NORMA Group liefert 2025 „wie versprochen“ – doch die Marge ist ein Warnsignal: Zündet NewNORMA 2026?

Post Views : 35

NORMA Group hat 2025 nach vorläufigen, ungeprüften Zahlen die eigene Prognose bei Umsatz, EBIT-Marge und Netto-Cashflow erreicht. Der Konzernumsatz lag bei 821,7 Mio. € und damit im Zielkorridor („rund 810 bis rund 830 Mio. €“). Im Vorjahr waren es 881,8 Mio. €. Als Bremsen nennt das Unternehmen unter anderem negative Währungseffekte (–2,1%), die Marktschwäche in wichtigen Kundenindustrien (u. a. Lkw-Produktion und Bau) sowie ein schwaches Distributionsgeschäft mit Verbindungskomponenten.

Klingt nach „solide abgeliefert“ – aber der Blick aufs Ergebnis zeigt: Es war ein hartes Jahr.

NORMA Group: EBIT bricht ein: 0,8% Marge – das ist dünn

Das bereinigte EBIT fiel 2025 auf 6,3 Mio. € (2024: 33,0 Mio. €). Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 0,8% (2024: 3,7%) – immerhin am oberen Rand der Prognose („rund 0% bis rund 1%“). Belastet haben laut Mitteilung vor allem hohe Personalkosten und Sonderkosten für Logistik. Effizienzmaßnahmen wirkten zwar positiv auf Herstellungs- und Gemeinkosten, konnten den Umsatzrückgang aber nur teilweise abfedern.

Für Anleger ist das der springende Punkt: Prognose erfüllt ist gut – aber unter 1% EBIT-Marge ist ein Niveau, bei dem jede weitere Nachfragedelle sofort weh tut.

Q4 zeigt den Trend: Schwacher Jahresabschluss, kaum Ergebnis

Im vierten Quartal (Oktober bis Dezember 2025) rutschte der Umsatz auf 189,9 Mio. € (Q4 2024: 204,9 Mio. € / –7,3%), darin enthalten –4,0% Währungseffekt. Das bereinigte EBIT lag bei 0,4 Mio. €, die Marge bei 0,2% (Q4 2024: 1,8%).

Das erklärt, warum der Markt bei NORMA zuletzt vor allem eine Frage stellt: Wann kommt die Profitabilität wieder zurück?

Wassergeschäft verkauft: 650 Mio. € Cash – und bis zu 260 Mio. € sollen an Aktionäre gehen

Strategisch ist 2026 bereits eingeschlagen: NORMA hat Anfang Februar 2026 den Verkauf des Geschäftsbereichs Water Management erfolgreich abgeschlossen. Käufer ist Advanced Drainage Systems, Inc..

Besonders kursrelevant: Der Nettomittelzufluss von 650 Mio. € soll verwendet werden für

  • Schuldenabbau: 300 Mio. €

  • Stärkung des Kerngeschäfts (NewNORMA): 70 Mio. €

  • Rückführung an Aktionäre: bis zu 260 Mio. € (über eine Kombination verschiedener Maßnahmen)

Das ist die „NewNORMA“-Story in einem Satz: Fokus auf Verbindungstechnik, Bilanz aufräumen, Kapital zurückgeben.

NORMA Group: Was Anleger jetzt daraus machen können

Positiv:

  • Cashflow bleibt stark: operativer Netto-Cashflow 95,6 Mio. € (2024: 105,4 Mio. €).

  • Water-Exit schafft finanziellen Spielraum und strategische Klarheit.

Kritisch:

  • Die Marge ist extrem niedrig – 2026 muss zeigen, ob „Effizienzmaßnahmen“ wirklich dauerhaft greifen.

  • Endmärkte (Lkw/Bau) bleiben zyklisch – bei schwacher Nachfrage wird es schwer, Hebel schnell zu ziehen.

Birgit Seeger betont zwar, dass eine „schuldenfreie“ NORMA mit starker Bilanz die Grundlage für NewNORMA sei – für die Börse zählt jetzt aber vor allem: kommt die operative Marge zurück, sobald der Fokus sitzt?

Nächster Fixtermin: 31. März 2026

Die geprüften finalen Zahlen und vor allem die Prognose für 2026 liefert NORMA am 31. März 2026.
Das dürfte der nächste echte Kurs-Treiber werden – weil dann klar wird, ob 2025 „Talboden“ war oder nur eine Zwischenstufe.

Share : 

Interviews

Wochenrückblick

Trendthemen

Anzeige

Nachrichten SDAX

Anzeige

Related Post

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner