RATIONAL liefert trotz geopolitischer Unsicherheiten und schwieriger Rahmenbedingungen ein starkes erstes Halbjahr 2026 ab. Der Großküchenspezialist steigert Umsatz und Ergebnis, erreicht im zweiten Quartal eine EBIT-Marge von beeindruckenden 29 Prozent und profitiert gleichzeitig von einer wieder anziehenden Nachfrage.
Zwar steckt hinter der außergewöhnlich hohen Profitabilität teilweise ein positiver Sondereffekt durch Zollerstattungen. Doch auch bereinigt zeigt sich das operative Geschäft robust. Besonders interessant für Anleger: Auftragseingang und Auftragsbestand ziehen zum Ende des zweiten Quartals an – und könnten damit bereits den Grundstein für ein starkes zweites Halbjahr legen.
Umsatz steigt auf 641,5 Millionen Euro
Im zweiten Quartal 2026 erzielte RATIONAL einen Umsatz von 324 Millionen Euro und damit 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Nach sechs Monaten stehen damit Erlöse von 641,5 Millionen Euro in den Büchern. Gegenüber den 606,2 Millionen Euro aus dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von rund 6 Prozent.
Noch stärker fällt die Entwicklung aus, wenn Wechselkurseffekte herausgerechnet werden. Organisch beziehungsweise währungsbereinigt wuchs RATIONAL im ersten Halbjahr um rund 8 Prozent.
Damit zeigt das Unternehmen, dass die Wachstumsstory trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds intakt bleibt.
Das erste Quartal hatte allerdings von Vorzieheffekten im Zusammenhang mit einer Preiserhöhung in den USA profitiert. Umso wichtiger ist, dass RATIONAL auch anschließend im zweiten Quartal weiter wachsen konnte.
Europa liefert – Nordamerika währungsbereinigt zweistellig
Regional zeigt sich ein interessantes Bild.
Besonders stark entwickelte sich Europa. Außerhalb Deutschlands legten die Umsätze um 9 Prozent zu. Zu den Wachstumstreibern gehörten insbesondere Skandinavien, Österreich, Spanien und Frankreich.
Auch Deutschland konnte um 9 Prozent wachsen.
In Nordamerika sieht die Entwicklung auf den ersten Blick weniger spektakulär aus. Der ausgewiesene Umsatz verbesserte sich lediglich um 1 Prozent. Verantwortlich dafür war allerdings insbesondere der schwache US-Dollar.
Währungsbereinigt erzielte RATIONAL in Nordamerika ein Wachstum von mehr als 10 Prozent.
Damit bleibt der nordamerikanische Markt operativ ein wichtiger Wachstumstreiber.
Schwieriger bleibt dagegen Asien. Hier gingen die ausgewiesenen Umsätze um 2 Prozent zurück. Währungsbereinigt erreichte RATIONAL allerdings immerhin ein Plus von 4 Prozent.
Belastungsfaktor bleibt insbesondere China, während sich Japan weiterhin positiv entwickelt.
iVario wächst mit 14 Prozent
Auch ein Blick auf die einzelnen Produktgruppen zeigt, wo momentan besonders viel Dynamik steckt.
Der Umsatz mit der Produktgruppe iVario kletterte im ersten Halbjahr um 14 Prozent von 69,6 auf 79,4 Millionen Euro.
Damit wächst iVario deutlich schneller als der Gesamtkonzern.
Die wesentlich größere Produktgruppe iCombi erhöhte ihre Umsätze gleichzeitig um 5 Prozent auf 562,2 Millionen Euro.
Dass neben dem etablierten Kerngeschäft insbesondere iVario zweistellig wächst, verbreitert die Wachstumsbasis des Konzerns.
29 Prozent EBIT-Marge – doch es gibt einen Haken
Das eigentliche Highlight der Halbjahreszahlen findet sich allerdings auf der Ergebnisseite.
Die Umsatzkosten erhöhten sich lediglich um 4 Prozent auf 258,1 Millionen Euro und damit langsamer als der Umsatz. Dadurch verbesserte sich die Rohertragsmarge von 59,0 auf 59,8 Prozent.
Das EBIT sprang im ersten Halbjahr gleichzeitig um rund 11 Prozent von 153,4 auf 169,9 Millionen Euro.
Die EBIT-Marge verbesserte sich entsprechend von bereits starken 25,3 Prozent auf 26,5 Prozent.
Im zweiten Quartal erreichte RATIONAL sogar eine EBIT-Marge von 29,0 Prozent.
Diese Zahlen müssen Anleger allerdings richtig einordnen.
RATIONAL profitierte im zweiten Quartal von der Erstattung amerikanischer IEEPA-Zölle in Höhe von rund 14 Millionen Euro. Dieser Betrag floss vollständig in das Ergebnis ein und sorgte damit für einen außergewöhnlich positiven Effekt.
Ohne diese Zollerstattung hätte die EBIT-Marge im ersten Halbjahr bei rund 24,3 Prozent gelegen.
Damit wäre die Profitabilität zwar weniger spektakulär ausgefallen – allerdings weiterhin auf einem ausgesprochen hohen Niveau und innerhalb der Erwartungen des Managements.
Operative Stärke bleibt auch ohne Sondereffekt
Gerade dieser Blick auf die bereinigte Entwicklung dürfte für Anleger entscheidend sein.
Denn selbst ohne den 14-Millionen-Euro-Sondereffekt bleibt RATIONAL hochprofitabel.
Gleichzeitig erhöhten sich die operativen Kosten im ersten Halbjahr lediglich um 5 Prozent auf 215,3 Millionen Euro und damit ebenfalls etwas langsamer als der Umsatz.
RATIONAL schafft es damit weiterhin, Wachstum und Kostendisziplin miteinander zu verbinden.
Das dürfte insbesondere dann interessant werden, wenn sich das Umsatzwachstum in den kommenden Quartalen weiter beschleunigen sollte.
RATIONAL investiert weiter in den Vertrieb
Bemerkenswert ist zudem, dass RATIONAL trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten nicht auf die Bremse tritt.
Ende Juni beschäftigte der Konzern weltweit 2.913 Mitarbeiter. Innerhalb von zwölf Monaten kamen rund 120 Beschäftigte hinzu.
Allein in Deutschland arbeiten inzwischen 1.581 Menschen für das Unternehmen.
Besonders stark investiert RATIONAL dabei in kundennahen Funktionen. Die Zahl der Mitarbeiter in entsprechenden Vertriebsfunktionen wurde um 8 Prozent erhöht.
Das Unternehmen bereitet damit organisatorisch die Grundlage für weiteres Wachstum und baut seine Vertriebskapazitäten aus.
Auftragseingang zieht an – wichtiges Signal für Anleger
Der möglicherweise spannendste Punkt des Halbjahresberichts findet sich jedoch beim Blick nach vorne.
RATIONAL berichtet von einer spürbaren Belebung der Nachfrage gegen Ende des zweiten Quartals.
Gleichzeitig befinden sich Auftragseingang und Auftragsbestand auf einem hohen Niveau.
Damit verbessert sich die Visibilität für die kommenden Monate.
Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte das Wachstum im zweiten Halbjahr zusätzliche Unterstützung erhalten. Gerade nach den Vorzieheffekten im ersten Quartal wäre eine wieder zunehmende Nachfrage aus dem operativen Geschäft ein wichtiges Signal dafür, dass die Entwicklung nicht lediglich durch temporäre Effekte getragen wird.
Prognose bestätigt – RATIONAL bleibt zuversichtlich
Das Management bestätigt entsprechend seinen Wachstumsausblick für das laufende Geschäftsjahr.
CEO Peter Stadelmann sieht im hohen Auftragseingang und gestiegenen Auftragsbestand eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung und erwartet, dass RATIONAL seinen Wachstumskurs in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen kann.
Damit startet das Unternehmen mit einer komfortablen Ausgangsposition in die zweite Hälfte des Geschäftsjahres.
Fazit: Qualität hat ihren Preis – aber RATIONAL liefert
RATIONAL präsentiert ein überzeugendes erstes Halbjahr.
6 Prozent Umsatzwachstum, 8 Prozent währungsbereinigtes Wachstum, 11 Prozent mehr EBIT und eine EBIT-Marge von 26,5 Prozent sprechen zunächst eine klare Sprache.
Der Zoll-Sondereffekt von rund 14 Millionen Euro relativiert den Ergebnissprung zwar etwas. Doch selbst ohne diesen Effekt hätte RATIONAL eine EBIT-Marge von 24,3 Prozent erreicht.
Noch wichtiger könnte für Anleger die Entwicklung der kommenden Quartale sein.
Die Nachfrage zieht wieder an, der Auftragseingang ist hoch und der Auftragsbestand steigt. Gleichzeitig wächst Nordamerika währungsbereinigt zweistellig, Europa liefert solide Wachstumsraten und iVario entwickelt sich mit einem Plus von 14 Prozent zunehmend zum zusätzlichen Wachstumstreiber.
Damit bleibt RATIONAL ein Paradebeispiel dafür, wie ein hochprofitables Geschäftsmodell selbst in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld wachsen kann.
Sollte sich die Nachfragebelebung im zweiten Halbjahr bestätigen, könnte der Blick der Börse deshalb schnell weniger auf den einmaligen Zoll-Effekt und stärker auf die Frage gerichtet sein, wie viel Wachstum RATIONAL 2027 erreichen kann.















