Nordex liefert ab: Gewinn explodiert, Cash schießt hoch – und das Margenziel wird jetzt angehoben

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Nordex hat im vierten Quartal 2025 ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Der Umsatz stieg auf rund 2,5 Mrd. Euro und lag damit 16 % über dem Vorjahresquartal (2,2 Mrd. Euro). Noch beeindruckender fiel die Entwicklung beim operativen Ergebnis aus: Das EBITDA sprang um 187,6 % auf 307,4 Mio. Euro.

Damit kletterte die EBITDA-Marge auf 12,1 % – nach 4,9 % im Vorjahresquartal. Für Anleger ist das die zentrale Botschaft: Nordex wächst nicht nur, sondern verdient inzwischen deutlich besser an seinem Geschäft.

Gewinnsprung und Rekord-Cash: Die Finanzstory wird immer stärker

Auch unter dem Strich zeigt sich der Fortschritt deutlich. Der Jahresüberschuss zum Ende des 4. Quartals lag bei 183,8 Mio. Euro, nach 17,5 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Das ist ein massiver Sprung und ein klares Signal, dass die operative Verbesserung inzwischen auch im Nettoergebnis ankommt.

Dazu kommt eine auffällig starke Cash-Entwicklung:

  • Liquide Mittel: 1.928,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1.151,4 Mio. Euro)

  • Netto-Cash-Position: 1.624,7 Mio. Euro (Vorjahr: 848,2 Mio. Euro)

  • Freier Cashflow Q4: 565,2 Mio. Euro (Vorjahr: 271,1 Mio. Euro)

Das ist für einen Windanlagenbauer besonders relevant, weil die Branche lange von Margendruck und schwacher Cash-Qualität geprägt war. Nordex zeigt hier aktuell ein anderes Bild.

Auftragslage auf Rekordniveau: Volle Bücher sorgen für Sichtbarkeit

Operativ läuft es ebenfalls rund. Im Projektsegment erreichte Nordex im vierten Quartal einen Rekordauftragseingang von 3.552 MW (+9,2 % ggü. Vorjahr). Der Wert der Neuaufträge stieg auf 3,2 Mrd. Euro. Bemerkenswert: Der durchschnittliche Verkaufspreis blieb mit 0,89 Mio. Euro/MW stabil.

Noch wichtiger für die kommenden Quartale ist der Auftragsbestand:

  • Gesamt-Auftragsbestand: 16,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 12,8 Mrd. Euro)

  • davon Projekte: 10,1 Mrd. Euro

  • davon Service: 6,0 Mrd. Euro

Gerade der wachsende Servicebestand ist aus Börsensicht spannend, weil Serviceumsätze in der Regel planbarer und margenstärker sind als das reine Projektgeschäft.

Produktion und Installationen ziehen an – trotz kleiner Lieferketten-Delle

Nordex hat im vierten Quartal auch operativ sichtbar hochgefahren:

  • Produktion von Windkraftanlagen: 3.202 MW (+27,1 %)

  • Installationen: 376 Anlagen in 20 Ländern mit 2.083 MW (Vorjahr: 283 Anlagen / 1.660 MW)

Die Rotorblattproduktion lag mit 1.587 Einheiten leicht unter Vorjahr (-0,7 %). Ursache waren laut Unternehmen vorübergehende Verzögerungen bei einem Zulieferer in der Türkei. Angesichts der insgesamt starken Entwicklung wirkt das eher wie ein temporärer Dämpfer als ein strukturelles Problem.

2025 als Meilenstein – und jetzt wird das Margenziel angehoben

CEO José Luis Blanco spricht von einem Meilensteinjahr – und die Zahlen geben ihm recht. Nordex hat nach eigener Aussage operative und finanzielle Ziele erreicht oder übertroffen und dabei das bisherige mittelfristige EBITDA-Margenziel von 8 % erreicht.

Jetzt legt der Konzern nach und hebt das mittelfristige Ziel auf 10 bis 12 % an. Das ist keine kleine kosmetische Anpassung, sondern ein deutliches Signal an den Kapitalmarkt: Nordex traut sich künftig strukturell mehr Profitabilität zu.

Für Anleger ist das oft wichtiger als ein einzelnes starkes Quartal.

Ausblick 2026: Mehr Umsatz, bessere Kennzahlen – aber Marge mit Bandbreite

Für 2026 stellt Nordex eine weitere Verbesserung in Aussicht und erwartet:

  • Konzernumsatz: 8,2 bis 9,0 Mrd. Euro

  • EBITDA-Marge: 8,0 bis 11,0 %

  • Working-Capital-Quote: unter -9 %

  • Investitionen: rund 200 Mio. Euro

Die breite Margenspanne zeigt, dass das Umfeld nicht komplett risikofrei ist. Gleichzeitig deutet die Prognose in Kombination mit dem hohen Auftragsbestand klar auf weiteres profitables Wachstum hin.

Einordnung für Anleger: Nordex wird vom Turnaround- zum Qualitätscase

Nordex liefert inzwischen mehrere Dinge gleichzeitig:

  • Wachstum im Projektgeschäft

  • Ausbau des Servicegeschäfts

  • starke Margenverbesserung

  • sehr guter Free Cashflow

  • deutlich stärkere Bilanz

  • angehobenes mittelfristiges Margenziel

Das ist ein Mix, den der Markt bei Industrie- und Energiewende-Werten sehen will. Entscheidend wird jetzt sein, ob Nordex die hohe Q4-Marge schrittweise verstetigen kann. Gelingt das, dürfte die Diskussion um Nordex zunehmend weg vom reinen Turnaround hin zu einer skalierbaren Profitabilitätsstory gehen.

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