Carl Zeiss Meditec hat im 1. Quartal 2025/26 (bis 31. Dezember 2025) einen schwachen Start hingelegt:
Der Umsatz sank auf 467,0 Mio. € (Vorjahr: 490,5 Mio. € / -4,8%), währungsbereinigt lag der Rückgang bei -0,7%. Noch deutlicher trifft es die Profitabilität: EBITA 8,1 Mio. € nach 35,2 Mio. €, die EBITA-Marge rutscht auf 1,7% (Vorjahr: 7,2%).
Für Anleger ist das das entscheidende Signal: Nicht der Umsatz ist das Problem – sondern der massive Margenabriss.
Carl Zeiss Meditec China & USA als Bremsklötze: Investitionsflaute trifft Medtech
Finanzvorstand Justus Felix Wehmer macht ein Umfeld aus geopolitischen Unsicherheiten, Investitionszurückhaltung und regulatorischen Veränderungen verantwortlich – und kündigt an, stärker auf Lokalisierung, F&E-Priorisierung und operative Effizienz zu setzen.
Gerade der Medtech-Sektor spürt derzeit: Wenn Kliniken und Betreiber Budgets schieben, trifft das hochpreisige Geräte zuerst – und genau dort ist Zeiss Meditec stark.
Ophthalmology unter Druck: VBP in China droht zum Preishammer zu werden
Im Kernbereich Ophthalmology fiel der Umsatz auf 356,9 Mio. € (währungsbereinigt -2,4%). Belastend: ein ungünstiger Produktmix in APAC sowie Gegenwind im IOL-Geschäft durch das Thema volumenbasierte Beschaffung (VBP) in China.
Besonders brisant: Das Unternehmen warnt vor einem signifikanten Preisverfall bei der bevorstehenden neuen landesweiten VBP-Ausschreibung für Intraokularlinsen – mit mehr Druck durch lokale Anbieter.
Dass VBP in China Preise in Medtech-Kategorien teils massiv drücken kann, ist kein neues Phänomen – genau deshalb schauen Investoren hier extrem nervös hin.
Carl Zeiss Meditec: Microsurgery ebenfalls schwächer, Nach starkem Vorquartal kommt der Kater
Auch Microsurgery blieb unter Vorjahr: 110,1 Mio. € Umsatz (-3,7%). Grund laut Meldung: hohe Geräteauslieferungen zum Ende des letzten Geschäftsjahres – der klassische Effekt „vorziehen, dann fehlt’s im Startquartal“.
Immerhin stabil: Der Anteil wiederkehrender Umsätze liegt bei 47,5% – das ist ein wichtiger Puffer, wenn das Neugerätegeschäft schwankt.
Für Aktionäre entscheidend: Ausblick ausgesetzt – nächste Kurs-Weiche am 12. Mai
Der eigentliche Hammer für die Börse ist weniger das Quartal selbst, sondern der ausgesetzte Ausblick: Die bisherige Prognose (u. a. 2,3 Mrd. € Umsatz und 12,5% EBITA-Marge vor Sondereffekten) gilt laut Unternehmen voraussichtlich als nicht erreichbar. Eine aktualisierte Prognose plus weitere Reorganisations- und Kostensenkungsmaßnahmen soll spätestens mit den Halbjahreszahlen am 12. Mai 2026 kommen.
So etwas kommt an der Börse meist schlecht an: Nach der Ad-hoc vom 22. Januar brach die Aktie laut Berichten zweistellig ein.
Zuletzt notierte das Papier im Bereich um 27–28 € (momentane Kursdaten variieren je nach Handelsplatz/Zeitpunkt).
Was Anleger jetzt beobachten sollten:
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Ergebnis-Update & neue Guidance am 12. Mai 2026
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Details zur China-VBP-Ausschreibung (Preisniveau, Marktanteile, Timing)
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Ob Lokalisierung/Restrukturierung tatsächlich Kosten und Marge stabilisieren
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Nachfrageentwicklung in den USA (Investitionsklima) und China (Refraktiv-Pakete, Saison)













