Hypoport Aktie: „Derzeitige Jahresprognose wird deutlich verfehlt werden“ – fragt sich wieviel Prozent Kursverlust das bedeutet.

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Hypoport Aktie steht für gesundes Wachstum.
Hypoport Aktie steht für eine breitgefächerte Angebotspalette für Plattformen im Bereich Kredit, Immobilien, Versicherungen zuzüglich einem starken Retailgeschäft. Die Plattformen der Hypoport Gruppe (ISIN: DE0005493365) befinden sich in teilweise noch im kapitalintensiven Volumen-Aufbau,aber steigende Zinsen, steigende Baukosten, Handwerkermangel – Gemengelage, die  das Brot- und Buttergeschäft der Hypoport Gruppe derzeit „zerlegen“. Die Immobilienplattform und vor allem die Hauptumsatz- und Gewinnträgerin, die Kreditplattform schwächeln. So sehr, dass aus dem zum 30.06.2022 noch gesehenen Rekordzahlen mit einem Halbjahres-Umsatz-Plus 23% auf 262 Mio EUR, EBIT plus 38% auf 30 Mio EUR, zum Ende des dritten Quartals nur noch Still- bzw, Rückschritt gesehen wird:

Der Hypoport-Vorstand rechnet auf Basis dieses Forecasts für das dritte Quartal 2022 mit einem Umsatz leicht unter Vorjahresniveau und einem ausgeglichenen EBIT. 

Genau so teilte es die Hypoport um 20:25 Uhr gestern abends mit. Und man muss noch weiter gehen – aufgrund schwacher Vorgaben im zweiten Halbjahr und nicht absehbarer Trendwende kommt man zu der Entscheidung die Prognose auszusetzen und zur Feststellung, dass „Die derzeitige Jahresprognose deutlich verfehlt werde.“.

Wenn man anschaut, was bei Suse am Donnerstag passiert ist…

Sieht nicht wirklich gut aus – und entsprechend sollte wohl im sowieso schon schwachen Börsenumfeld die Aktie heute gen Süden „wandern“. Kräftig wohl, wenn man sich die Gestern gesehenen Minus 21,39% bei der Suse-Aktie anschaut. Hier war Grund für den Kurseinbruch der sich von Minus 34% am Morgen sich ja dann zumindest reduzierte auf die genannten „nur noch 21,39%“ am Abend: Man musste die Wachstumerwartung des jährlichen Vertragswerts in Kernprodukten  auf “ um die 10 Prozent“ reduzieren – von zuvor „einem Anstieg im mittleren Zehnerprozentbereich „. Dazu ging die  CEO Melissa Di Donato in der Sparte mit aufstrebenden Softwareprodukten nur noch von einem Plus von um die 20 Prozent statt wie vorher 50 Prozent aus.

Und Ende der Krise nicht absehbar

Oder wie man es Gestern in der Unternehmensmeldung formulierte: „Das zweiten Halbjahr zeigt bisher eine sehr schwache Nachfrage in der privaten und institutionellen Immobilienfinanzierung sowie im Corporate Finance Geschäft. Trotz einer deutlichen Ausweitung des Immobilienangebots und leichter Preisrückgänge halten die Verbraucher sich in dem Hypoport-Hauptmarkt der privaten Immobilienfinanzierung wegen der Kombination aus sprunghaftem Zinsanstieg, extremer Inflation und Rezessionsängsten sowie Hoffnung auf stärker fallende Immobilienpreise mit Transaktionen zurück.“

Halbjahr „noch voller Geigen“ bei der Hypoport

Unternehmenszahlen:
(Angaben in Mio. €) H1 2022 H1 2021 H1 Veränd. Q2
2022
Q2
2021
Q2
Veränd.
Umsatz 262,5 213,0 23% 126,1 105,2 20%
davon Kreditplattform 120,2 93,0 29% 60,4 47,4 28%
davon Privatkunden 78,3 68,7 14% 35,6 33,6 6%
davon Immobilienplattform 35,4 28,6 24% 17,0 13,9 22%
davon Versicherungsplattform 29,4 23,7 24% 13,6 10,8 26%
davon Holding & Überleitung -0,9 -0,9 -2% -0,4 -0,5 5%
Rohertrag 144,9 112,5 29% 72,4 56,9 27%
EBITDA 46,0 36,2 27% 21,3 17,0 26%
EBIT 30,2 21,8 38% 13,3 9,8 36%
Konzernergebnis 22,5 16,7 35% 9,7 7,4 32%
Ergebnis pro Aktie in Euro (verwässert / unverwässert) 3,62 2,63 38% 1,63 1,12 46%
Und jetzt die konkreten Zahlen nach Segmenten in den ersten sechs Monaten.

Hierbei sollte man bedenken, dass für das Q3 für den Gesamtkonzern nur noch ein ausgeglichenes EBIT erwartet wird, zeigt wie schlecht es bei der Kreditplattform  laufen muss:

Kreditplattform, in den ersten sechs Monaten bereits hochprofitabel, so dass steigende Umsätze sich direkt beim  EBIT wiederfanden: Umsatz plus 29% auf 120,2 Mio EUR, somit das stärkste Segment der Hypoport-Gruppe, und das EBIT war überproportional um 49% auf 31 Mio EUR gestiegen. Hohe Investitionen in neue Produkte, wie „Europace OneClick“ oder Markterschließungen wie Ratenkredite für den genossenschaftlichen Bankensektor konnten getragen werden. Im Q3 hat man schon generelle Einsparungen respektive „Anpassung der Kostensituation an die Ertragslage“ angekündigt.
Segment Privatkunden, ebenfalls bisher profitabel: Umsätze um 14% auf 78 Mio EUR gesteigert, durch Nutzen von Europace sollen deutliche Marktanteile gewonnen worden sein, und das EBIT des Segments stieg um 12% auf 14 Mio EUR – gegenüber dem Q1 prozentual eher enttäuschend, im Q1 sah man noch 48% Plus, was aber wohl ausschliesslich dem schwachen Q1/21 geschuldet war. In absoluten Zahlen passt die EBIT-Steigerung wieder ins „normale“ Bild.
Segment Immobilienplattform, im Aufbau begriffen, erstes Halbjahr mit leicht negativem EBIT – wegen der höchsten Investitionen innerhalb der Gruppe: Umsatzerlöse um 24% auf 34 Mio EUR gesteigert, womit endlich wieder Dynamik ins Wachstum kam nach „nur“ 5% respektive 9% in den Vorjahren, und  EBIT des Segmentes erreichte auf Halbjahressicht Minus 1 Mio EUR. Nach dem Q1 stand hier eine – eher symbolische – Plus 1 Mio EUR, was den ersten Quartalsgewinn auf EBIT-Basis dieses Segments markierte.
Segment Versicherungsplattform, scheint die Wachstumsschwäche in 2021 überwunden zu haben und steht immer noch vor dem Break-even. Zudem konnte im ersten Halbjahr das auf die vollintegrierte Plattform SMART INSUR migrierte Prämienvolumen weiter gesteigert werden und für ePension und SMART INSUR Neukunden gewonnen bzw. neue Plattformfunktionen implementiert werden. Die Segmentumsatzerlöse stiegen um 24% auf 29 Mio EUR. Das EBIT reduzierte sich aufgrund hoher Investitionen in die Plattformen weiter auf Minus 2 Mio EUR – zum Q1 stand hier  noch Minus 0,5 Mio EUR.

Wofür steht die Hypoport Aktie eigentlich?

Laut Eigendarstellung: „Die Hypoport SE mit Sitz in Lübeck ist Muttergesellschaft der Hypoport-Gruppe. Mit ihren rund 2.500 Mitarbeitern ist die Hypoport-Gruppe ein Netzwerk von Technologieunternehmen für die Kredit- & Immobilien- sowie Versicherungswirtschaft. Sie gruppiert sich in vier voneinander profitierende Segmente: Kreditplattform, Privatkunden, Immobilienplattform und Versicherungsplattform“ – Hohe Wachstumsraten sind „Pflicht“, Profitabilität steigt mit Volumen. Und die Gruppe ist mit ihren Plattformen grösstenteils schon im Bereich „profitablen Wachstums“ angekommen. Überproportional steigendes EBIT sollte für die nchsten Jahre die Gruppe auszeichenn – wenn es so weiter läuft, wie bisher.

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Hypoport aktie chartbild.
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