Mutares meldet den nächsten abgeschlossenen Exit – diesmal in einem hochaktuellen Zukunftsfeld: Die Beteiligungsgesellschaft hat ihre 51-prozentige Mehrheitsbeteiligung an LiBCycle an die Reverse Logistics Group (RLG) verkauft. LiBCycle gehört zur inTime Group und hat sich auf die Logistik defekter Lithium-Ionen-Batterien spezialisiert.
Mit einem Jahresumsatz von 4,1 Mio. Euro im Jahr 2025 ist LiBCycle zwar noch ein vergleichsweise kleiner Player, aber in einem Markt unterwegs, der mit dem Hochlauf der Elektromobilität und Energiespeicherlösungen rasant wächst. Für Mutares ist der Deal damit weniger eine Größenfrage, sondern ein weiterer Beleg für das eigene Buy–Build–Sell-Modell in einem strategisch spannenden Segment.
LiBCycle: Speziallogistiker im Schatten der E-Mobilitätsrevolution
LiBCycle bietet eine Komplettlösung für defekte Lithium-Ionen-Batterien – ein Bereich, der technisch anspruchsvoll und regulatorisch hochsensibel ist. Das Unternehmen verbindet spezialisierte Transportleistungen, Lagerung und Gefahrgutentsorgung und betreibt dafür über 30 Cross-Docking-Anlagen in wichtigen europäischen Märkten.
Kunden sind keine Exoten, sondern führende OEMs und Batterierecycler, die auf verlässliche Prozesse angewiesen sind. Defekte Hochvoltbatterien sind Gefahrgut, das nicht „mal eben“ mit dem normalen Stückgut verschickt werden darf. Wer hier standardisierte, sichere und skalierbare Lösungen anbieten kann, sitzt an einem neuralgischen Punkt der europäischen Batterie-Kreislaufwirtschaft.
Genau dort positioniert sich LiBCycle – als Bindeglied zwischen Herstellern, Werkstätten, Sammlern und Recyclern.
RLG übernimmt – Gründer bleiben an Bord
Mit der Reverse Logistics Group übernimmt ein Akteur, der in der Kreislaufwirtschaft bestens vernetzt ist. RLG fokussiert sich auf Rücknahmesysteme, Recycling- und Rückführungslogistik und kann LiBCycle in ein breiteres Portfolio integrieren.
Wichtig für die Kontinuität: Die Gründer bleiben mit 49 % beteiligt und führen LiBCycle gemeinsam mit RLG in die nächste Wachstumsphase. Mutares zieht sich also als Finanzinvestor zurück, während operative Kompetenz und Marktkenntnis erhalten bleiben. Das skizziert eine klassische Staffelstab-Übergabe: Mutares hat die Plattform mit aufgebaut, nun übernimmt ein strategischer Spezialist mit längerer Perspektive.
Mutares-Logik: Skalierbare Nische entwickelt, Exit realisiert
CIO Johannes Laumann nennt LiBCycle ein „hervorragendes Beispiel für den Aufbau eines skalierbaren und profitablen Plattformgeschäfts in einem strategisch wichtigen Zukunftsmarkt“. Übersetzt heißt das: Mutares hat genau das gemacht, wofür es der Kapitalmarkt den Konzern kennt – eine Nische identifiziert, Strukturen aufgesetzt, das Geschäft skalierbar gemacht und anschließend an einen logischen, strategischen Käufer verkauft.
Auch wenn die absolute Umsatzgröße überschaubar wirkt, ist der Signalwert für die Mutares-Story hoch:
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Der Konzern zeigt Präsenz in der Batterie- und Recycling-Wertschöpfungskette.
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Er beweist, dass sich auch kleinere, spezialisierte Plattformen erfolgreich entwickeln und veräußern lassen.
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Und er schärft seinen Track-Record im Bereich Green Economy / Kreislaufwirtschaft, der für künftige Deals in ähnlichen Feldern hilfreich sein dürfte.
Einordnung für Anleger: Kleiner Exit, aber starke Referenz im Zukunftssektor
Für die Mutares-Aktie wird LiBCycle kein gigantischer Ergebnistreiber sein – dafür ist das Zielunternehmen zu klein. Aber der Exit zeigt einmal mehr, wie Mutares tickt: früh einsteigen, operativ aufwerten, den passenden strategischen Käufer finden und Kapital für neue Transaktionen freispielen.
Im wachsenden Markt der Batterielogistik und -rücknahme ist LiBCycle nun bei einem Eigentümer, der das Thema Kreislaufwirtschaft im Kerngeschäft verankert hat. Mutares wiederum kann den Haken hinter ein erfolgreich aufgebautes Plattformgeschäft setzen – und den Deal als Referenz vorweisen, wenn es um neue Targets in der Schnittmenge aus Logistik, Recycling und nachhaltiger Industrie geht.















