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Die LEONI AG (ISIN: DE000A13SX22) hat mit der Veröffentlichung der Q1-Zahlen der Aktie gestern nochmals einen Schub verliehen.

Bereits seit dem 52- Wochentief vom 6. Juli 2016 bei 23,45 EUR befindet sich das Papier des Spezialisten für Drähte, Kabel und Bordnetzsysteme in einem nachhaltigen Aufwärtstrend.

Die Zahlen für das erste Quartal sorgen dafür, dass die Anteilsscheine des MDAX-Unternehmens am gestrigen Handelstag zeitweise um +10,37% bis auf 56,11 EUR hinaufsprangen. Letztendlich schloss die Aktie bei 55,20 EUR und legte somit auf Tagesbasis immerhin um +8,56% zu.

Im bisherigen Jahresverlauf kletterte der Kurs insgesamt bereits um +63,10% (Schlusskurs 30. Dezember 2016: 33,845 EUR). Damit sichert sich LEONI im MDAX bis jetzt die Position des Best-Performer 2017 vor der Deutschen Pfandbriefbank (+38,16%), OSRAM Licht (+35,07%) und Rheinmetall (+33,43%).

 

Organisches Wachstum und höherer Kupferpreis sorgen für Umsatzanstieg

Wie LEONI berichtet, konnte man den Umsatz im Anfangsquartal 2017 von 1.089,3 Mio. EUR (Q1 2016) um +10,67% auf 1.205,5 Mio. EUR steigern.

Für den deutlichen Umsatzanstieg um 116,2 Mio. EUR war insbesondere das starke organische Wachstum verantwortlich, welches mit 62,8 Mio. EUR mehr als die Hälfte zum Gesamtzuwachs beigetragen hat. Demgegenüber steuerte akquisitionsbedingt die chinesische Mehrheitsgesellschaft Wuhan Hengton Automotive 8,2 Mio. EUR zum Konzernumsatz bei.

Neben dem organischen Wachstum hatte  insbesondere der gestiegene Kupferpreis positiven Einfluss auf das Geschäft von LEONI: Der Effekt schlug auf Konzernebene mit Mehreinnahmen von 45,8 Mio. EUR zu Buche.

 

Starke Ergebnisverbesserung gegenüber Q1 2016

Neben dem Zuwachs beim Umsatz erzielte LEONI zudem beim Ergebnis signifikante Verbesserungen: So fiel das EBIT mit 52,9 Mio. EUR mehr als doppelt so hoch aus, wie im ersten Quartal 2016 (24,4 Mio. EUR).

Bereinigt um Sondereffekte betrug das EBIT 51,7 Mio. EUR: Hierbei wurden die 5 Mio. EUR, welche das Unternehmen aus einer Vertrauensschadenversicherung im Rahmen des kuriosen Betrugsfalls aus August 2016 erhielt (LEONI wurde um 40 Mio. EUR erleichtert) und die Kosten für Effekte aus der Kaufpreisallokation sowie der Restrukturierung herausgerechnet.

Der Konzernüberschuss verdreifachte sich nahezu von 11,6 Mio. EUR (Q1 2016) auf 33,6 Mio. EUR. Das Ergebnis je Aktie fiel auf Periodensicht (Q1 2017) mit 1,02 EUR ebenfalls knapp dreimal so hoch aus als noch im Q1 2016 (0,35 EUR).

 
Wiring Systems: Mehr Umsatz und erhöhte Profitabilität

Im Segment Wiring Systems (WSD) konnte LEONI den Umsatz im abgelaufenen Quartal von 651,2 Mio. EUR (Q1 2016) um +12,2% auf 730,7 Mio. EUR steigern. Die Mehreinnahmen von 79,5 Mio. EUR waren vor allem dem starken organischem Wachstum zu verdanken.

Dieses trug mit 75,6 Mio. EUR (+11,5%) den Löwenanteil am Segmentwachstum. Hinzu kamen die Umsätze von 8,1 Mio. EUR aufgrund der erstmaligen Einbeziehung von Wuhan Hengton Automotive.

Wie LEONI mitteilt, konnte man die Lieferungen an nahezu alle Kundengruppen ausweiten, wobei der Umsatz mit asiatischen Automobilherstellern sowie mit Herstellern aus dem europäischen Ausland signifikant angestiegen ist.

Neben dem Umsatzzuwachs zeigten sich weiterhin positive Auswirkungen aufgrund der Maßnahmen zur Performancesteigerung und der durchgeführten Restrukturierung des Segments. Das EBIT konnte hier von 5 Mio. EUR (Q1 2016) auf 22,9 Mio. EUR mehr als vervierfacht werden.

Ebenfalls positiv verlief das erste Quartal in Hinsicht auf die Auftragslage: So verzeichnete LEONI im Berichtszeitraum mehrere Neu- und Folgebestellungen für Bordnetzsysteme und Kabelsätze aus der Fahrzeug- und Zulieferer-Industrie. Diese kamen zu einem großen Teil aus dem Bereich der Elektromobilität: Der Auftragsbestand wuchs hier inzwischen auf rund 500 Mio. EUR.   

 

LEONI | Wiring Systems Devision | Umsatz und Ergebnis Q1 2017

 

Wire & Cable Solutions: Gestiegener Kupferpreis forciert Umsatzwachstum

Im Segment Wire & Cable Solutions (WCS) war in erster Linie der angestiegene Kupferpreis für den Umsatzanstieg von 438,1 Mio. EUR (Q1 2016) auf 474,8 Mio. EUR verantwortlich.

Demgegenüber verzeichnete LEONI beim organischen Wachstum einen Rückgang von -2,9% (-12,8 Mio. EUR). Grund dafür war zum einen das anhaltend schwache Geschäft mit Kabeln für die petrochemische Industrie und für die Solarindustrie in China. Zum anderen sorgten fehlende Großprojekte im Bereich Energie- und Infrastruktur-Kabel und ein erhöhter Umsatz mit Produkten mit geringerem Kupferanteil für ein deutlich gesunkenes organisches Wachstum.

Positiv bleibt hingegen die Nachfrage nach Spezialleitungen für die Fahrzeugindustrie sowie nach Kabeln und Systemen für die Robotik- und die Automatisierungstechnik. Ferner wurde ein steigender Bedarf nach kupfer- und glasfaserbasierten Datenleitungen festgestellt.

Im Segment WCS konnte das im MDAX notierte Unternehmen einen Anstieg von 19,3 Mio. EUR (Q1 2016) um +29,53% auf 25 Mio. EUR verzeichnen. Neben den umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen sorgten auch ein Zuwachs bei margenstärkeren Produkt- und Systemlösungen sowie positive Effekte aus der Kupferpreisentwicklung für eine deutliche Verbesserung der Ertragslage.

Der Auftragseingang stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um +9% auf 489,7 Mio. EUR. Diese Steigerung ist, wie bereits erwähnt, in erster Linie auf den höheren Kupferpreis zurückzuführen.

 

LEONI | Wire & Cable Solutions Devision | Umsatz und Ergebnis Q1 2017

 

LEONI bestätigt Prognose für 2017

Aufgrund der Entwicklungen im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat der Vorstand von LEONI die Ziele für 2017 bestätigt: So rechnet man mit einem Umsatzanstieg um ca. +4,5% auf 4,6 Mrd. EUR.

Das EBIT soll sich von 78,1 Mio. EUR in 2016 allerdings wieder deutlich verbessern: Das Unternehmen erwartet in 2017 ein Ergebnis zwischen 180 Mio. EUR und 200 Mio. EUR.

 

Warburg Research hebt Kursziel nach Q1-Zahlen

Analyst Marc-Rene Tonn von Warburg Research hat gestern nach Veröffentlichung der Quartalszahlen in einem Update die Aktie von LEONI weiterhin mit „Buy“ empfohlen, das Kursziel jedoch von 55 EUR auf 65 EUR deutlich angehoben.

Als Begründung für das Anheben des Kursziels verwies der Analyst auf die Tatsache, dass LEONI stark ins neue Jahr gestartet sei und damit gleichzeitig unterstrichen hat, dass man damit auf dem Weg ist, das obere Ende der EBIT-Prognose zu erreichen.
 
Vom aktuellen Kurs bei 54,55 EUR ergibt sich aus dem Kursziel von Warburg Research ein Upside-Potenzial von derzeit +19,16%.

 

Unsere Einschätzung zur Aktie

Nachdem das Papier von LEONI seit Juli 2016 bereits um über 132% zugelegt hat und auch in diesem Jahr bereits mehr als 63% im Plus steht, stellt sich die Frage, ob diese Rallye nun weiter fortgesetzt werden kann.

Die positiven Entwicklungen, vor allem auf Ergebnisseite, aufgrund der durchgeführten Optimierungsmaßnahmen im Zuge der Restrukturierung geben aus unserer Sicht durchaus Anlass dafür, zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin auf einen fortführenden Anstieg zu setzen. Insbesondere im Bereich Elektromobilität könnte sich zukünftig für LEONI weiteres Wachstums ergeben.

Wir sind der Meinung, dass trotz des starken Kursanstiegs noch ein gewisses „Überraschungspotenzial“ in dem Wert steckt. Denn sollte LEONI es schaffen, die ausgegebene EBIT-Prognose tatsächlich am oberen Ende (200 Mio. EUR oder mehr) zu erreichen, dürften das aktuelle Allzeithoch bei 62,81 EUR (Schlusskurs: 27. Mai 2015) in diesem Jahr in Angriff genommen werden.

 

LEONI AG
Chart: LEONI AG | Powered by GOYAX.de
 

Mit Material von Leoni AG

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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