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Die Wacker Chemie AG (ISIN: DE000WCH8881) erwartet nach dem leichten Wachstum im Geschäftsjahr 2018 für das laufende Jahr erneut ein Umsatzplus, rechnet aber wegen der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen mit einem rückläufigen Ergebnis.

Das machte Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender des Münchner Chemiekonzerns, auf der Hauptversammlung 2019 deutlich. "Wir wollen unseren Umsatz in diesem Jahr um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. Beim EBITDA erwarten wir einen Rückgang um 10 bis 20 Prozent", sagte Staudigl in seiner Rede vor rund 1.000 Aktionären im Internationalen Congress Center München. Er bestätigte damit die Jahresprognose, die der Chemiekonzern Mitte März bei der Vorlage seines Berichts zum Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht hatte. Ursachen für den erwarteten Ergebnisrückgang sind niedrigere Durchschnittspreise für Polysilicium, Preisrückgänge bei Standardprodukten und steigende Energiekosten.

Staudigl ging in seiner Rede auf die aktuellen Herausforderungen für das Unternehmen ein, hob aber auch die großen Chancen hervor, die sich aus dem Technologieportfolio von WACKER für das Unternehmen ergeben: "Wir bauen unser Spezialitätenportfolio mit Siliconanwendungen konsequent aus", sagte der Vorstandschef. "Auch wenn die Weltkonjunktur sich im Moment abschwächt: Die Nachfrage nach vielen unserer Produkte in der Chemie ist hoch." Im laufenden Jahr will WACKER rund 400 Mio. EUR investieren, schwerpunktmäßig in den Kapazitätsausbau seiner Chemiebereiche.

Schwierigkeiten liegen nach Staudigls Worten nicht nur in der Abkühlung der Weltwirtschaft und den herausfordernden Marktbedingungen im Solargeschäft, sondern auch in den immer weiter steigenden Energiepreisen in Deutschland: "Allein im vergangenen Jahr mussten wir einen Anstieg der Strompreise von rund 35 Mio. EUR verkraften. Mittlerweile liegt der Strompreis in Deutschland bei über 5 Cent pro Kilowattstunde. Unsere chinesischen Wettbewerber zahlen unter 2 Cent pro Kilowattstunde. Hätten wir die gleichen Strompreise wie in China, dann wäre WACKER mit großem Abstand das weltweit effizienteste Unternehmen in der Herstellung von hochqualitativem Polysilicium", betonte der Vorstandschef.

Für die langfristige Zukunft des Unternehmens zeigte sich Staudigl anhaltend optimistisch: "Die gegenwärtigen Risiken ändern nichts daran, dass wir langfristig denken und handeln. Seit 105 Jahren behauptet sich WACKER am Markt. Wir haben uns dabei immer wieder Herausforderungen gestellt und sie erfolgreich bewältigt. Wir tun das auf einem starken Fundament. Wir haben die richtigen Produkte, wir entwickeln innovative neue Produkte und Technologien und wir nehmen auf allen für uns wichtigen Märkten führende Positionen ein."

Als Dividende des Geschäftsjahres 2018 schüttet WACKER insgesamt 124,2 Mio. EUR an seine Aktionäre aus. Die Dividende pro dividendenberechtigter Aktie beträgt 2,50 EUR. Auch die übrigen Vorschläge der Verwaltung wurden von der Hauptversammlung mit großer Mehrheit angenommen.

Wie läufts bisher?

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 389,6 Mio. EUR (2017: 423,7 Mio. EUR). Das sind 8 Prozent weniger als im Vorjahr und entspricht einer EBIT-Marge von 7,8 Prozent (2017: 8,6 Prozent). Die weiter rückläufigen Abschreibungen haben dabei das EBIT positiv beeinflusst. Diese beliefen sich 2018 auf 540,4 Mio. EUR (2017: 590,4 Mio. EUR). Das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg im Geschäftsjahr 2018 um 4 Prozent auf 260,1 Mio. EUR (2017: 250,1 Mio. EUR). Das Jahresergebnis des WACKER-Konzerns beläuft sich ebenfalls auf 260,1 Mio. EUR (2017: 884,8 Mio. EUR). Das Jahresergebnis 2017 hatte 634,7 Mio. EUR aus dem Abgang von Siltronic als Segment des WACKER-Konzerns enthalten.

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Im Geschäftsjahr 2019 rechnet WACKER trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen mit weiterem Wachstum. Das Unternehmen will seinen Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. Das EBITDA des Konzerns wird im Vergleich zu 2018 voraussichtlich um 10 bis 20 Prozent zurückgehen. Die Ursachen dafür sind niedrigere Durchschnittspreise für Polysilicium, Preisrückgänge bei Standardprodukten und steigende Energiekosten. Der Jahresüberschuss wird voraussichtlich deutlich unter dem Wert des Vorjahres liegen.

In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres hat sich das Chemiegeschäft von WACKER positiv entwickelt. Der Zwei-Monats-Umsatz der Chemiebereiche ist mengenbedingt gegenüber dem Vorjahr in der Summe etwas gewachsen. Im Polysiliciumgeschäft liegt der Umsatz der ersten beiden Monate leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Hier standen deutlich höheren Absatzmengen niedrigere Durchschnittspreise gegenüber. Insgesamt rechnet WACKER im 1. Quartal 2019 mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau (Q1 2018: 1,22 Mrd. EUR). Das EBITDA des Konzerns wird im 1. Quartal 2019 voraussichtlich deutlich zurückgehen, weil geringere Durchschnittspreise für die eigenen Produkte des Unternehmens und erheblich höhere Energiepreise die Ertragsentwicklung bremsen.

Aktuell (23.05.2019 / 12.59 Uhr) notieren die Aktien der Wacker Chemie AG im Xetra-Handel mit einem Minus von -2,76 EUR (-3,78 %) bei 70,16 EUR.


Chart: Wacker Chemie AG | Powered by GOYAX.de

Weitere Informationen

  • ISIN: DE000WCH8881

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