AIXTRON hat 2025 in einem schwierigen Marktumfeld solide abgeliefert – obwohl das Jahr klar ein „Übergangsjahr“ war: Ein Rückgang im Bereich LEDs inkl. Micro LEDs konnte nur teilweise durch den Aufschwung in der Optoelektronik kompensiert werden. Der Umsatz lag bei 556,6 Mio. € (–12% ggü. 2024) und damit am oberen Ende der aktualisierten Prognose (530–565 Mio. €).
Die Message für Anleger: Operativ bleibt AIXTRON stabil, auch wenn einzelne Endmärkte zyklisch schwächeln.
Marge im Zielkorridor: EBIT -24%, aber 18% EBIT-Marge erreicht
Das EBIT fiel auf 100,3 Mio. € (–24% ggü. Vorjahr), vor allem wegen niedrigerer Auslastung und negativer Wechselkurseffekte. Die EBIT-Marge lag mit 18% genau in der Mitte der Guidance (17–19%) und sogar weiterhin innerhalb der ursprünglichen Bandbreiten.
Im starken Q4 2025 zeigte AIXTRON, was möglich ist: EBIT 58,0 Mio. € bei einer EBIT-Marge von 31% – absolut unter dem Rekordquartal 2024, aber von der Profitabilität her weiterhin beeindruckend.
Optoelektronik-Katalysator: KI treibt Laser & Photonik – G10-AsP setzt sich durch
Der spannendste Treiber heißt 2025/26 klar Optoelektronik: AIXTRON sieht eine deutliche Belebung, ausgelöst durch den steigenden Bedarf an Laser- und Photoniklösungen für KI-Anwendungen und Highspeed-Datenübertragung. Die G10-AsP-Plattform hat sich hier laut Unternehmen als führende Lösung etabliert und wiederholte Bestellungen von Top-Tier-Kunden in allen Regionen erhalten.
Das ist die Equity-Story: KI-Infrastruktur zieht nicht nur Rechenleistung hoch, sondern auch die optische Datenkommunikation – und AIXTRON liefert das Equipment dafür.
SiC/GaN: Westen verhalten, China stabilisiert – 100. G10-SiC ausgeliefert
In der Leistungselektronik bleibt das Bild gemischt:
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SiC und GaN: westliche Märkte weiter verhalten
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Asien/China: stabilisierender Faktor, inklusive signifikanter Volumenaufträge für G10-SiC im ersten Halbjahr
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Meilenstein: Auslieferung der 100. G10-SiC-Anlage weniger als drei Jahre nach Produkteinführung
Für 2026 wird AIXTRON klar: Optische Datenkommunikation und GaN-Leistungselektronik sollen die wichtigsten Umsatztreiber sein – während SiC wegen „erheblicher Überkapazitäten“ voraussichtlich schwach bleibt.
Auftragseingang: Q4-Erholung als positives Signal
Der Auftragseingang 2025 lag bei 544,3 Mio. € (2024: 596,4 Mio. €). Entscheidend ist der Trend zum Jahresende:
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Q4 2025 Auftragseingang: 169,6 Mio. €
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+37% ggü. Q3 und +8% ggü. Q4 2024
Der Anlagen-Auftragsbestand zum Jahresende: 257,8 Mio. € (–11% ggü. Vorjahr). Heißt: Noch kein Boom, aber klarer Turn nach oben im Schlussquartal.
Cashflow-Highlight: Free Cashflow von -72 Mio. € auf +182 Mio. € gedreht
Der größte „Aha“-Moment der Zahlen ist der Cash:
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Betrieblicher Cashflow: 208,4 Mio. € (Vorjahr: 26,2 Mio. €)
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Free Cashflow: 181,9 Mio. € (Vorjahr: –72,4 Mio. €)
Treiber: Abbau von Vorräten, geringere Forderungen und deutlich niedrigere Investitionen nach den starken Investitionsjahren 2023/24. Die Liquiden Mittel inkl. Finanzanlagen stiegen auf 224,6 Mio. € (Vorjahr: 64,6 Mio. €), die Eigenkapitalquote liegt bei 88%.
Für Anleger ist das ein starkes Stabilitätssignal: AIXTRON kann in einem schwächeren Zyklus nicht nur profitabel bleiben, sondern auch Liquidität aufbauen.
Dividende stabil: 0,15 € – aber klare Priorität auf Cash-Aufbau
Trotz niedrigerem Jahresüberschuss (EPS 0,76 € nach 0,94 €) will AIXTRON die Dividende unverändert bei 0,15 € je Aktie halten (HV am 13. Mai 2026). Gleichzeitig betont das Unternehmen, den Cashflow 2026 zum weiteren Aufbau einer starken Cash-Position nutzen zu wollen – also: Dividende stabil, aber Kapitalallokation vorsichtig.
Ausblick 2026: verhalten – Q1 wird saisonal schwach
Für 2026 erwartet AIXTRON:
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Umsatz: ca. 520 Mio. € ± 30 Mio. €
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Bruttomarge: 41–42%
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EBIT-Marge: 16–19%
Für Q1 2026 rechnet der Vorstand mit nur ~65 Mio. € Umsatz ± 10 Mio. € (saisonal). Zusätzlich laufen Effizienzmaßnahmen, inklusive Personalabbau (weitere Aufwendungen im mittleren einstelligen Mio.-€-Bereich).
Einordnung: AIXTRON wird 2026 zur KI-/Photonik-Wette – SiC bleibt die Variable
AIXTRON hat 2025 geliefert, was man in einem Übergangsjahr sehen will: Guidance getroffen, Marge gehalten, Cash massiv verbessert. 2026 hängt der Case vor allem an:
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Optoelektronik/Photonik für KI (Wachstumstreiber)
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GaN-Power (potenzieller zweiter Treiber)
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SiC (der Unsicherheitsfaktor wegen Überkapazitäten)
Wenn der Opto-Schub anhält, kann AIXTRON trotz schwachem SiC solide durch 2026 kommen – und ist gleichzeitig finanziell stark genug, um den nächsten Aufschwung aggressiver mitzunehmen.













