BASF? Porsche? Salzgitter? Oder? Comeback der Buchwertaktie.

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BASF? Porsche? Salzgitter? Oder? Comeback der Buchwertaktie.

Liebe Börsianerinnen und Börsianer,

die sog. Buchwert-Aktie ist das Eldorado des konservativen Anlegers.  Oder um mit Warren Buffett zu sprechen, in diesem Segment kaufen Sie 1 US-Dollar für 0,80 USD ein. Amerikaner sprechen in diesem Zusammenhang auch von „deep value“ oder vom tiefen Wert. Hier ist – leicht vereinfacht geschrieben – jeder Dollar oder Euro zu 100 % oder sogar zu mehr in der Bilanz rückgedeckt durch Sachwerte wie Maschinen oder Immobilien.

In echten Buchwert-Aktien steckt kein Euro-Cent Zukunftserwartung oder Spekulation. Dabei entsteht der Buchwert einer Aktie nicht wie der Kurs durch Angebot und Nachfrage. Sondern der Buchwert oder das nackte Eigenkapital eines Unternehmens wird nach der jeweils gültigen Rechnungslegung von Buchhaltern ermitteln und anschließend von einem Wirtschaftsprüfer testiert.

Der Buchwert kann also nicht wie der Kurswert durch irrationale Marktteilnehmer aufgebläht werden. Hier regiert überprüfbare Substanz in ihrer reinsten Form.

Die Frage drängt sich auf: Warum, Herr von Parseval, erfahren wir erst jetzt von ihren tollen Buchwert-Aktien? Hätten wir die nicht schon früher gebraucht in diesem blöden Börsenjahr? Meine Antwort: Natürlich hätten wir solche Hart-Aktien auch schon gerne vor 6 Monaten gehabt. Freilich gibt es diese Aktiengattung in der Praxis erst seit wenigen Wochen. Denn in der Hausse wird eine Aktie üblicherweise mit dem Vielfachen ihres Buchwertes bewertet, weil die Aktionäre eher auf die Ertragskraft eines Unternehmens abzielen. Der Substanzwert – eine klassische fundamentale Kennzahl – interessiert, wenn der Aktienmarkt röhrt, eher weniger.

Die Baisse freilich drückt viele Aktien derart in den Keller, dass am Ende praktisch nur noch der Wert des Maschinenparks und der Immobilien zurückbleibt. Typische Beispiele dafür sind zurzeit etwa BASF, die deutschen Autobauer, der US-Werkzeugspezialist Stanley Black & Decker oder auch HeidelbergCement. Ich übertreibe nicht: Bei diesen Unternehmen werden Ihnen derzeit alle „weichen Werte“ wie Kundenkartei oder Mitarbeiter-Kompetenz und dergleichen geschenkt. Selbst das Auftragsbuch, also die künftigen Aufträge, erhalten Sie umsonst.

Sie haben wahrscheinlich längst verstanden:

Buchwert-Aktien stammen eher aus älteren und traditionsreichen Industriesegmenten. Es ist schlechterdings auszuschließen, dass aus Microsoft, Meta Platforms, Apple oder Nvidia jemals eine harte Buchwert-Aktie wird. Bei diesen Unternehmen zählt immer die Ertragskraft und weniger der Substanzwert. Wenn eben bei Microsoft der Quartalsgewinn schrumpft, wirkt sich das immer ungünstig auf den Aktienkurs aus.

Für eine harte Buchwert-Aktie hingegen ist ein Gewinnrückgang nicht das große Problem. Hier ist es zunächst völlig ausreichend, dass das Unternehmen überhaupt schwarze Zahlen schreibt. Denn dann wird der Wirtschaftsprüfer zum Ende des Geschäftsjahres einen Zuwachs beim Buchwert testieren. Daraus ergibt sich natürlich logisch, dass Unternehmen, die in den roten Zahlen arbeiten, ihren Buchwert abbauen. Diese Unterscheidung ist für das Buchwert-Investment von großer Bedeutung.

Ich fasse zusammen: Der Buchwert stellt im Grunde die niedrigste denkbare Bewertung einer Aktie dar, sofern das Unternehmen weiterhin schwarze Zahlen schreibt. Sackt eine Aktie auf den Buchwert ab, kann sie hernach im Prinzip nur noch steigen. Solche Buchwert-Aktien stecken sogar Schwach-Nachrichten ziemlich gut weg.

Haben wir nun mit der Buchwert-Aktie die große Gewinnformel für 2023 ausgegraben? Teilweise ganz bestimmt. An dieser Stelle muss ich Sie seriöserweise auf ein kleines Problem dieses Ansatzes hinweisen. Börsianer können manchmal blind sein und können durchaus lange und hartnäckig Substanz übersehen. Das gilt vor allem dann, wenn man in Buchwert-Aktien aus der zweiten oder dritten Reihe investiert. Der Buchwert-Investor benötigt also gelegentlich Geduld, bis seine Aktie auch von anderen Marktteilnehmern entdeckt wird.

Sie fühlen sich vom Buchwert-Ansatz angesprochen? Sie sind auch meiner Meinung und gehen davon aus, dass das Buchwert-Konzept 2023 zum Trend am Aktienmarkt wird? Dann wird Ihnen das RENDITE TELEGRAMM in der Variante ProPlus gute Dienste leisten. Hier holen Sie es sich.

Ich werde den Buchwert-Ansatz für Sie energisch vorantreiben. Holen Sie sich jetzt die Aktien, die 2023 praktisch nicht mehr fallen können, sondern nur noch steigen können!

Mit freundlichen Grüßen

Alexander von Parseval

P.S. Ganz kurz noch: Buchwert- und Dividendenaktien sind per definitionem nicht identisch. Es gibt allerdings Berührungspunkte und eine gewisse Schnittmenge. So sind Buchwert-Aktien oft auch gute Dividendenzahler.

Alexander von Parseval

Neu aufgenommen in die Riege unserer Gastautoren haben wir den Augsburger Börsenexperten Alexander von Parseval. In den mittlerweile fast 20 Jahren, in denen er als Vermögensberater tätig ist, betreut er mit seinem Team einen exklusiven Kreis ausgewählter Privatkunden – und das mit nachhaltigem Erfolg. Auch in mehreren Börsendiensten gibt Alexander von Parseval seine langjährige Erfahrung und sein geballtes Finanzwissen an interessierte Leser weiter. Seine professionelle Depot-Strategie, die er in diesen Diensten verfolgt, weist eine deutlich positive Gesamtrendite auf. Von seiner extrem lukrativen Art des Investierens wird Alexander von Parseval auch künftig hier in seinen Gastbeiträgen berichten. Und wenn Sie tagtäglich von ihm mit neuen Börsentrends und Analysen versorgt werden wollen, lohnt es sich, seinen kostenfreien Newsletter ‚Börse am Mittag‘ anzufordern.

Zum Gastbeitrag „Comeback der Buchwertaktie“: Die vorliegende Ausgabe basiert auf Erkenntnissen, die wir als Finanz-Journalisten erlangt haben. Es könnten darin Fehler enthalten sein und Sie sollten Ihre Investment-Entscheidung nicht allein daraus treffen, was Sie hier lesen. Es ist Ihr Geld und Ihre Verantwortung. Die vorliegenden Informationen sollten nicht als individuelle Anlage-Beratung angesehen werden. Auch wenn unsere Mitarbeiter allgemeine Kundenservice-Fragen beantworten, ist es Ihnen nicht erlaubt Ihre persönliche Anlage-Situation zu berücksichtigen.
Indus Deutsche Beteiligungs AG – Beteiligungsunternehmen melden sich heute zu Wort. Zukauf, „besser als erwartet“.
Siemens Energy – das wär’s. 100% Wasserstoff-Turbinen im Test. Beibehaltung der bestehenden Infrastruktur – grösstenteils – wäre Gamechanger.

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