FORVIA HELLA hat für das Geschäftsjahr 2025 vorläufige Zahlen vorgelegt – und die zeigen ein gemischtes, aber insgesamt solides Bild. Währungsbereinigt blieb der Umsatz mit 8,0 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Aufgrund negativer Wechselkurseffekte sank der berichtete Umsatz jedoch um 2,1 % auf 7,9 Mrd. Euro.
Wichtiger für Anleger: Die Ergebnisqualität hat sich verbessert. Das Operating Income stieg auf 474 Mio. Euro (Vorjahr: 446 Mio. Euro), die Operating-Income-Marge verbesserte sich von 5,6 % auf 6,0 %. Noch auffälliger: Der Netto-Cashflow legte kräftig auf 318 Mio. Euro zu (Vorjahr: 189 Mio. Euro).
Damit zeigt HELLA in einem schwierigen Autozuliefer-Umfeld genau das, was der Markt sehen will: Kostenkontrolle, Cashflow-Stärke und operative Stabilität.
Elektronik ist der Wachstumsmotor – Radar und Zugangssysteme ziehen
Der klare Treiber im Konzern war 2025 die Business Group Elektronik. Der Umsatz stieg hier um 4,5 % auf 3,4 Mrd. Euro. Rückenwind kam vor allem aus dem Radarbereich (neue Kundenprojekte + Hochlauf bestehender Serien) sowie aus einer stärkeren Nachfrage nach Fahrzeugzugangssystemen in Europa und China.
Auch beim Ergebnis liefert Elektronik stark:
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Operating Income: 269 Mio. Euro (Vorjahr: 226 Mio. Euro)
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Marge: 7,8 % (Vorjahr: 6,9 %)
Für Anleger ist das zentral: Genau hier adressiert FORVIA HELLA Zukunftsthemen wie automatisiertes Fahren, Elektromobilität und softwaredefinierte Fahrzeugarchitekturen. Das macht die Story strategisch deutlich attraktiver als ein reiner „klassischer“ Zulieferer-Case.
Licht unter Druck: Umsatzrückgang und schwächere Marge
Die größte Baustelle bleibt der Lichtbereich. Der Umsatz fiel um 8,3 % auf 3,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,0 Mrd. Euro). Hauptgründe sind laut Unternehmen der Auslauf großvolumiger Serienprojekte, vor allem in China und Amerika, sowie rückläufige Produktionsvolumina in Europa.
Auch die Profitabilität gab nach:
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Operating Income: 106 Mio. Euro (Vorjahr: 126 Mio. Euro)
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Marge: 2,9 % (Vorjahr: 3,2 %)
Das ist der Knackpunkt für 2026: Wenn HELLA die Konzernmarge weiter verbessern will, muss der Lichtbereich operativ stabilisiert und profitabler werden.
Lifecycle Solutions überzeugt mit hoher Marge
Weniger spektakulär beim Umsatz, aber stark beim Ergebnis: Lifecycle Solutions. Der Umsatz blieb mit 1,0 Mrd. Euro weitgehend stabil. Das freie Ersatzteilgeschäft entwickelte sich robust, insbesondere durch ein erweitertes Angebot in Asien. Bremsend wirkte hingegen die Investitionszurückhaltung im Land- und Baumaschinenbereich sowie im Werkstattgeschäft.
Ergebnisseitig war der Bereich ein echter Pluspunkt:
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Operating Income: 109 Mio. Euro (Vorjahr: 99 Mio. Euro)
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Marge: 11,1 % (Vorjahr: 9,6 %)
Diese zweistellige Marge ist für HELLA ein wichtiger Stabilitätsanker – gerade in einem volatilen Marktumfeld.
Ausblick 2026: Vorsicht statt Euphorie
Für 2026 bleibt FORVIA HELLA betont vorsichtig. Das Unternehmen erwartet:
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Währungsbereinigter Umsatz: 7,4 bis 7,9 Mrd. Euro
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Operating-Income-Marge: 5,4 bis 6,0 %
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Netto-Cashflow: mindestens 1,8 % vom Umsatz
Das klingt nicht nach Vollgas, sondern nach einem Jahr mit weiter hohem Druck auf die Branche. CEO Peter Laier spricht selbst von einem anspruchsvollen Umfeld mit voraussichtlich stagnierenden Produktionsvolumina und fehlenden Marktimpulsen.
Die Botschaft an die Börse ist damit klar: HELLA setzt 2026 weiter auf Agilität, Kostenarbeit und regionale Diversifizierung, statt auf Rückenwind aus dem Markt zu hoffen.
Was Anleger jetzt im Blick haben sollten
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Elektronik-Wachstum: Bleibt der Radar- und Steuerungselektronik-Boom stark genug, um Konzernschwächen auszugleichen?
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Licht-Turnaround: Gelingt die angekündigte Profitabilitätsverbesserung im Lichtbereich?
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Cashflow-Qualität: Kann HELLA nach dem starken 2025 auch 2026 ein solides Cashflow-Niveau halten?
Unterm Strich liefert FORVIA HELLA eine Nachricht, die man an der Börse oft gern sieht: kein Umsatzfeuerwerk, aber bessere Marge und deutlich mehr Cash. Jetzt muss 2026 zeigen, ob daraus eine nachhaltige Ergebnisstory wird.















