GFT Technologies überrascht mit KI-Strategie: Prognose geschlagen – und 2026 soll die Marge deutlich anspringen

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GFT Technologies liefert Anlegern genau das, was der Markt aktuell sehen will: Wachstum trotz vorsichtiger Kunden, eine leicht übertroffene Prognose – und eine KI-Story, die nicht nur aus PowerPoint besteht. Vorläufige Zahlen zeigen: Umsatz und bereinigtes EBIT liegen über den zuletzt angepassten Zielwerten, während die Wynxx Agentic KI-Plattform zum echten Skalierungshebel wird. Brisant: Für 2026 stellt GFT eine spürbare Verbesserung der EBT-Marge in Aussicht.

Prognose übertroffen: Umsatz 888 Mio. Euro – bereinigtes EBIT 67 Mio. Euro

Auf Basis vorläufiger Zahlen hat GFT die Prognose für 2025 leicht geschlagen:

  • Umsatz: 888 Mio. Euro (Prognose: 885 Mio. Euro; 2024: 871 Mio. Euro; währungsbereinigt +5 %)

  • Bereinigtes EBIT: 67 Mio. Euro (Prognose: 65 Mio. Euro; 2024: 78 Mio. Euro)

  • EBT: 46 Mio. Euro (Prognose: 45 Mio. Euro; 2024: 65 Mio. Euro)

  • EBT-Marge: 5,2 %

Wichtig für die Einordnung: Das bereinigte EBIT liegt zwar unter dem Vorjahr – GFT erklärt das aber mit der Transformation in Großbritannien und im Bereich Software Solutions sowie fortgesetzten Investitionen in KI-zentrierte Lösungen. Genau das ist der typische Trade-off in solchen Phasen: Kurzfristig drückt Transformation die Marge, mittelfristig soll sie Skaleneffekte bringen.

Wynxx wird zum Hebel: 92 Unternehmenskunden, 70 Mio. Euro Vertragsvolumen beeinflusst

Das spannendste Asset in der Meldung ist Wynxx. GFT meldet für 2025:

  • Kundenwachstum: +250 % gegenüber dem Vorjahr

  • Rollout in 8 Ländern

  • 92 Unternehmenskunden

  • Beeinflusstes Vertragsvolumen: >70 Mio. Euro (mehr als +700 % YoY)

Wynxx soll groß angelegte Softwareentwicklung und Legacy-Modernisierung beschleunigen und dabei Effizienzsteigerungen von über 40 % ermöglichen – genannt wird unter anderem Bradesco Seguros als Referenz. Die Plattform basiert maßgeblich auf Modellen von Anthropic (Claude), OpenAI und Gemini und wurde zudem auf Agentic Business Processes und Data Intelligence erweitert.

CEO Marco Santos ordnet das strategisch klar ein:
„Die nächste Entwicklungsstufe von Enterprise-KI wird von denjenigen geprägt, die künstliche Intelligenz nicht nur erproben, sondern systematisch und in industriellem Maßstab einsetzen.“

Analysten-Rückenwind: „Leader“ und „Industry Pioneer“ – warum das für Investoren zählt

Neben operativen Zahlen versucht GFT, die Positionierung in regulierten Branchen zu untermauern. Genannt werden zwei Analystenbewertungen:

  • IDC MarketScape 2025: „Leader“ bei Cloud-Native Core Banking Implementation Services

  • QKS Group 2026 AI Maturity Matrix: „Industry Pioneer“ (höchste Reifestufe) für Digital Banking Transformation Services

Für Anleger ist das nicht nur „Badge-Marketing“: In regulierten Umgebungen (Banken, Versicherungen, kritische Industrien) entscheiden Compliance, Delivery-Disziplin und Skalierbarkeit oft stärker über Projektvolumen als der „coolste KI-Demo-Case“.

GFT Technologies Wachstumstreiber verschieben sich: Versicherungen +15%, Industrie +14% – Banken leicht rückläufig

GFT profitiert dort, wo Modernisierungsschmerz und Automatisierungsdruck am größten sind:

  • Versicherungen: +15 % Umsatzwachstum

  • Industrie & Sonstiges: +14 %

  • Banken: -2 % (zurückhaltende Investitionen in Europa)

Regional fällt auf:

  • Americas, UK & APAC: +6 % (Brasilien +28 %, Kolumbien +19 %, USA +17 %; APAC & Sonstige +17 %)

  • Großbritannien: -25 % (Belastungsfaktor)

  • Kontinentaleuropa: -3 % (Spanien -1 %, Deutschland -3 %, Italien -4 %)

Unterm Strich: Das Wachstum kommt zunehmend aus Versicherungen, Industrie sowie Lateinamerika und APAC – genau die Mischung, die GFTs „KI-native Modernisierung“-Narrativ trägt.

Kapitalmaßnahmen & Dividende: Rückkauf beendet – 0,50 Euro Dividende geplant

GFT hat im Oktober 2025 ein Aktienrückkaufprogramm über 15 Mio. Euro abgeschlossen – ein Signal, dass das Management das langfristige Potenzial betont. Gleichzeitig soll die Dividende unverändert bei 0,50 Euro je Aktie bleiben (Hauptversammlung: 25. Juni 2026).

CFO Jochen Ruetz verweist dabei auf die Finanzstärke:
„Mit einer Eigenkapitalquote von 41 Prozent operieren wir weiterhin auf einer starken und stabilen finanziellen Grundlage.“

GFT Technologies Ausblick 2026: 930 Mio. Umsatz, 71 Mio. EBIT – EBT-Marge soll auf 6% steigen

Der Blick nach vorn ist der zweite Kurs-Treiber: Für 2026 erwartet GFT (währungsbereinigt) +5 % Umsatz auf rund 930 Mio. Euro. Das bereinigte EBIT soll auf 71 Mio. Euro steigen (+7,6 %). Besonders auffällig: Das EBT soll um 21 % auf rund 56 Mio. Euro zulegen – die EBT-Marge soll damit auf 6 % steigen (nach 5,2 % in 2025).

Treiber bleiben laut Unternehmen:

  • KI-native Modernisierung

  • Next-Generation Core Banking

  • Cloud-Transformation

  • datengetriebene Geschäftsmodelle

Und das große Ziel bleibt stehen: Bis 2029 peilt GFT 1,5 Mrd. Euro Umsatz bei 9,5 % bereinigter EBIT-Marge an.

Einordnung für Anleger: KI-Hype oder echter Skalierungspfad?

Für den Markt zählt bei KI-Dienstleistern weniger das Buzzword – mehr die Frage: Skaliert das Delivery-Modell profitabel? GFT liefert hier mehrere Punkte, die Investoren typischerweise mögen:

  • Prognose geschlagen → operative Verlässlichkeit

  • Wynxx mit messbaren Wachstumskennzahlen → Plattform-Story statt reines Projektgeschäft

  • Fokus auf regulierte Branchen → hohe Eintrittsbarrieren, oft größere Modernisierungsprogramme

  • 2026-Margen-Ansage → Signal, dass Investitionsphase in Richtung Erntephase drehen soll

Aber: Das Risiko bleibt sichtbar. UK ist aktuell ein Bremsklotz, das bereinigte EBIT liegt noch unter Vorjahr, und das Umfeld ist „selektiv“. Wer hier investiert, setzt darauf, dass Wynxx und KI-native Delivery die Produktivität und Marge in den nächsten Jahren spürbar nach oben ziehen – genau darauf zielt die Fünf-Jahres-Strategie.

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