Knorr-Bremse liefert 2025 ab – Rekord-Cashflow, Marge rauf, Rail glänzt: Wird 2026 noch stärker?

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Knorr-Bremse meldet für 2025 eine auffallend starke operative Entwicklung – besonders im Schlussquartal. Der Free Cashflow schoss im Q4 2025 auf 471 Mio. €, im Gesamtjahr erreichte er 790 Mio. € – ein neuer Rekord. Dazu passt die Aussage von CFO Frank Weber, der die „enorme nachhaltige Ertragskraft“ betont und eine Cash Conversion von 131% hervorhebt.

Für Anleger ist das eine der wichtigsten Botschaften: Cash schlägt Story. Gerade in volatilen Zeiten wird an der Börse belohnt, wer Ergebnisse nicht nur „ausweist“, sondern auch in Liquidität übersetzt.

Marge steigt, Ergebnis hält – trotz Truck-Gegenwind in Nordamerika

Operativ dreht Knorr-Bremse weiter an den Stellschrauben der BOOST-Strategie. Das operative EBIT steigt auf 1.016 Mio. € (Vorjahr: 966 Mio. €), die operative EBIT-Marge verbessert sich auf 13,0% (Vorjahr: 12,3%). Gleichzeitig bleibt der Umsatz mit 7.817 Mio. € zwar leicht unter dem Vorjahr (7.883 Mio. €), ist aber organisch +1,9% gewachsen – und das trotz „extrem schwieriger“ Entwicklung im nordamerikanischen Nutzfahrzeugmarkt.

Der Knackpunkt: Knorr-Bremse zeigt, dass es auch ohne Rückenwind von der Konjunktur geht – über Kosten, Break-even-Senkung und Portfolioarbeit.

Auftragseingang als Rückenwind: Book-to-Bill 1,08 – Rail zieht den Konzern

Der Auftragseingang steigt auf 8.417 Mio. € (Vorjahr: 8.186 Mio. €), die Book-to-Bill-Ratio liegt bei 1,08. Der Auftragsbestand klettert auf 7.362 Mio. € (Vorjahr: 7.182 Mio. €). Das ist mehr als nur eine Zahlenspielerei: Ein Book-to-Bill über 1 ist oft ein Signal, dass die Auslastung in den kommenden Quartalen solide bleibt.

Treiber ist klar die Rail-Division, die den Rückgang im Nutzfahrzeuggeschäft überkompensiert. CEO Marc Llistosella bringt es auf den Punkt: „Die konstant gute Performance unseres Rail-Geschäfts ist ein Garant für unseren wirtschaftlichen Erfolg.

Rail wieder mit Rekorden – Truck bleibt zweistellig profitabel

Rail (RVS) ist 2025 der Star:

  • Auftragseingang 4.774 Mio. € (+7%)

  • Auftragsbestand 5.576 Mio. € (Rekord)

  • Umsatz 4.316 Mio. € (Höchststand)

  • Operatives EBIT 713 Mio. €

  • Operative EBIT-Marge 16,5% (Vorjahr: 15,6%)

Truck (CVS) hält sich in einem schwierigen Umfeld erstaunlich stabil:

  • Umsatz 3.503 Mio. € (unter Vorjahr: 3.842 Mio. €)

  • Operatives EBIT 363 Mio. € (Vorjahr: 401 Mio. €)

  • Operative EBIT-Marge 10,4% (stabil)

Wichtig aus Investorensicht: Selbst wenn Truck zyklisch schwächelt, ist es keine Margen-Katastrophe. Das verhindert, dass der Konzern im Abschwung „durchgereicht“ wird – ein Muster, das bei vielen Industrie- und Zulieferwerten immer wieder zu sehen ist.

BOOST 2.0: Mehr Wachstum, mehr Digitalisierung – und Zukäufe als Beschleuniger

Knorr-Bremse setzt BOOST konsequent fort. Phase 1 (Kosten/Portfolio) wirkt sichtbar, Phase 2 zielt auf Wachstum – inklusive gezielter Akquisitionen und Digitalisierung. Llistosella nennt als Beispiele:

  • duagon (Elektronik/Software für Rail)

  • TRAVIS (digitale Plattform für Truck-Nachmarkt)

  • AI-Zentrum in Chennai sowie KI-Transformation (u. a. mit AWS)

Das ist strategisch clever: Margen lassen sich dauerhaft oft nur halten, wenn Software, Elektronik, Daten und Aftermarket stärker werden – also Bereiche, in denen Preisdruck weniger brutal ist als im klassischen Komponenten-Geschäft.

Ausblick 2026: Umsatz 8,0–8,3 Mrd. €, ~14% Marge – aber Restrukturierungskosten möglich

Für 2026 gibt Knorr-Bremse eine klare Zielmarke aus:

  • Umsatz: 8.000–8.300 Mio. €

  • Operative EBIT-Marge: rund 14%

  • Free Cashflow: 750–850 Mio. €

Gleichzeitig warnt der Konzern vor möglichen Restrukturierungskosten bis zu 30 Mio. €, um den globalen Footprint weiter zu optimieren. Das ist kein Drama – eher ein Hinweis: Knorr-Bremse will nicht nachlassen, sondern weiter „nachschärfen“.

Fazit: Starkes 2025 – jetzt muss 2026 die Marge auf 14% liefern

Knorr-Bremse liefert eine Kombination, die Anleger lieben: hoher Auftragseingang, steigende Marge, Rekord-Cashflow. Die Aktie dürfte jetzt vor allem an zwei Fragen hängen:

  1. Hält Rail das Tempo? (Auftragsbestand spricht dafür.)

  2. Kommt Truck ohne größere Dellen durch den Zyklus? (Zweistellige Marge ist ein starkes Polster.)

Der vollständige Jahresabschluss und Geschäftsbericht folgen am 19. März 2026.

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