HomeToGo setzt zur nächsten Stufe an: 2026 soll der Umsatz um 55% springen – EBITDA explodiert, Interhome wird zur Cash-Maschine

Post Views : 69

HomeToGo dreht nach dem Interhome-Deal jetzt richtig auf. Im frisch veröffentlichten Geschäftsbericht 2025 bestätigt Europas führende Ferienhausgruppe die bereits im Februar gemeldeten Zahlen – und legt für 2026 eine Prognose vor, die in der Travel-Tech-Szene für Aufsehen sorgt: IFRS-Umsatzerlöse von 400 bis 410 Mio. Euro und ein bereinigtes EBITDA von 45 bis 47 Mio. Euro. Das wäre ein Profitabilitätssprung, der selbst bei ambitionierten Wachstumswerten selten so klar auf dem Tisch liegt.

Doch es gibt einen Haken – und der ist typisch für das HomeToGo-Jahr 2025: ein hoher Nettoverlust, der vor allem aus einmaligen, nicht zahlungswirksamen Wertminderungen stammt. Operativ wirkt die Story dagegen so fokussiert wie lange nicht mehr: Kapital in Richtung HomeToGo_PRO, Marketingeffizienz im Marktplatz, Synergien aus Interhome und AI-Offensive.

2026-Prognose: Umsatz 400–410 Mio. Euro, bereinigtes EBITDA 45–47 Mio. Euro

HomeToGo erwartet für das Geschäftsjahr 2026:

  • IFRS-Umsatzerlöse: 400–410 Mio. Euro (statutarisch 2025: 255,5 Mio. Euro)
    +55% gegenüber dem Vorjahr auf statutarischer Basis

  • Bereinigtes EBITDA: 45–47 Mio. Euro (2025: 13,2 Mio. Euro)
    +240% gegenüber dem Vorjahr

Die Prognose berücksichtigt laut Unternehmen erhebliche Unsicherheiten: anhaltender Konflikt im Nahen Osten sowie volatile Devisenmärkte, insbesondere die CHF/EUR-Beziehung, die für HomeToGo zentral ist.

Fünf Prioritäten für 2026: Synergien, M&A, Marken, Marge, AI

Um die Position als „Powerhouse“ für Ferienunterkünfte in Europa auszubauen, setzt HomeToGo fünf Schwerpunkte:

  1. Interhome-Synergien heben: vollständige Realisierung der 10 Mio. Euro kurzfristigen Kostensynergien (annualisiert)

  2. Strategische M&A bei HomeToGo_PRO: Nutzung der gestärkten Bilanz und eines Finanzierungsrahmens von 200 Mio. Euro aus der jüngsten Anleihe für wertsteigernde Zukäufe (Ferienhausverwaltung & B2B-Software)

  3. Markenharmonisierung: Roll-out der Dachmarke „HomeToGo Originals“ zur Sichtbarkeit

  4. Operative Exzellenz im Marktplatz: Margen durch Marketing-Effizienz weiter ausbauen

  5. AI-Führungsposition stärken: hohes Innovationstempo, um Spitze der AI-gestützten Reiseplattformen zu bleiben

Das ist eine klare Roadmap: Kosten runter, B2B skalieren, B2C effizienter – und AI als „Multiplikator“.

2025-Zahlen: Wachstum bestätigt – Profitabilität auf Gruppenebene besser als geplant

Die geprüften Zahlen bestätigen das Wachstum 2025:

  • IFRS-Umsatzerlöse (statutarisch): 255,5 Mio. Euro (+20,3%)
    (inkl. Interhome-Konsolidierung ab 28. August 2025)

  • IFRS-Umsatzerlöse (pro forma): 394,3 Mio. Euro (+2,9%)
    (unter Annahme: Interhome das ganze Jahr enthalten)

Beim bereinigten EBITDA übertraf HomeToGo die Ziele:

  • statutarisch: 13,2 Mio. Euro (über Prognose, leicht über Vorjahr)

  • pro forma: 42,0 Mio. Euro (+27,7% ggü. Vorjahr) und über der Prognose

Zum Jahresende standen 91,6 Mio. Euro Liquidität in den Büchern (+29,3% ggü. 2024). Zusätzlich optimierte HomeToGo die Kapitalstruktur über einen besicherten Nordic Bond über 105 Mio. Euro (Februar 2026). Durch die Ablösung eines schnell amortisierenden Bankkredits sollen rund 84 Mio. Euro zusätzlicher Cashflow in 2026/2027 frei werden.

Warum der Nettoverlust 2025 kein „Cash-Desaster“ sein soll

Der statutarische Nettoverlust 2025 wurde laut HomeToGo maßgeblich durch einmalige, nicht zahlungswirksame Wertminderungen von 60,2 Mio. Euro geprägt – ausgelöst durch die strategische Neuausrichtung:

  • 54,3 Mio. Euro Wertminderung auf den Goodwill des B2C-Marktplatz-Segments (Kapitalumschichtung Richtung HomeToGo_PRO)

  • 5,6 Mio. Euro Wertminderung im Zuge der e-domizil-Umstrukturierung (Übertragung von Kundenbeziehungen/Verträgen auf Interhome)

Wichtig an der Stelle: HomeToGo betont ausdrücklich, dass diese Effekte vollständig nicht zahlungswirksam seien und die Liquidität nicht belasten.

Segment-Highlights: PRO wächst stark, Marktplatz wird profitabler

HomeToGo_PRO (B2B):

  • IFRS-Umsatzerlöse 2025: 114,9 Mio. Euro (+64,1%)

  • bereinigtes EBITDA (statutarisch): -2,6 Mio. Euro (Saisonalität + Konsolidierungszeitpunkt)

  • pro forma: 253,7 Mio. Euro Umsatzerlöse und 26,2 Mio. Euro bereinigtes EBITDA

Marktplatz (B2C):

  • IFRS-Umsatzerlöse: 151,7 Mio. Euro (weitgehend stabil)

  • bereinigtes EBITDA: 15,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) – mehr als verfünffacht

  • Onsite Take Rate: 13,7% (+0,9 %-Pkt.)
    Auffällig: Trotz bewusst deutlich reduzierter Marketingausgaben im Q4 blieb das Segment robust – und wurde deutlich profitabler.

Q4/2025: Rekordumsatz, aber PRO-Saisonalität drückt EBITDA

Im vierten Quartal 2025 meldet die Gruppe:

  • IFRS-Umsatzerlöse: 54,2 Mio. Euro (+56,2%) – Rekord-Q4

  • bereinigtes EBITDA: -8,8 Mio. Euro (Vorjahr: -4,0 Mio. Euro), vor allem wegen der Interhome-typischen Saisonalität

Im Marktplatz zeigte sich dagegen der Effekt der neuen Profitabilitätslinie:

  • Q4 Marktplatz: Umsatz 24,4 Mio. Euro (+5,9%) trotz weniger Marketing

  • Q4 bereinigtes EBITDA: +5,8 Mio. Euro (Vorjahr: -3,3 Mio. Euro)

CEO Dr. Patrick Andrae nennt 2025 „wegweisend“ und betont: Neuausrichtung auf HomeToGo_PRO, Synergien früher als geplant, jetzt Umsetzung der Fünf-Säulen-Roadmap für profitables Wachstum.

Share : 

Interviews

Wochenrückblick

Trendthemen

Anzeige

Nachrichten SMALL CAPS

Anzeige

Related Post

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner