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Die Aktie der Schaeffler AG (ISIN: DE000SHA0159) ist im heutigen Handel deutlich tiefrot ins Minus gerutscht. Das MDAX-Unternehmen hatte gestern Abend nach Börsenschluss eine Gewinnwarnung veröffentlicht.

Die Aktie war gestern noch zu einem Kurs von 14,345 EUR aus dem Xetra-Handel gegangen. Nach der Korrektur der Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr eröffnete das Papier heute Morgen allerdings dann nur noch zu einem Kurs von 12,46 EUR. Das Gap von gestern auf heute betrug somit -13,14%.


Schaeffler senkt Ergebnisprognose

Der Automobilzulieferer aus Herzogenaurach ließ am Montagabend um 22 Uhr über eine Ad-hoc-Mitteilung die Nachricht verbreiten, dass der Vorstand sich wegen des im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich schwächer laufenden zweiten Quartals dazu entschieden hat, die Jahresprognose für die EBIT-Marge vor Sondereffekten von 12-13% auf nur noch 11-12% abzusenken.

Gleichzeitig geht man bei davon aus, dass das Free Cashflow-Ziel von rund 600 Mio. EUR wegen der reduzierten EBIT-Marge in 2017 nicht erreicht werden kann. Man erwartet nunmehr noch einen Free Cashflow von etwa 500 Mio. EUR.
Demgegenüber hielt man die bisherige Umsatzprognose weiterhin aufrecht: Hier rechnet man nach wie vor mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 4-5%.

 


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Erhöhter Preisdruck und höhere Investitionen belasten

Als Gründe für die schwächere Entwicklung nannte Schaeffler drei Gründe: Erstens sei der Preisdruck im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft und auch die Kosten für Neuanläufe gestiegen. Zweitens habe man wegen zusätzlicher Projekte im E-Mobility-Bereich höhere Aufwendungen zu verzeichnen. Und drittens kam es zu temporären Lieferengpässe beim Aftermarket-Geschäft im Segment Automotive. All dies hat sich negativ auf die Profitabilität ausgewirkt.

Erste Hälfte bisher am unteren Ende der Prognose-Spanne

Schaeffler wird voraussichtlich Mitte Juli über die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2017 berichten. Wie es heißt, rechnet man für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres aus heutiger Sicht, mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von etwa 4% und einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von ca. 11%. Damit lägen beide Kennzahlen am unteren Ende der aktuellen Prognose für das Gesamtjahr.


Aktie unter Druck – Goldman Sachs und Jefferies & Company halten Kaufempfehlung aufrecht

Im Tief notierte die Schaeffler-Aktie im heutigen Handel bei 12,38 EUR und liegt damit -13,70% unterhalb des gestrigen Schlusskurses bei 14,345 EUR. Aktuell konnte sich das Papier des MDAX-Konzerns zwar wieder ein wenig erholen, bleibt aber mit einem Kurs von 12,785 EUR immer noch mit -10,74% deutlich in der Verlustzone.

Auch ein Blick auf die bisherige Jahresperformance lässt keine großen Jubelsprünge seitens der Aktionäre zu: Seit Anfang des Jahres gewann die Aktie von 14,055 EUR (Schlusskurs 30. Dezember 2016) bis zum gestrigen Schlusskurs +2,06%.
Berücksichtigen muss man allerdings auch noch die Dividendenausschüttung von 0,50 EUR je Vorzugsaktie, die an die Aktionäre geflossen sind. Doch das gestern noch vorhandene Plus im laufenden Börsenjahr dürfte mit dem heutigen Schlusskurs ebenfalls passé sein. Denn gemessen am aktuellen Kurs beträgt die Jahresperformance zum Mittag hin -8,89%.

Trotz der Gewinnwarnung und des heutigen Kursrückgangs haben sich zwei Analystenhäuser in einer ersten Reaktion heute Morgen aber weiterhin zu ihren Kaufempfehlungen und Kurszielen bekannt. Analystin Lucile Leroux von Goldman Sachs und Ashik Kurian von Jefferies & Company bleiben gegenüber der Schaeffler-Aktie vorerst bei ihrer Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von je 18 EUR.

Von diesem Kursziel aus gesehen besteht ein Upside-Potenzial von immerhin +40,57%. Allerdings sollte man beachten, dass beide Analysten die Bestätigung ihrer Einschätzungen vor der heute stattgefundenen Telefonkonferenz von Schaeffler abgegeben haben. Das heißt, dass neue Erkenntnisse eventuell doch noch zu einer anderen Bewertung führen können.


Unsere Einschätzung zur Aktie

Schaeffler hat aktuell damit zu kämpfen, seine Ziele in Hinsicht auf die Profitabilität des Geschäfts zu erreichen. Vor allem der Preisdruck innerhalb der Branche scheint dem Konzern zu schaffen zu machen.

Allerdings ergeht es offensichtlich der ganzen Branche der Zulieferer gerade so. Das jedenfalls hat Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld durchblicken lassen. So zeigen sich heute unter anderem die Aktien von Continental (-2,37%), Hella (-4,21%), ElringKlinger (-4,24%), Leoni (-2,18%), Stabilus (-2,85%) und Grammer (-2,46%) bisher ebenfalls mit einer zum Teil deutlich negativen Performance.

Die gestrige Gewinnwarnung und der aktuelle Ausblick sprechen momentan eigentlich nicht zwingend für die Schaeffler-Aktie. Dennoch sehen wir in dem starken Kursrückgang von heute mittel- bis langfristig eine gute Einstiegsmöglichkeit. Kurzfristig, d.h. binnen der nächsten zwölf Wochen, könnte es aber noch etwas abwärts und dann in eine Seitwärtsbewegung übergehen. Wer die Aktie jedoch auf Sicht von mindestens zwölf Monaten kauft, der hat gute Chancen auf eine positive Performance.

 

Schaeffler AG
Chart: Schaeffler AG Vz. | Powered by GOYAX.de
 

Mit Material von Schaeffler AG

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