Pyramid meldet ein starkes Lebenszeichen – und das mit Wucht. Der IT-Spezialist startet mit einem Rekord-Auftragseingang ins Jahr 2026 und legt damit die Basis für eine potenziell deutlich dynamischere Entwicklung. Für Anleger wird die Story damit zunehmend spannend.
Auftragseingang explodiert – über 70 % Wachstum
Mit einem Auftragseingang von 26,9 Mio. Euro im ersten Quartal 2026 stellt Pyramid einen neuen Höchstwert auf. Der bisherige Rekord wird damit übertroffen, gleichzeitig ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von über 70 Prozent.
Besonders bemerkenswert: Dieses Wachstum kommt nicht aus einzelnen Großprojekten, sondern ist breit getragen. Zahlreiche Neukundengewinne zeigen, dass Pyramid im Markt zunehmend wahrgenommen wird – und zwar auch in einem schwierigen Umfeld.
Das deutet auf eine strukturelle Verbesserung der Marktposition hin, nicht nur auf kurzfristige Effekte.
100-Millionen-Euro-Chance: KI-Server-Aufträge noch kaum abgerufen
Ein echter Kurstreiber könnte jedoch noch vor Pyramid liegen. Der bereits 2025 gemeldete Rahmenvertrag für KI-Server mit einem Volumen von mindestens 100 Mio. Euro bis 2028 hat bislang kaum zum aktuellen Auftragseingang beigetragen.
Der Grund liegt in stark gestiegenen Komponentenpreisen, insbesondere bei KI-Grafikkarten, wie sie etwa von NVIDIA geliefert werden. Dadurch wurden bisher nur einzelne Abrufe getätigt.
Für Investoren bedeutet das: Ein erheblicher Teil des Potenzials ist noch gar nicht in den Zahlen sichtbar. Sollte sich die Situation bei den Komponenten entspannen, könnten größere Abrufe folgen – und damit zusätzliche Wachstumsimpulse.
Strategie greift: Fokus auf Europa und Großkunden zahlt sich aus
Die Neuausrichtung des Unternehmens zeigt Wirkung. Pyramid konzentriert sich verstärkt auf das europäische Server- und Storage-Geschäft sowie auf internationale Großkunden.
Produkte wie KI-Server unter der Marke AKHET und Speicherlösungen von RNT stehen dabei im Mittelpunkt. Gleichzeitig bleiben die klassischen Bereiche stabil, ohne jedoch das Wachstum zu treiben.
Diese klare Fokussierung sorgt für ein schärferes Profil und erleichtert den Zugang zu größeren Projekten und Ausschreibungen.
Reorganisation abgeschlossen – Synergien greifen
Ein wichtiger Meilenstein ist die abgeschlossene Reorganisation des Konzerns. Der Verkauf der asiatischen Tochtergesellschaften markiert den Abschluss dieses Prozesses.
Damit kann sich Pyramid nun vollständig auf die wachstumsstarken Kernmärkte konzentrieren. Parallel dazu wurde die Integration der RNT Rausch GmbH planmäßig umgesetzt.
Die daraus entstehenden Synergien wirken bereits seit Anfang 2026 und sollen in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden. Für Anleger ist das ein wichtiger Hebel für zukünftige Effizienzsteigerungen.
Profitabilität noch unter Druck – Einkauf bleibt Schlüsselthema
Trotz der starken operativen Entwicklung bleibt die Profitabilität aktuell hinter den Erwartungen zurück. Hauptgrund sind die stark gestiegenen Preise auf den Beschaffungsmärkten.
Gerade im Bereich der IT-Hardware wirken sich diese Effekte direkt auf die Margen aus. Pyramid arbeitet daher gezielt daran, die eigenen Einkaufsoptionen zu erweitern und flexibler zu gestalten.
Die geplante Kapitalerhöhung spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit zusätzlichen finanziellen Mitteln soll das Working Capital gestärkt werden, um bessere Einkaufskonditionen zu erzielen und Margenpotenziale zu heben.
Börsensegment-Wechsel: Fokus auf Mittelstands-Investoren
Auch am Kapitalmarkt stellt sich Pyramid neu auf. Seit Februar 2026 ist die Aktie im Mittelstandssegment m:access der Börse München gelistet.
Der Rückzug aus dem Scale-Segment in Frankfurt ist dabei ein strategischer Schritt. m:access richtet sich gezielt an wachstumsstarke mittelständische Unternehmen und könnte die Ansprache neuer Investorengruppen erleichtern.
Der Handel über XETRA bleibt weiterhin bestehen, sodass die Liquidität der Aktie gesichert ist.
Einordnung für Anleger: Wachstumswert mit verstecktem Potenzial
Pyramid liefert aktuell mehrere spannende Ansatzpunkte für Investoren. Der starke Auftragseingang zeigt, dass das Unternehmen operativ an Fahrt gewinnt. Gleichzeitig ist ein Großteil des Potenzials aus dem KI-Server-Geschäft noch nicht realisiert.
Die abgeschlossene Reorganisation und die Integration von RNT schaffen zusätzliche Effizienzpotenziale. Kurzfristig bleibt die Profitabilität zwar unter Druck, doch genau hier könnte die geplante Kapitalmaßnahme ansetzen.
Sollte es Pyramid gelingen, die Margen wieder zu steigern und gleichzeitig das Auftragsvolumen weiter auszubauen, könnte sich die Aktie deutlich dynamischer entwickeln.
Die Story ist damit klar: Viel Wachstum ist bereits sichtbar – ein großer Teil könnte aber noch vor dem Unternehmen liegen.














