Fielmann Group AG hat im ersten Halbjahr 2026 ihren Wachstumskurs fortgesetzt und zeigt sich trotz eines weiterhin schwierigen Konsumumfelds robust. Nach vorläufigen Zahlen steigerte der Konzern den Umsatz auf 1,25 Milliarden Euro und erzielte zugleich eine stabile Profitabilität. Besonders erfreulich entwickelte sich das internationale Geschäft, das im zweiten Quartal deutlich an Dynamik gewann. Für die zweite Jahreshälfte erwartet das Management sogar eine weitere Beschleunigung des Wachstums – getragen von einer offensiven Expansion, zusätzlichem Fachpersonal und dem verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Internationales Geschäft wird zum wichtigsten Wachstumsmotor
Während das Deutschlandgeschäft weiterhin moderat zulegte, entwickelte sich das Ausland zunehmend zum Wachstumstreiber der Fielmann-Gruppe. Insgesamt erhöhte sich der Konzernumsatz im ersten Halbjahr um 2 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro.
Besonders auffällig war die Dynamik im zweiten Quartal: Das internationale Geschäft beschleunigte sich von einem Wachstum von 1 Prozent im ersten Quartal auf 6 Prozent. Bereinigt um Währungseffekte lag das Plus ebenfalls bei sechs Prozent und zeigt damit, dass die Expansion operativ an Fahrt gewinnt.
Vor allem Spanien und Polen überzeugten mit starken Zuwachsraten. Währungsbereinigt legte der Umsatz in Spanien um 10 Prozent zu, während Polen ein Wachstum von 7 Prozent erreichte. Damit bestätigt sich die Strategie, den Konzern zunehmend international breiter aufzustellen und die Abhängigkeit vom deutschen Markt zu reduzieren.
Hohe Profitabilität trotz Investitionen
Neben dem Umsatz konnte Fielmann auch die Ertragskraft stabil halten. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich leicht auf rund 296 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum 292 Millionen Euro erzielt worden waren.
Mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 24 Prozent beweist das Unternehmen erneut seine hohe operative Effizienz. Gerade angesichts steigender Personalkosten und eines anspruchsvollen Marktumfelds unterstreicht die Marge die konsequente Kostenkontrolle des Konzerns.
Die endgültigen Halbjahreszahlen werden am 27. August 2026 veröffentlicht.
Expansion wird massiv beschleunigt
Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt der Ausbau des Filialnetzes. Bereits im ersten Halbjahr eröffnete Fielmann 37 neue Niederlassungen und betreibt inzwischen weltweit 1.299 Standorte.
Der Schwerpunkt lag dabei auf den internationalen Wachstumsmärkten, insbesondere in Spanien, Polen, Luxemburg und den USA.
Für die zweite Jahreshälfte plant das Unternehmen weitere 33 Neueröffnungen. Insgesamt sollen damit im Jahr 2026 70 neue Standorte entstehen – mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr, als lediglich 22 Filialen eröffnet wurden.
Diese hohe Investitionsdynamik verdeutlicht, dass Fielmann seine Marktposition insbesondere außerhalb Deutschlands konsequent ausbauen möchte.
Personaloffensive und KI steigern Produktivität
Neben der Expansion investiert Fielmann gezielt in den Ausbau seiner personellen Kapazitäten.
Besonders in Deutschland verbessert sich die Personalsituation deutlich. Nach Unternehmensangaben hat sich die Zahl der Bewerbungen für die Niederlassungen im ersten Halbjahr vervierfacht. Gleichzeitig konnte die Zahl neu eingestellter Augenoptiker und Hörakustiker verdoppelt werden.
Mehr Fachpersonal bedeutet kürzere Wartezeiten, höhere Kundenzufriedenheit und zusätzliche Umsatzpotenziale.
Parallel treibt Fielmann die Digitalisierung seiner Filialen voran. In Europa kommt zunehmend Künstliche Intelligenz bei der Bestimmung der Sehstärke zum Einsatz. Die Technologie unterstützt Augenoptiker bei Refraktionen und ermöglicht schnellere Untersuchungen ohne Qualitätsverlust.
Bereits 166 deutsche Niederlassungen arbeiten mit dem neuen System. Bis Jahresende sollen insgesamt 300 Standorte in Europa entsprechend ausgestattet werden.
Vorstand erwartet stärkeres zweites Halbjahr
Für die kommenden Monate zeigt sich das Management optimistisch. Durch die beschleunigte Expansion, den Personalaufbau sowie Produktivitätssteigerungen erwartet der Vorstand eine spürbare Wachstumsbeschleunigung im zweiten Halbjahr.
Die Prognose für das Gesamtjahr bleibt unverändert bestehen. Fielmann rechnet weiterhin mit einem Umsatzanstieg zwischen 5 und 7 Prozent, was einem Konzernumsatz von 2,55 bis 2,60 Milliarden Euro entsprechen würde.
Beim bereinigten EBITDA wird eine Marge von rund 23 Prozent erwartet. Das operative Ergebnis dürfte damit zwischen 590 und 610 Millionen Euro liegen.
Allerdings verweist das Unternehmen weiterhin auf die anhaltend schwierige Konsumentenstimmung, insbesondere in Deutschland. Deshalb geht der Vorstand derzeit davon aus, dass Umsatz und Ergebnis eher am unteren Ende der Prognosespanne landen werden.
Internationale Expansion gewinnt zunehmend an Bedeutung
Für Investoren zeigt sich ein klarer Trend: Während das deutsche Geschäft stabil bleibt, entwickelt sich das internationale Filialnetz immer stärker zum Wachstumsmotor der Gruppe.
Die Kombination aus beschleunigter Expansion, Digitalisierung der Prozesse, zusätzlichem Fachpersonal und konsequenter Internationalisierung dürfte Fielmann auch in den kommenden Jahren weiteres Wachstum ermöglichen. Sollte sich gleichzeitig die Konsumstimmung wieder verbessern, könnte der Konzern zusätzlich von einer steigenden Nachfrage im Heimatmarkt profitieren.













