PNE – operativ OK, aber Verluste steigen kräftig – „Zinsergebnisse von…“. Vorübergehende Probleme?

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PNE – Vertreter einer Branche, die eigentlich im Fokus des Kapitalmarktes stehen sollte: Jahrelange Wachstumsphase voraus wg. Energiewende, europaweiten ambitionierten Ausbauplänen der Erneuerbaren und „berechenbares“ Geschäftskonzept. 

Aber seit längerem durch das Orstedt-Desaster nochmals aufgeheizt, herrscht am Kapitalmarkt eine eher reservierte Stimmung gegenüber Vertreter der Erneuerbaren. Auch PNE als Bestandshalter und Projektierer ist von der allgemeinen Stimmungslage betroffen. Und die Gründe sind nicht ganz von der Hand zu weisen: Erhöhte Zinsen verteuern die i.d.R. stark fremdkapitalgehebelten Errichtung von Solar- und Windparks. Zusätzlich ein Drehen an der Kostenschraube bei den Herstellern der Anlagen – Nordex ist hier nur ein Beispiel für eine Branche, deren Vertreter die um den jeweiligen Break-Even kämpfen. Dazu kommen wohl noch zwei „hausgemachte“ Probleme: Platzen der Übernahmephantasie durch Morgan Stanley’s Stop der Angebotssondierung. Dazu wohl schlecht laufende Absicherungsgeschäfte, die

PNE zumindest zum 30.09.2023 in die roten Zahlen bringen – EPS Minus 0,33 EUR.

Um das ganze für die Aktionäre gefällig zu verpacken, findet PNE in der heutigen Quartalsmitteilung blumige Worte: Unter der Überschrift „PNE AG erreicht zufriedenstellendes Ergebnis und baut Projektpipeline weiter aus“ findet sich ein EBITDA, das mit 16,5 Mio EUR zwar unter den 21,1 Mio EUR des Vorjahres liegt, aber durchaus in der normalisierten Strompreisentwicklung zufriedenstellend bezeichnet werden kann. Auch bei Gesamtleistung – 156,9 Mio EUR/Vorjahr152,1 Mio EUR) und Umsatzerlösen in Höhe von 75,1 Mio EUR (Vorjahr: 76,7 Mio  EUR) ist PNE „zufriedenstellend“. Danach kommt es dann zum weniger zufriedenstellenden Zwischenstand, der sich nicht einmal unter den drei Tops der Meldung wiederfindet.

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SWAP-Geschäfte, Zinsentwicklung kosten Geld.

Es heisst: „Das ausgewiesene unverwässerte Ergebnis je Aktie von -0,33 Euro (im Vorjahreszeitraum: 0,09 Euro) wurde im Wesentlichen aufgrund von Zinsergebnissen aus Folgebewertungen der im Konzern befindlichen Zins-SWAPs und Kreditverbindlichkeiten beeinflusst. Im Vorjahr trug das Zinsergebnis aus den Bewertungen positiv zum Periodenergebnis bei. In den ersten neun Monaten 2023 war es hingegen negativ. Diese Bewertungsdifferenzen sind vor allem auf stichtagsbezogene Marktwerte beziehungsweise an der Folgebewertung der zur Zinsabsicherung abgeschlossenen SWAPs und der Effektivverzinsung von Kreditverbindlichkeiten im Rahmen der Projektfinanzierungen zurückzuführen. Sie spiegeln nicht das operative Ergebnis wider.

Mehr gibt’s nicht zu diesem Thema. Schade. Nicht, wie sich diese Bilanzbelastung weiter entwickeln könnte, wie gross die zukünftigen Risiken aus diesen „Geschäften“ sind und wie lange sie die Bilanz voraussichtlich negativ beeinflussen werden. Dazu die Frage: Warum finden sich bei anderen Unternehmen aus der Branche diese Bilanzwirkungen aus SWAP-Geschäften und Kreditverbindlichkeiten nicht in diesem Umfang, nicht in diesem Umfang, der den Konzern sogar in die roten Zahlen bringt.

Verluste aus diesen Geschäften haben sich in den letzten drei Monaten überproportional erhöht – Ende der Entwicklung nicht in Sicht?

Nach sechs Monaten hiess es bei PNE: „Das ausgewiesene unverwässerte Ergebnis je Aktie von -0,18 EUR (im Vorjahreszeitraum: 0,14 EUR) wurde insbesondere durch sogenannte „außergewöhnliche Zinsaufwendungen aus Folgebewertungen von im Konzern befindlichen Zins-SWAPS und Kreditverbindlichkeiten“ negativ beeinflusst.“ (nwm 12.09.23) Und jetzt kommen in drei Monaten weitere Verluste von 0,15 EUR hinzu – wenn das in diesem Tempo weitergehen sollte, dann könnte hier ein grösseres Problem entstehen…

Halt „zufriedenstellend“ – PNE CEO sieht Positives – und über das Negative spricht er nicht.

„Angesichts dieser Marktumstände sind wir mit dem erreichten Ergebnis der ersten neun Monate zufrieden“, sagte Markus Lesser, Vorstandsvorsitzender der PNE AG. „Unsere Gegenmaßnahmen haben gegriffen und unser resilientes Geschäftsmodell hilft beim Abfedern. Dennoch sind auch wir nicht davor gefeit, dass sich Projekte verschieben.“ Und Markus Lesser ergänzt: „Es freut uns sehr, dass wir, trotz der Herausforderungen, die uns selbst gesteckten Ziele unserer Strategie „Scale up“ voraussichtlich erreichen und zum Teil sogar überschreiten werden.“

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PNE operativ: Projektpipeline ausgebaut, Eigenbestand ausgebaut – wenn auch gebremst.

Und auch wenn es kein Wort zum Konzernergebnis gab, so ist man zumindest operativ „zufriedenstellend“ unterwegs: „Für die verbleibende Zeit des Geschäftsjahres 2023 bestätigen wir weiterhin unsere Guidance des Geschäftsjahres 2023 mit einem positiven EBITDA im Konzern in Höhe von 30 bis 40 Mio. Euro“, sagte Markus Lesser. „Wir sind sehr optimistisch, dieses Ziel zu erreichen.“ Im Einzelnen:

Pipeline ausgebaut – und wie sehen die Kosten aus? Ungewissheit…

Insgesamt erhöhte sich die Nennleistung der Pipeline für Wind- und Photovoltaikprojekte noch einmal erheblich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 11.430 Megawatt (MW) auf 17.527 MW. Auf Windenergieprojekte an Land entfallen dabei 8.820 MW. Die Pipeline von Windenergieprojekten auf See umfasst 2.500 MW. Große Fortschritte gab es in den ersten drei Quartalen dieses Jahres auch bei der Entwicklung von Photovoltaikprojekten. Hier erweiterte PNE die Pipeline von 4.049 MWp auf 6.207 MWp. Damit erreicht die Projektpipeline erneut ein Rekordniveau.

Allein in Deutschland hatte die PNE-Gruppe Windparks mit einer Nennleistung von 2.529 MW (im Vorjahreszeitraum: 2.004 MW) in Bearbeitung. Neun Windparks mit einer Nennleistung von 204,7 MW befanden sich in Deutschland in Bau, darunter ein Dienstleistungsprojekt. Bei einem weiteren Windkraftprojekt mit 10,8 MW in Frankreich hat der Bau begonnen.

Ausbau Eigenbestand – „modifizierte“ Ziele erreichbar. Auf Dauer? Oder werden die Zinslasten und SWAP-Probleme am Ende doch den Ausbau verlangsamen?

Das Windparkportfolio im Eigenbetrieb der PNE lag Ende des dritten Quartals bei rund 348 MW. Das ist eine Steigerung von 65 MW gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal will PNE bei drei Projekten mit einer Leistung von 69,6 MW mit dem Bau beginnen und fünf Projekte mit 58,9 MW fertig- beziehungsweise teilfertigstellen. Zusammen mit den weiteren in Bau befindlichen Windparks werde voraussichtlich das Ziel der Strategie „Scale up“ von 500 MW in Betrieb oder Bau bis Ende 2023 erheblich überschritten. Die Stromerzeugung in eigenen Windparks und mit eigenen Photovoltaikanlagen sei und bleibe auch eine wesentliche Säule der Unternehmensstrategie „Scale up 2.0“.

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Man nähert sich langsamer als ursprünglich geplant den 500 MW Eigenbestand, die ja nur ein Zwischenziel in 2023 auf dem Weg zu den geplanten 1.500 MW Eigenbestand bis 2027 sein sollen. Mit geplanten 1,6 Mrd EUR Investitionssumme – hier zur Scale up-Strategie mit „20 GW Entwicklungspipeline, 1,6 Mrd EUR für Eigenbestandsausbau, Servicegeschäft „Life Cycle Management“ 3,5 GW betreuen – 150 Mio EBITDA ab 2027„.

PNE Aktie steht für Bestandsaufbau, Servicegeschäft und Projektierer, aber die Fragezeichen um die Konzernverluste aus Bewertungsdifferenzen sollten geklärt werden, zumindest für die nächsten Quartale oder Jahre in einer Bandbreite „prognostiziert“ werden. Oder in Form einer Zinssensitivitätsanalyse, sofern das möglich sein sollte.
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