Aumann überrascht mit hoher Marge trotz Umsatzeinbruch – Kräftige Kriegskasse für Zukäufe

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Aumann hat nach ersten Hochrechnungen für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 205 Mio. € erzielt – und damit über 100 Mio. € weniger als im Vorjahr. In vielen Fällen wäre das ein klares Warnsignal. Doch die Details zeichnen ein ganz anderes Bild:

Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs legte die EBITDA-Marge auf rund 14 % zu – etwa 2,5 Prozentpunkte über Vorjahr. Für einen spezialisierten Maschinen- und Automatisierungsanbieter ist das ein bemerkenswerter Schritt: Aumann zeigt, dass man auch mit weniger Volumen profitabler arbeiten kann, wenn Projektmix, Kostenstruktur und operative Umsetzung stimmen.

Starkes Schlussquartal – Rückenwind aus Projekten statt Kosmetik

Die Verbesserung der Profitabilität basiert nicht auf Einmaleffekten, sondern im Kern auf operativer Leistung. Aumann nennt als Treiber insbesondere:

  • eine überdurchschnittliche operative Performance im vierten Quartal 2025,

  • besser als erwartete Abschlüsse von Kundenaufträgen,

  • und geringere Aufwendungen für strukturelle Optimierungen.

Das klingt nach einer Mischung aus:

  • gut laufenden Projekten,

  • sauberer Abwicklung im Jahresendgeschäft

  • und einem abgeschlossenen oder abgeflachten Restrukturierungszyklus.

Sprich: Die Phase, in der viel Geld in Struktur- und Effizienzprogramme gesteckt werden musste, scheint weitgehend hinter dem Unternehmen zu liegen – zugleich zahlt der Fokus auf margenstärkere Geschäftsfelder offenbar spürbar auf die Ergebnisqualität ein.

148 Mio. € Nettoliquidität – und trotzdem 20 Mio. € in Aktienrückkauf gesteckt

Besonders ins Auge sticht die Bilanzseite: Zum 31. Dezember 2025 lag die Nettoliquidität bei rund 148 Mio. € – etwa 10 Mio. € mehr als im Vorjahr.

Und das, obwohl Aumann im Laufe des Geschäftsjahres über 20 Mio. € in den Rückkauf eigener Aktien investiert hat. Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert:

  • Der Aktienrückkauf signalisiert, dass das Management die eigene Aktie für attraktiv bewertet hält.

  • Gleichzeitig bleibt die Liquidität trotz dieser Kapitalrückführung auf sehr hohem Niveau.

Unterm Strich heißt das: Aumann ist schuldenfrei stark aufgestellt und verfügt über eine kräftige „Kriegskasse“, ohne die Bilanz zu strapazieren. Für einen Nebenwert im zyklischen Industrieumfeld ist das eine klare Besonderheit.

Next Automation im Fokus: M&A als Hebel für den nächsten Wachstumsschub

Das Unternehmen macht keinen Hehl daraus, was es mit dieser Liquidität vorhat:

Aumann sieht sich mit der aktuellen Nettoliquidität „in einer starken finanziellen Basis für Unternehmenszukäufe und die fortschreitende Diversifizierung seiner Aktivitäten im Bereich Next Automation“.

Damit rückt die strategische Story in den Mittelpunkt: Weg vom Image des reinen E-Mobility-Spezialisten hin zu einem breiter aufgestellten Anbieter im Feld Next Automation – also moderner Automatisierungs- und Fertigungstechnologien in zukunftsträchtigen Industrien.

Mögliche Stoßrichtung:

  • Zukauf von Nischenplayern mit Spezial-Know-how,

  • Ausbau von Software-, Steuerungs- oder Systemkompetenz,

  • oder der Einstieg in angrenzende Automatisierungssegmente mit höheren strukturellen Wachstumsraten.

Mit rund 148 Mio. € Nettoliquidität und einem Umsatz von 205 Mio. € ist der Spielraum für gezielte, aber nicht überdimensionierte M&A gegeben – eher mehrere „smarte“ Zukäufe als ein Mega-Deal.

Einordnung für Anleger: Qualität statt Volumen – Aumann positioniert sich für den nächsten Zyklus

Für Investoren in die Aumann-Aktie ist der Zahlenmix spannend – und auf den ersten Blick widersprüchlich:

  • Umsatz deutlich rückläufig – das wirkt zyklisch und kann auf Nachfrageschwäche oder Projektverschiebungen hindeuten.

  • EBITDA-Marge deutlich verbessert – das spricht für ein gesundes, kontrolliertes Geschäftsmodell.

  • Nettoliquidität gestiegen trotz Aktienrückkauf – das ist ein klares Stärke-Signal.

Die Botschaft dahinter: Aumann nutzt die Phase geringerer Auslastung, um sich finanziell und strategisch optimal aufzustellen. Wenn sich die Investitionszyklen in den Kernbranchen wieder beleben, könnte das Unternehmen dank schlanker Kostenstruktur, hoher Marge und solider Bilanz überproportional profitieren.

Kurzfristig dürfte der Markt vor allem nach Antworten auf zwei Fragen suchen:

  1. Ist der Umsatzrückgang 2025 ein Tal oder ein Trend?

  2. Welche konkreten Zukäufe und Initiativen im Bereich „Next Automation“ folgen auf die heutige Ankündigung?

Klar ist: Aumann hat sich 2025 nicht „kaputtgespart“, sondern profitabler gemacht und gleichzeitig Feuerkraft für Wachstum aufgebaut. Wenn die Pipeline im Bereich Next Automation und M&A jetzt mit Leben gefüllt wird, könnte aus dem vermeintlich schwächeren Umsatzjahr rückblickend der Startpunkt einer neuen Wachstumsphase werden – mit deutlich besserer Margenbasis als zuvor.

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