrums.

Der Fokus liegt dabei nach eigenen Angaben darauf, ein Angebot selbstentwickelter Führerpulte für Schienenfahrzeuge im Portfolio zu haben. Im Lagebericht für das erste Halbjahr 2015 heißt es dazu: "Das Segment Komponenten entwickelt sich damit bei Bahngeräten zu einem Anbieter kompletter Subsysteme weiter und übernimmt zugleich die Weltmarktführerschaft bei Fahrschaltern."


Analysten sehen für Aktie noch Potenzial

Zwar hat sich die Aktie in den vergangenen 12 Monaten wieder von dem Sturz nach der Gewinnwarnung auf das Jahrestief bei 38,50 EUR erholen können, doch mit 47 EUR ist sie noch ein gutes Stück von den Kurszielen der Analysten entfernt.

Die Landesbank Baden-Württemberg hat Mitte Juli ein Kursziel von 56 EUR ausgegeben und seinerzeit das Votum „Hold“ vergeben. Ganz anders sehen das die Kollegen von Oddo Seydler, der DZ Bank und fairesearch. Alle stuften die Aktie von Schaltbau Holding zuletzt mit „Buy“ ein. Die Kursziele bewegen sich dabei in einer Spanne von 60 EUR bis 65 EUR.

Ausgehend vom niedrigsten Kursziel bei 56 EUR ergibt sich vom aktuellen Kurs aus gesehen immerhin ein Up-Potenzial von über 19%.

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

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