Elmos Semiconductor hat 2025 nach vorläufigen, ungeprüften Zahlen erneut geliefert – und das in einem Marktumfeld, das vor allem im ersten Halbjahr von Bestandsbereinigungen im automobilen Halbleitermarkt geprägt war. Der Konzernumsatz stieg leicht auf einen neuen Rekordwert von 582,6 Mio. Euro (2024: 581,1 Mio. Euro; +0,3 %).
Das klingt auf den ersten Blick unspektakulär. Die Einordnung ist aber wichtig: Laut Unternehmen hätten die Erlöse bei konstantem US-Dollar-Wechselkurs um rund 2,5 % zugelegt. Damit wird klar: Operativ war Elmos stärker unterwegs, als es die berichtete Zahl vermuten lässt.
Für Anleger ist das ein starkes Signal, weil Elmos in einem schwachen Branchenumfeld nicht nur stabil geblieben ist, sondern weiter gewachsen ist.
Marge bleibt stark – trotz Rohstoff-, Währungs- und Sonderbelastungen
Auch auf der Ertragsseite zeigt Elmos Robustheit. Das EBIT lag bei 127,1 Mio. Euro, die EBIT-Marge bei 21,8 % – und damit innerhalb der kommunizierten Prognosespanne.
Belastungen durch:
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höhere Rohstoffpreise,
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Wechselkurseffekte,
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Sonderkosten
konnten laut Unternehmen durch operative Maßnahmen und ein Kostenoptimierungsprogramm zumindest teilweise abgefedert werden.
Das ist gerade im Automotive-Halbleiterbereich relevant: Viele Zulieferer kämpfen in zyklischen Schwächephasen deutlich stärker mit Margendruck. Elmos hält dagegen die Profitabilität auf hohem Niveau.
Der eigentliche Hingucker: Free Cashflow springt deutlich an
Die wohl stärkste Zahl der Meldung ist der bereinigte Free Cashflow. Dieser stieg 2025 auf 66,3 Mio. Euro bzw. 11,4 % vom Umsatz – ein klarer Sprung nach oben.
Treiber waren laut Elmos:
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Effizienz- und Optimierungsmaßnahmen bei Investitionen,
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Verbesserungen beim Vorratsvermögen,
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niedrigere Steuerbelastung.
Damit zeigt das Unternehmen genau das, was der Markt in einer Phase hoher Unsicherheit besonders schätzt: stabile Ergebnisse plus starke Cash-Generierung.
Dividende +50 % und Aktienrückkauf: Elmos schaltet auf Aktionärsrendite
Auf Basis der verbesserten Cash-Performance passt Elmos die Kapitalallokation an – und das ist aus Investorensicht ein echtes Ausrufezeichen:
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Dividendenvorschlag 2025: 1,50 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,00 Euro) → +50 %
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Zusätzlich: Aktienrückkaufprogramm über 10,0 Mio. Euro (bereits beschlossen)
Damit steigt die geplante Gesamtausschüttung für 2025 auf rund 36 Mio. Euro und damit um mehr als 100 % gegenüber dem Vorjahr.
Das sendet eine klare Botschaft: Elmos sieht sich finanziell stark genug, um Wachstum zu finanzieren und Aktionäre stärker am Erfolg zu beteiligen.
2026-Ausblick: Rückkehr zu strukturellem Wachstum mit höherer Marge
Für 2026 wird es ambitioniert – und genau das dürfte die Börse jetzt genauer prüfen. Elmos erwartet:
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Umsatzwachstum: 11 % ± 3 Prozentpunkte
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EBIT-Marge: 24 % ± 2 Prozentpunkte
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Investitionsquote: rund 5 % vom Umsatz
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Bereinigter Free Cashflow: mehr als 17 % vom Umsatz
Das wäre ein deutlicher Schritt nach vorne – sowohl beim Wachstum als auch bei der Profitabilität und Cash-Generierung. Die Annahme basiert auf einem Wechselkurs von 1,15 Euro/US-Dollar.
Gerade der FCF-Ausblick ist bemerkenswert: Von 11,4 % auf >17 % wäre das eine massive Verbesserung und könnte die Equity Story zusätzlich stützen.
Mittelfristziele bis 2030 bestätigt – Cashflow-Ziel neu und Investitionsziel gesenkt
Elmos bestätigt die mittelfristigen Ziele bis 2030 und schärft sie teilweise nach:
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Umsatz 2030: rund 1 Mrd. Euro
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EBIT-Marge: rund 25 %
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Investitionsquote (neu): rund 6 % statt zuvor <10 %
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Neues Ziel bereinigter Free Cashflow: rund 17 % vom Umsatz
Der Hintergrund: Verbesserungen bei Maschinennutzung und kürzere Testzeiten reduzieren den Bedarf an neuem Testequipment. Für Anleger ist das ein wichtiger Hebel, weil er zeigt, dass Wachstum künftig kapitaleffizienter werden könnte.
Einordnung für Anleger: Qualitätstitel mit Cashflow-Story wird noch spannender
Elmos liefert 2025 ein starkes Gesamtpaket:
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Rekordumsatz trotz Branchenschwäche
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hohe Marge
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deutlich verbesserter Free Cashflow
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höhere Dividende plus Rückkauf
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ambitionierter 2026-Ausblick
Damit positioniert sich Elmos weiter als einer der robusteren Nebenwerte im Automotive-Halbleiterumfeld. Entscheidend für den Kursverlauf dürfte jetzt sein, ob das Unternehmen die angekündigte Rückkehr zu strukturellem Wachstum 2026 früh sichtbar macht – insbesondere bei Umsatzdynamik und Cashflow.














